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Krankes Mädchen aus Russland macht Fortschritte – Auch Dank der Spenden unserer Leser

Die kleine Liza kann laufen

Es ist ein kleines, medizinisches Wunder: Die vierjährige Liza Anisimova aus Russland kann laufen – entgegen aller ärztlicher Prognosen. Und das ist auch ein Verdienst der Leser des Traunsteiner Tagblatts: Viele von ihnen hatten bei einer von der Zeitung initiierten Spendenaktion für das kranke Mädchen gespendet. Rund 15 000 Euro kamen damals zusammen. Geld, das dringend notwendige Behandlungen der kleinen Patientin möglich machte.

Die vierjährige Liza Anisimova hat es allen gezeigt: Sie kann laufen – entgegen aller Prognosen.

»Die Leute, die gespendet haben, sollen wissen, dass es Liza gut geht«: Es ist Marina Huber ein Anliegen, die Spender von damals zu informieren. Die Tante der kleinen Liza, ebenfalls eine gebürtige Russin, ist in Bergen verheiratet und hatte sich vor zwei Jahren verzweifelt an unsere Zeitungsredaktion gewandt. Inzwischen hat sich Dank der Hilfe aus Deutschland vieles zum Positiven verändert.

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»Liza stolpert zwar ab und zu, aber sie kann sich selbst bewegen«, sagt die glückliche Tante. Per Video-Telefon hat Marina Huber die ersten Schritte ihrer Nichte mitverfolgen können. Wenn sie Weihnachten zusammen mit ihrem Mann und den drei Kindern ihre Verwandten in Russland besuchen wird, wird sie Liza das erste Mal hautnah beim Gehen zusehen können.

Das kleine Mädchen hat bereits eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich. Als Liza acht Monate alt war, platzte ein Blutgefäß in ihrem Gehirn. Eine Notoperation rettete damals dem Baby das Leben. Doch der Leidensweg des Mädchens nahm damit erst seinen Anfang. Lizas rechte Gehirnhälfte arbeitete nicht mehr richtig, Lähmungen und epileptische Anfälle waren die Folge. Zahlreiche Krankenhausaufenthalte und drei weitere Eingriffe am Gehirn musste das Mädchen über sich ergehen lassen. Wenigstens war danach die Epilepsie verschwunden.

Mit den Spendengeldern aus Deutschland – unter anderem half auch die Organisation »Ein Herz für Kinder« – konnten Lizas Eltern ihr Kind an der Schön-Klinik in Vogtareuth behandeln lassen. »Zweimal war sie dort«, erzählt Marina Huber. Und es ließen sich zwei weitere Aufenthalte in einer ukrainischen Reha-Klinik finanzieren. »Nach der zweiten Behandlung in der Ukraine ist sie plötzlich gegangen«, berichtet Marina Huber.

Das gespendete Geld wird wohl noch für zwei weitere Reha-Aufenthalte in der Ukraine reichen. Behandlungen, die wichtig für Liza sind. Sie kann nach wie vor nicht sprechen und nur einen Arm bewegen.

Doch was bereits erreicht ist, das hätte sich die Familie des kleinen Mädchens nicht zu träumen gewagt. »Es ist ein wahnsinniges Ergebnis«, beteuert Marina Huber. Liza besucht zum Beispiel einmal in der Woche einen Kindergarten für Kinder mit Behinderung. »Sie versteht alles, sie tut alles, sie macht alles«, erzählt die Tante und fügt dann lachend hinzu: »Und sie ist ein ziemlicher Dickkopf.«

Liza hat sich auf den Weg gemacht in ein neues Leben. san