Die Kinderklinik: Fels in der Brandung für Klein und Groß – Spenden erwünscht

Bildtext einblenden
Dorothee Springer, Pflegerische Leiterin der Kinderintensivstation und Chefarzt derKinderklinik Priv.-Doz. Dr. Gerhard Wolf geben gemeinsam mit dem Team alles für ihre kleinen Patienten.

Traunstein – Von der Frühgeburt mit wenigen Hundert Gramm Gewicht über schwere akut oder chronisch Erkrankte an Körper oder Seele bis zu Unfallopfern: Die Kinderklinik am Klinikum Traunstein ist rund um die Uhr im Einsatz, um Kindern und Jugendlichen in Not zu helfen. »Wir freuen uns auf den modernen Neubau der Kinderklinik«, sagt Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Gerhard Wolf. Mit dem Neubau signalisiert die Kliniken Südostbayern AG den Eltern in der Region die Stabilität der wohnortnahen Versorgung ihrer Kinder.


Dies ist nicht unbedingt selbstverständlich. »Jede Kinderklinik in Deutschland macht Defizite, denn bei der Vergütung der Kliniken wird der erhöhte Aufwand der medizinischen Versorgung von Kindern nicht berücksichtigt«, erklärt Dr. Wolf. Was in manchen Bundesländern aus Kostengründen flächendeckend nicht mehr der Fall ist, leistet für die Menschen hier in der Region Tag für Tag das multiprofessionelle und interdisziplinäre Team der Kinderklinik mit 60 Betten auf drei Stationen.

Anzeige

Hier werden junge und jüngste Patienten von der Frühgeburt bis zum 18. Lebensjahr behandelt. Das Perinatal-Zentrum Kinderklinik besitzt die höchstmögliche Versorgungsstufe des Levels 1 und die Kinderintensivstation mit dem Schwerpunkt Neonatologie ist spezialisiert auf typische Erkrankungen von Neugeborenen und die Behandlung von Frühgeborenen. Das außerordentlich breite Behandlungsspektrum verlangt einen hohen Einsatz: »Wir wissen in der Früh nicht, was abends passiert, unsere Notfall-Quote beträgt einhundert Prozent«, sagt Dr. Wolf.

Er muss für die 24-Stunden-Versorgung in den verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendmedizin spezialisiertes Personal in Medizin und Pflege vorhalten – und moderne medizinische Geräte für eine altersgerechte Diagnostik und Behandlung.

Deutschlands Kinderkliniken geraten angesichts der Vergütung zunehmend in Bedrängnis. »Die Rahmenbedingungen sind aktuell im Wandel«, sagt Dorothee Springer, Pflegerische Leiterin der Kinderintensivstation. Zum bundesweiten Personalmangel in der Pflege kommen kaum erfüllbare Personalschlüssel für Intensivtherapie-pflichtige Frühgeborene. Dazu werde sich zu Beginn des Jahres noch die Personaluntergrenzen-Verordnung in der Pflege gesellen, so die 32-Jährige.

Trotz aller Widrigkeiten stimmt sie Dr. Wolf aber spontan zu, als er sagt: »Ich würde meinen Beruf auch heute wieder ergreifen, er ist sehr erfüllend, die Arbeit macht jeden Tag Sinn. Wenn Kinder schwer erkranken, ist das für Eltern immer eine außergewöhnliche Situation. Sie haben ein großes Bedürfnis nach ständig aktuellen Informationen über den Zustand ihres Kindes«.

»Die Pandemie macht es nicht leichter. Hier spielen sich manchmal durchaus nachvollziehbare Dramen ab«, sagt Springer. Die coronabedingt stark eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten können Eltern an ihre Grenzen bringen – nicht nur bei den Frühchen, von denen viele rund drei Monate auf der Kinderintensivstation bleiben müssen. Natürlich dürfen die Eltern jederzeit zu ihrem Kind, aber halt nur abwechselnd. Darauf reagieren die Pflegekräfte mit Kreativität: In einer ruhigen Phase kann dann schon mal eine Art Videokonferenz einen wenigstens digitalen Kontakt herstellen. Zeit ist in mehrfacher Hinsicht ein bedeutender Faktor in der Kinder- und Jugendmedizin. Kann eine Kinderklinik im Notfall nicht binnen des nötigen Zeitfensters angefahren werden, drohen den Patienten ernsthafte gesundheitliche Schäden. Das macht den Stellenwert der wohnortnahen Versorgung deutlich. »Wir können überleben, weil wir zu einem großen Klinikverbund gehören«, betont Dr. Wolf. Er und sein Team sind froh über die entstehende, neue Kinderklinik mit kleineren, familiäreren Zimmern für Kinder und Eltern.

»Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir den Neubau auch mit dem ausstatten könnten, was nicht in der Förderung enthalten ist«, hoffen er und sein Team. Erfreulicherweise lasse die Spendenbereitschaft nicht nach. Ihre Hilfe hat zum Beispiel schon die Anschaffung eines speziellen Ultraschallgeräts für Kinder und Jugendliche ermöglicht oder kann für eine kindgerechte Ausstattung von Spielzimmern oder Aufenthaltsräumen sorgen. Bei langen Aufenthalten werde die Kinderklinik für die jungen Patienten »zu einem zweiten Wohnort«, betont Dorothee Springer. »Dann muss sie Schutz und Wohlfühlcharakter bieten.«

Wer die Kinderklinik mit einer Spende unterstützen möchte, kann das tun mit einer Spende auf das Konto mit der IBAN DE23 7109 0000 0000 2014 80, Verwendung: Neue Kinderklinik TS 373223.

fb

Einstellungen