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Die gut geölte Bayern-Maschine läuft

Fürth (dpa) - Nach dem unfallfreien Saisonstart konnten die Bayern mal wieder locker scherzen. «Im Fernduell mit Dortmund sind wir vorne, unser Torverhältnis ist besser.»

Sorgenfrei
Thomas Müller (l) und Bastian Schweinsteiger (M) lachen nach Abpfiff auf dem Rasen. Foto: Daniel Karmann Foto: dpa

«Jetzt müssen wir nicht jeden Tag in den Gazetten lesen, dass wir dem BVB wieder hinterherlaufen», sagte Fußball-Nationalspieler Thomas Müller, ehe er «mit einem guten Gefühl, einem Lächeln» und der Vorfreude auf «ein Kartenspiel» den Mannschaftsbus für die Rückfahrt aus Fürth nach München bestieg.

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Nach dem Supercup-Gewinn gegen Rivale Dortmund und dem Pokalsieg beim Zweitligisten Regensburg hat der Dreifach-Vize der Vorsaison auch das Bundesliga-Neuland bei Aufsteiger Greuther Fürth als standesgemäßer 3:0 (1:0)-Sieger verlassen. «So haben wir uns das vorgestellt. Ein paar Tore geschossen, zu null gespielt, Pflicht erfüllt», erklärte Nationaltorhüter Manuel Neuer und resümierte zufrieden: «Die Bayern-Maschine ist ordentlich geölt.»

Vergessen war am Samstag rasch, dass es bis zum Führungstor von Müller in der 43. Spielminute «ein bissl zäh» war, wie der Schütze selbst anmerkte. Erst nach der Pause spielte der Favorit «sehr clever, sehr souverän, sehr klug», wie Trainer Jupp Heynckes meinte.

Am Ende hätte es nicht nur bei den weiteren Treffern von Neu-Torjäger Mario Mandzukic (59.) und der von Thomas Kleine (79.) ins eigene Netz abgefälschten Flanke von Arjen Robben bleiben müssen. «Es ist sehr positiv, die Jubiläums-Saison mit einem Sieg zu beginnen», erklärte Heynckes zufrieden: «Die Mannschaft hat demonstriert, dass wir diese Saison erfolgreicher sein wollen.»

Für Titelprognosen ist es freilich zu früh. Doch wie schon beim 4:0-Pokalerfolg in Regensburg wurde deutlich, dass der Bayern-Kader - auch ohne Wunschspieler Javier Martínez - in der Breite an Qualität gewonnen hat. Vier Stammkräfte der Vorsaison fehlten in der Startelf - Ribéry, Schweinsteiger, Gomez, Alaba -, es fiel kaum ins Gewicht. Gerade offensiv sei man «flexibler und variabler», betonte Heynckes.

Der 67-Jährige durfte seiner Mannschaft dankbar sein. Der geglückte Fürth-Ausflug verhinderte, dass nun aufgeregt über ihn diskutiert wird, nachdem sich der Trainer am Wochenende selbst zum Auslaufmodell erklärt hatte. In der «Süddeutschen Zeitung» hatte Heynckes mehr als nur angedeutet, dass er an die Rente mit 68 denkt. 2013 läuft sein Vertrag aus, dann gehe «ein Lebensabschnitt» zu Ende.

Um Nachfolge-Diskussion zu vermeiden, ruderte Heynckes in Fürth zurück: Der Lebensabschnitt Bayern-Trainer könne «auch 2014 erst zu Ende gehen». Sportvorstand Matthias Sammer erklärte ebenfalls, man begrenze sich zeitlich in der Zusammenarbeit nicht: «Ich musste schmunzeln. Der Trainer ist mit Feuer und Leidenschaft dabei.»

Auf jeden Fall möchte Heynckes mit (mindestens) einem Titel abtreten. Ob er dafür noch den 40 Millionen Euro teuren spanischen Europameister Martínez bekommt, muss sich in der neuen Woche klären. Die Transferfrist läuft ab, und die Bayern warten auf «Rauchzeichen» (Sammer) aus dem Baskenland von Athletic Bilbao. «Wir arbeiten mit Kreativität und Intelligenz daran, dass wir das noch hinkriegen», sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge zu der Hängepartie.

Eine Last-Minute-Shoppingtour können sich die Fürther nicht leisten. Sie müssen auf Teamgeist und Aufstiegs-Euphorie bauen. Die 18 000 Zuschauer sorgten für «Gänsehautgefühl», wie Torwart Max Grün begeistert berichtete. Die Bayern waren als Gegner mindestens eine Nummer zu groß. «Wir haben schon ein bisschen die Grenzen aufgezeigt bekommen, wie abgewichst die Münchner gespielt haben», gestand Kapitän Mergim Mavraj. Es war nur das erste Spiele, beruhigte Trainer Mike Büskens: «Wir müssen damit leben - und wir können damit leben.»