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Die Heimkehr des verlorenen Vaters

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Dankbar und erleichtert über den guten Ausgang (v.l.): Kurt Schmoll, Christine Trautner-Adolph, Dr. Caren Lagler, Beate Hamm. (Foto: privat)

Inzell – Es ist eine Situation, die niemand erleben möchte. Der eigene Vater ist vermisst und wird erst Stunden später geschwächt in einem Bachlauf liegend gefunden. Die Schönauerin Dr. Caren Lagler musste das vor Kurzem durchmachen.


Am 6. Mai gegen 14.45 Uhr erhält Dr. Caren Lagler einen Anruf vom Chiemgau-Stift Inzell. Ihr Vater sei nicht von einem längeren Spaziergang ins Chiemgau-Stift zurückgekehrt. Sofort macht sie sich auf den Weg. Dort ist bereits eine große Suchaktion angelaufen. Polizei, Hundestaffel, Suchhubschrauber sowie Ehrenamtliche der Feuerwehr, Wasserwacht und Bergwacht suchen systematisch das Gelände der näheren und weiteren Umgebung ab. Sogar Privatpersonen bieten ihre Hilfe an. So auch eine Dame aus dem Ort, die sich zusammen mit ihren ausgebildeten Suchhunden und Caren Lagler auf den Weg macht. »Trotz der dramatischen Situation war es einfach überwältigend, zu spüren, wie von allen Seiten Hilfe an uns herangetragen wird«, sagt Caren Lagler.

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Kurt Schmoll und Beate Hamm, die Verantwortlichen der Senioreneinrichtung der Diakonie, und Caren Lagler möchten sich auch auf diesem Weg noch einmal herzlich bei allen Beteiligten bedanken. »Ohne diese großartige Hilfe wäre ein so glücklicher Ausgang nicht möglich gewesen«, sind sie überzeugt. In diesen Dank beziehen sie ausdrücklich die Inzeller Bürger für ihre Mithilfe und ihr Verständnis mit ein.

Die Situation des Auffindens des Bewohners war für Pflegedienstleiterin Beate Hamm und Betreuungsassistentin Christine Trautner-Adolph ein Moment, den sie nicht vergessen werden. Aufgrund der letzten Gespräche mit dem Bewohner zog es Christine Trautner-Adolph in ein ganz bestimmtes Gebiet. Einer inneren Eingebung folgend wählte sie einen gesperrten Weg zu einer Brücke. Als sie dort zu einem Abhang kam und zum Bachlauf hinuntersah, bemerkte sie den dort liegenden Bewohner. Dieser war zwar unterkühlt und dehydriert, ansonsten aber nahezu unverletzt. Die Rettung kam gerade noch rechtzeitig. Von Caren Lagler wird sie seitdem nur noch »Christine Lebensretterin« genannt.

Bei aller Freude über den glücklichen Ausgang empörten Caren Lagler einige böse Kommentare in den sozialen Medien. Ihr Vater brauche Bewegung, lange Spaziergänge und das Erleben von Natur wie andere die sprichwörtliche Luft zum Atmen. Gerade weil ihm das als Bewohner des Chiemgau-Stifts ermöglicht werde, habe er keine Tendenz zum unkontrollierten Weglaufen, sondern fühle sich wohl. Trotz seiner Demenz habe er sich bisher immer gut zurechtgefunden. Auch nach langen Spaziergängen, ob bei ihr zu Hause oder in Inzell, sei er bisher immer wieder sicher zurückgekehrt. »Ich stehe voll und ganz hinter dem Konzept des Chiemgau-Stifts und habe diese Einrichtung gezielt für meinen Vater ausgesucht«, betont Lagler.

Pflegedienstleiterin Beate Hamm und Caren Lagler haben nun Maßnahmen vereinbart, damit sich eine solche Situation nicht wiederholt. Beispielsweise wird sie für ihren Vater ein GPS-Gerät anschaffen, das sofort Alarm schlägt , wenn ein bestimmter Bereich überschritten wird. Zudem werde dadurch ein unverzügliches Auffinden ermöglicht. Spaziergänge sollen möglichst in Begleitung erfolgen. fb