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Die Grabplatten an der Kriegergedächtniskirche retten

Traunstein. In der Jahreshauptversammlung des Fördervereins »Alt-Traunstein« im Heimathaus machte Albert Rosenegger mit einem Bildervortrag auf den maroden Zustand der rund 40 Grabplatten (Epitaphe) an der Kirche Kriegergedächtniskirche St. Georg und Katharina im Stadtpark aufmerksam.

Die Grabplatten an der Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark bedürfen dringend einer Restaurierung. Darauf machte Albert Rosenegger beim Förderverein »Alt-Traunstein« aufmerksam.

Rosenegger berichtete, dass es 1992 bereits einen ersten Anlauf zur Restaurierung und Imprägnierung der Grabplatten gegeben habe, die aber im Sand verlaufen seien. Nun sei es schon »fünf vor zwölf«, denn die Steine seien verwittert, bröckelten und hätten Risse. Wenn man die Restaurierung angehen sollte, dann sollte man auch über die Personen forschen und dies dokumentieren.

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Der Vorsitzende des Fördervereins, Richard Kraft, versprach, sich der Sache in den nächsten Jahren anzunehmen. Bezüglich der Dokumentation werde man mit dem Historischen Verein zusammenarbeiten. Außerdem werde man hinsichtlich der Restaurierung mit dem Landeamt für Denkmalpflege wegen eines Fachmanns sprechen.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke stellte klar, dass der Grund der Kirchenstiftung St. Oswald gehöre und der Park nur an die Stadt verpachtet sei. St. Oswald sei dabei, ein Sanierungskonzept für St. Georg und Katharina zu erarbeiten. Die Erzdiözese werde aber erst dann bereit sein, finanziell einzusteigen, wenn die Pfarrei eine vernünftige Nutzung finde.

Altoberbürgermeister Fritz Stahl machte deutlich, dass die Kirche St. Georg und Katharina als Bauwerk ein Denkmal sei und erhalten werden müsse. Die Frage, wie sie kirchlich genutzt werde, sei die zweite Sache. »Erste Sache ist der Erhalt des Bauwerks«, so Stahl.

Otto Huber gab bekannt, dass ein Museum zur Traunsteiner Salzgeschichte kurz- oder mittelfristig keine Chance habe, da ein Zweckverband aus Bezirk, Landkreis und Stadt nicht zustande komme. Mit Blick auf das 400. Jubiläum der Soleleitung 2019 schlug er vor, den Salinenweg aufzuwerten. Als Vorschläge nannte er ein kleines Freilichtmuseum vor dem Rupertistadel, die Rekonstruktion einer Wohnung eines Salinenarbeiters, die Einrichtung des Dienstzimmers des Salzmaiers, die Schaffung von Räumen für Präsentationen und Filmvorführungen sowie das Aufstellen eines virtuellen Geländemodells der Soleleitung Bad Reichenhall – Traunstein.

»Mit der Aufbesserung unserer Salzgeschichte werden wir 2019 ein schönes Jubiläum bekommen«, war Kösterke zuversichtlich.

Huber machte ferner auf den erhaltenswerten Grabstein von Gustl Kröner aufmerksam. Er war ein bekannter Traunsteiner Bergsteiger und Seilpartner von Anderl Heckmair, der 1933 am Matterhorn von einem Stein erschlagen wurde. Sein Grab im Waldfriedhof sei aufgelöst worden. »Gustl Kröner ist es wert, an ihn zu erinnern«, sagte Huber und schlug vor, seinen Grabstein unter den Arkaden im Stadtpark bei der Geschäftsstelle des Alpenvereins anzubringen. Der Oberbürgermeister meinte dazu, im Waldfriedhof gebe es sehr viele Grabdenkmäler. »Wir wollen diese Grabdenkmäler nicht versetzen, sondern dort erhalten, wo sie hingehören.« Man müsse daher den Grabstein nicht von Gustl Kröners Grabstelle entfernen und im ehemaligen Friedhof aufhängen, um an ihn zu erinnern. Es gebe die Möglichkeit, das Grab aufzulassen und den Grabstein stehen zu lassen, wenn sich jemand darum kümmere. Bjr