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Die führenden Köpfe der AfD im neuen Brandenburger Landtag

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Andreas Kalbitz
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Andreas Kalbitz hat schon 2017 den Fraktionsvorsitz im brandenburgischen Landtag übernommen. Foto: Gregor Fischer Foto: dpa

Potsdam (dpa) - Bundesweit bekannt ist aus Brandenburg der frühere Landes- und Fraktionschef Alexander Gauland. Der 78-Jährige brachte die AfD bei der Wahl 2014 mit 12,2 Prozent in den Landtag und wechselte 2017 in den Bundestag.


Seitdem hat Gaulands Kronprinz ANDREAS KALBITZ die Landespartei und den Fraktionsvorsitz im Landtag übernommen. Er wird zum rechtsnationalen »Flügel« von Björn Höcke in der Partei gezählt. Er fiel mehrfach wegen der Teilnahme an rechtsextremen Aktionen in der Vergangenheit auf, die er erst einräumte, als dies von Medien aufgedeckt wurde. Den Vorsitz bei dem rechtsextremen Verein »Kultur- und Zeitgeschichte, Archiv der Zeit« legte er 2015 nieder, als sein Engagement bekannt wurde.

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In der Brandenburger AfD haben zumeist Männer das Sagen. Unter den 36 Kandidaten der Landesliste finden sich sieben Frauen. Auf Platz zwei hinter Kalbitz rangiert dort CHRISTOPH BERNDT, der als Chef des Vereins »Zukunft Heimat« vor allem in Cottbus regelmäßig Demonstrationen veranstaltet, die sich gegen den Zuzug von Flüchtlingen und anderen Ausländern richten. Dass dabei auch dem Verfassungsschutz bekannte Rechtsextreme mitmarschieren, störte den Labormediziner Berndt offenbar nicht. »Solange sich die Menschen bei uns friedlich verhalten, ist doch alles gut«, hatte er der »Lausitzer Rundschau« dazu gesagt.

DANIEL FREIHERR VON LÜTZOW auf Platz 3 der Landesliste teilt die Begeisterung für »Zukunft Heimat« in Südbrandenburg und deren Aufrufe samt Fotos von den Demonstrationen bei Facebook. Dasselbe gilt für BIRGIT BESSIN, die wie Kalbitz seit 2014 im Landtag sitzt und auf Platz vier der Landesliste wieder ins Parlament einziehen kann. Die AfD sei nicht nur eine Partei des Parlaments, betonte die Finanzbuchhalterin auf dem Wahlparteitag in Brandenburg: »Ich stehe zu Pegida und zur "Zukunft Heimat", die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der Süden Brandenburgs stark geworden ist.«

Dahinter steht auf Platz sechs der Landesliste der AfD-Landesgeschäftsführer LARS HÜNICH, der bis 2014 Mitglied bei der Linkspartei war. Damals sei er aus Neugier zu einem AfD-Stammtisch gegangen, berichtete er dem »Neuen Deutschland«. »Das hat mir extrem gut gefallen«, sagte er der Zeitung. »Da konnte man offen reden.« Auf Platz 8 der Landesliste zieht auch ANDREAS GALAU, der von 1987 bis 1990 Mitglied der rechtsgerichteten Republikaner war, wieder ins Parlament ein. Er fiel in der vergangenen Legislaturperiode deswegen mehrfach bei der Wahl in die Parlamentarische Kontrollkommission durch, die den Verfassungsschutz kontrolliert.

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