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»Die Geister, die ich rief …«

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Die Leiterin der Salzburger Philharmonie, Elisabeth Fuchs, rappte unter Mitwirkung einiger Kinder aus dem Publikum. (Foto: Heel)

Denkt man heutzutage an Zauberer oder Zauberlehrlinge, denkt man natürlich sofort an Harry Potter. Entsprechend dramatisch fiel der Auftakt zur Aufführung von Johann Wolfgang von Goethes Ballade »Der Zauberlehrling« der Kinderfestspiele Salzburg im Traunreuter k1 aus: Unter der Leitung von Elisabeth Fuchs spielte die Salzburger Philharmonie einen Ausschnitt aus dem Soundtrack zu den Harry-Potter-Filmen, komponiert von John Williams, dem »Hauskomponisten« von Steven Spielberg (»Der weiße Hai«).


Die Ballade »Der Zauberlehrling« zählt zu den populärsten Werken Goethes und handelt von einem Zauberlehrling, der ohne Erlaubnis seines Meisters einen Besen in einen Knecht verzaubert, der ihm Wasser herbeischaffen muss. Mit ungeahnten Folgen, versteht sich. Die Ballade inspirierte den französischen Komponisten Paul Dukas 1897 zu einer Vertonung des Werks, was wiederum Walt Disney bewog, die vertonte Darstellung der Geschichte in seinem 1940 erschienenen Zeichentrickfilm »Fantasia« szenisch umzusetzen, in dem Mickey Maus den mit Besen und Wasser kämpfenden Zauberlehrling spielte.

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Eine recht spannende Sache also, die bei den kleinen Besuchern bestens ankam, zumal ein paar von ihnen mitwirken durften: So bat Elisabeth Fuchs, nachdem sie die Geschichte kurz erklärt hatte, einen Buben auf die Bühne, der den Zauberlehrling gab und die Geister respektive Besen rief, die er dann nicht mehr los wurde.

Die wiederum wurden von zwei Mädchen gehalten, die mit Eifer daran gingen, den vorlauten Hexen-Azubi mit kleinen Schaumstoffkugeln »unter Wasser zu setzen« – bis der Ärmste nicht mehr weiter wusste und sich mit einer (Schaumstoff-)Axt zur Wehr setzte. Vergebens. Die Besen standen wieder auf und machten munter weiter, sodass dem Zauberlehrling in seiner Verzweiflung letztendlich nichts anderes übrig blieb, als den Hexenmeister um Hilfe zu rufen.

Anschließend erklärte Elisabeth Fuchs anhand einiger Beispiele, wie Paul Dukas die Ballade musikalisch umgesetzt und mit welchen Mitteln er »die besonderen Töne« seines Werkes erzeugt hatte. Etwa mit dem, in diesem Fall Angst ausdrückenden, Spiel der Geigen, dem sogenannten »Sul ponticello«, bei dem der Bogen möglichst nahe am Steg geführt werden soll.

Zum lustigen Abschluss trug Elisabeth Fuchs noch einen Rap à la Falco vor: »Ich war allein Zuhaus und der Meister, der war aus …«, zu dem sie das Publikum zur Körperpercussion animierte, bevor die Salzburger Philharmonie mit der Vertonung der Ballade von Paul Dukas nochmals eine mitreißende Kostprobe ihres Könnens präsentierte. Wolfgang Schweiger