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Die frohe Botschaft von »Reverend Rebers«

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Andreas Rebers gab in Stein sein neues Programm »Predigt erledigt« zum Besten. (Foto: mix)

Der Kabarettist Andreas Rebers, bekannt durch zahlreiche Fernsehauftritte als »Reverend Rebers« verkündete seine frohe Botschaft auch in der Schule Schloss Stein anlässlich der diesjährigen Literatur- und Medienwoche. Sein neues Programm heißt »Predigt erledigt« und ist stellenweise sehr provokativ.


Andreas Rebers kam ohne großes Trara auf die Bühne in der Aula der Schule Schloss Stein und legte gleich los mit scheinbar harmloser Plauderei: »Heute hat meine Frau ihren Rentenbescheid bekommen, 135 Euro kriegt sie später mal. Tja, mein Hase, das wird knapp, da wirst du dich wohl einschränken müssen, hab ich zu ihr gesagt.« Ihn ginge das Ganze ja nichts an, schließlich sei es nicht seine Rente. Und überhaupt könne sie ja noch was drauf legen, indem sie riestert: »Da zahlst du jeden Monat 20 Euro ein und kriegst dann 13 Euro raus. Eine echte Win-Win-Situation.« Er müsse sich allerdings ernsthaft überlegen, ob er seinen Lebensabend mit einer Frau verbringen möchte, die nur 135 Euro Rente hat und aufgrund dieser Tatsache ständig mies drauf sein und ihm die Hölle heiß machen wird.

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Nach diesem kurzen Einblick in sein Privatleben stellte sich der Kabarettist als »Reverend Rebers« vor, »der Hausmeister des Herrn«, wie er selber sagte, und Gründer der Glaubensgemeinschaft der »schlesischen Bitocken«. Zu dieser illustren Glaubensgemeinschaft zählten Teilzeit-Muslime, Freizeitchristen und andere undefinierbare Exoten, die Glaubensgemeinschaft feiere drei Sonntage pro Woche und nehme die Fastenzeit, in der man nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang etwas zu sich nehmen darf, sehr ernst.

Allerdings verbringe man die Fastenzeit regelmäßig in Nord-Norwegen, wo es zu der Zeit eh nur wenige Stunden am Tag hell ist. Überhaupt ist Andreas Rebers der Meinung, »in jedes Haus gehört ein Koran«, und die Fundamentalisten seien am besten mit Schweinebraten und Bier zu bekämpfen, weil das müde und zufrieden mache. Diese und andere Beispiele seiner »religiösen« Sichtweise teilt der Kabarettist seinem Publikum mit und das in einer so rasanten Geschwindigkeit, dass die Zuhörer schon sehr gefordert waren, alles mitzubekommen.

Seine doch sehr provokanten Aussagen sind nicht immer zum Lachen, oft blieb das Publikum auch stumm vor Staunen angesichts der Äußerungen des Kabarettisten. Manchmal erschließt sich der tiefere Sinn dahinter auch nur schwer. Mehrere Geschichten sind in seinem Programm miteinander verstrickt, zwischen denen er hin und her springt, so zum Beispiel die Erzählung vom Amoklauf bei Tengelmann, den er live miterlebt habe.

Rebers Aussage: »Wir haben viel zu wenig Waffen in Deutschland, jeder sollte eine Waffe tragen.« Die brauche man schon allein beim Einkauf in einem Baumarkt, um von den dortigen Mitarbeitern überhaupt irgendeine Dienstleistung erzwingen zu können. Oder er berichtete von den Begegnungen mit seiner grün angehauchten, alleinerziehenden Nachbarin, die er regelmäßig ausspioniert und bei jeder Gelegenheit oberlehrerhaft zurecht weist. Will die ihn doch tatsächlich zu einem Essen mit Bio-Wildlachs einladen, das geht doch gar nicht. »Entweder ist der Lachs wild aufgewachsen, dann ist er nicht bio, oder er ist biologisch gezüchtet, dann ist er nicht wild.« Ist doch ganz klar.

Zwischen seinen rasanten Erzählungen gab der Musiker Andreas Rebers selbst komponierte und gedichtete Lieder zum Besten. Darunter auch das »Hosenanzuglied«, das die Tatsache näher beleuchtet, warum so viele Politikerinnen Hosenanzüge tragen. Seine Lieder begleitete er selber am Keyboard, vor dem ein »schlesischer Gebetsteppich« hing, auf dem eine Jagdszene mit Hirsch abgebildet ist.

Die Botschaft, die Andreas Rebers mit seinem Programm vermitteln will, ist nicht ganz einfach zu erkennen, zu verwirrend sind die vielfältigen Erzählstränge und Gedankensprünge mitunter. Sein Sarkasmus ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache.

Am Ende resümierte er, ohne jedoch noch näher darauf einzugehen: »Schon aus Liebe sollte man der katholischen Kirche den Rücken kehren, damit sie was dazulernen kann. Denn so wie jetzt geht es nicht weiter.« Für ihn sei Religion etwas Wichtiges, aber nie »Teil der Lösung sondern eher Teil des Problems«. Mit den Worten »nun geht mit Gott, aber geht«, verabschiedete er das Publikum in Stein. mix