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Die höchste Saisonniederlage kassiert

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Der Berchtesgadener Eishockeytorwart Stefan Quintus aus Salzburg stand bei der 2:15-Niederlage 60 Minuten lang unter Beschuss der übermächtigen Klosterseer Mannschaft. Dennoch musste Qunitus die zirka 170 Gramm schwere Hartgummischeibe 15-mal passieren lassen. (Foto: Wechslinger)

Zwei Drittel lang hielt sich die Eishockeymannschaft des EV Berchtesgaden im Spiel gegen die übermächtige Mannschaft des EHC Klostersee vor 150 Zuschauern recht achtbar. Doch im Schlussdrittel brach es förmlich über die Berchtesgadener herein, als das Team wie schon letzte Woche in Klostersee im ersten Drittel sieben Treffer auf einen Streich kassiert hat. Würde beim EVB nicht ein Klassetorhüter wie Stefan Quintus zwischen den Eisenpfosten stehen, hätte das Team auch gut und gerne 30 Gegentreffer kassieren können. Viel Sinn machen derartige Spiele zwischen ehemaligen höher klassigen Akteuren, darunter sogar ein 27-facher Junioren-Nationalspieler, gegen eine reine Amateurmannschaft nicht.


Kam der EHC Klostersee zum letzten Spiel noch mit einer großen Fankolonie, so waren dieses Mal nur einige wenige Anhänger des Grafinger Clubs auf der Tribüne. Weil es unter den Klosterseer Fans aber auch schon gehörige Ausschreitungen gegeben hat, waren vom EVB wiederum mehrere Ordner im Einsatz. Ferner bot die Polizeiinspektion Berchtesgaden mit Beamten in Uniform und in Zivil Abschreckung für mögliche Fan-Ausschreitungen.

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Doch in erster Linie wurde Eishockey gespielt und es hatte den Anschein, als ob Klostersee das Spiel hoch gewinnen wollte. Die Gäste begannen flink wie die Feuerwehr und der EVB-Goalie stand immer wieder im Mittelpunkt des Geschehens. Doch wie schon in Klostersee gelang es den Berchtesgadenern bis zur Hälfte des einseitigen Spiels immer besser, den Angriffswirbel der Gäste zu stören, wenn dies auch nur phasenweise klappte.

Mehrere Spieler des EHC Klostersee sind den Berchtesgadenern schon läuferisch derart überlegen, dass es der Abwehr schwer fällt, dagegen zu halten. Nachdem der Gast mit 4:0 vorne lag, gelang Vesti Brandner nach gelungener Aktion zwei Minuten vor der ersten Drittelpause sogar das 1:4, mit dem es noch recht moderat in die Kabine ging. Zuvor deuteten in einigen Aktionen die Feggbrüder Christian und Stefan an, dass sie auch Eishockey spielen können. Doch es gelang ihnen nicht, ihre gut angesetzten Angriffe zu Ende zu spielen und mit Erfolg zu krönen. Schließlich verteidigen bei Klostersee auch Eishockeykönner.

Im Mittelabschnitt legten die Berchtesgadener immer mehr die Scheu vor dem übermächtigen Gegner ab. Christian und Stefan Fegg setzten sich in der 28. Minute nach Zuspiel von Stefan Giritzer durch und so stand es nach der Hälfte der Spielzeit nurmehr 4:2 für die Gäste. Doch dies wurmte die Übermächtigen ganz offensichtlich sehr und so zog Klostersee im Mittelabschnitt noch auf 8:2 davon.

Das Spiel der Berchtesgadener, bei denen nach wie vor drei wichtige Spieler (Bräuer, Kimpel, Kroll) wegen Verletzungen fehlten, kostete in den zwei Dritteln zu viel Kraft. Und so brach es im Schlussabschnitt förmlich über den EVB herein. Mit mehreren Doppelschlägen zog der EHC Klostersee auf 15:2 davon.

In den letzten fünf Minuten erwehrten sich die Berchtesgadener dann einer noch höheren Niederlage. Im sehr fairen Spiel gab es für den EV Berchtesgaden nur zwei und für den EHC Klostersee auch nur vier Strafminuten. »Unsere Mannschaft hat sich wacker geschlagen. Mehr ist gegen diese Mannschaft mit fast ausschließlich ehemaligen höher klassigen Spielern einfach nicht drin«, erklärte der zweite Vorstand und langjährige Spieler und Trainer des EVB Rupert Kellerbauer.

EV Berchtesgaden: Quintus; Giritzer, S. Kohl, Becker, Zern, F. Schäfer, Gadringer, Osterholzer, Brandner, Heim, Berreiter, C. Fegg, S. Fegg, Wildmann.

Die weiteren Ergebnisse der Bezirksliga Gruppe 2: ESV Dachau – ESV Gebensbach 6:3, Münchner EK – EV Aich 0:4. Christian Wechslinger

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