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»Die Kraft der Farben«

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Anfang der achtziger Jahre begann Anna Klammer-Nagy mit dem Malen, jetzt zeigt sie neuere Werke bis Sonntag in der Siegsdorfer Rathausgalerie. (Foto: Morgenroth)

Farbe, Fläche und Räumlichkeit: So könnte man die Themen und Inhalte umschreiben, mit denen sich die Malerin Anna Klammer-Nagy auseinandersetzt, wobei die »Kraft der Farben« dominiert. So lautet auch der Titel ihrer Ausstellung, die noch bis einschließlich Sonntag in der Rathausgalerie Siegsdorf zu sehen ist.


In ihrer ersten Ausstellung in der Rathausgalerie Siegsdorf im Jahr 1988 präsentierte Anna Klammer-Nagy überwiegend kleinformatige gegenständliche Ölgemälde und Aquarelle, vor allem Landschaften und Blumenstilleben. In den folgenden Jahren war sie als Aquarellistin mit Blumen- und Landschaftsmotiven sehr geschätzt und in vielen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen vertreten. Nach drei Jahrzehnten und als Anlass zu ihrem 70. Geburtstag in diesem Jahr sind nun in der Siegsdorfer Ausstellung ihre in diesem Jahr entstandenen großformatigen Arbeiten in Acryl mit dem Wagnis zur Abstraktion zu sehen.

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Seit 1980 lebt und arbeitet die Malerin in Siegsdorf. Ihr künstlerisches Arbeiten begann 1984 und seit 1987 ist sie freischaffende Malerin. Sie ist Mitglied im Kulturförderverein Prien und im Kunstverein Traunstein. Durch Teilnahmen an der Sommerakademie der bildenden Künste in Salzburg in den Jahren 1990 und 1991 sowie auf Schloss Goldegg bei Professor Fritz Itzinger im Jahre 1990 erweiterte sie ihre künstlerische Ausbildung. Die Zwiesprache mit der Natur ist für Anna Klammer-Nagy der Ausgangspunkt ihres malerischen Werkes. Für sie sind die Gestaltungskräfte der Erde, das Wachsen und Blühen, Fließen und Strömen, Erwärmen und Erkalten von gleichnishafter Bedeutung. Ihr Ringen um die Einsicht in diese geheimnisvollen Wirkkräfte und Naturgesetze führen sie zu ganz verschiedenartigen Weltinnenbildern.

Seit zwei Jahren sucht sie ihre sonst gern reduziert gehaltene Farbwertigkeit zu steigern. In den ausgestellten elf Gemälden zeigt sich mit einem Mal ein neuer Ton, und zwar ebenso in der Lust und Entschiedenheit der Formen wie in ihrer Farbgebung. Ihre abstrahierten Landschafts- und Blumenkompositionen entwickeln sich aus Erfahrungen, Begebenheiten sowie Erinnerungen. Kennzeichnend sind die oft fanfarenhaften Auftritte kräftiger Farben. Anna Klammer-Nagy wählt in ihren Gemälden vehemente Töne, harte Kontraste und fantastische Harmonien, deren Intensität und Dynamik nach heftigem Ausdruck verlangt.

Stets nahe an der Abstraktion verzichtet sie nicht auf landschaftliche Assoziationen. Irgendwo in den Gemälden entdeckt man Wasser, einen Wasserfall, einen Fluss oder ein Gebirge, einen Hügel, einen Abgrund, eine Schlucht, eine Schneedecke, eine Lawine einen Gletscher oder eine Blüte. Wie zufällig treten Gesichter oder Tierformen hervor. Die Farben Weiß und Schwarz sind für die Malerin so voller Bedeutung und Reiz, dass sie sie immer wieder variiert und zu dominanten Bildbestandteilen werden lässt. Die Dominanz der Abstufungen von Blau- und Grüntönen sowie von Weiß- und Schwarztönen in den Arbeiten erzeugen einen außerordentlich wirkungsvollen Farbklang. Wie Begleitakkorde dazu klingen etwas Rot, Gelb oder Ocker. Manche von Klammer-Nagys Arbeiten sind geheimnisvoll. Sie führen ins Unbekannte, lassen Spielraum für Träume und eigene Interpretationen.

Die Ausstellung ist bis Sonntag täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Die Künstlerin ist zu den Öffnungszeiten persönlich anwesend. Gabriele Morgenroth