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Die Lehrer spielen gekonnt auf

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Thomas Hartmann (Klavier) und Johann Schmuck (Bassposaune und Alphorn) trieben ihre Zuhörer in Hartmanns Eigenkomposition durch sämtliche Musikstile, dann präsentierten sie ungewöhnliche Möglichkeiten von Klavier als Zupfinstrument und Alphorn als Schlagwerk. (Foto: Flug)

16 musizierende Musiklehrer der Musikschule Grassau haben bei ihrem Konzert Genuss und vor allem großen Spaß an einen besonderen Ort – das Anwesen Sawallisch – gebracht. Zuerst spielten sie ein wunderbares Konzert, dann musizierten sie ausgelassen im gemütlichen Miteinander.


Sebastian Krause, Hans Schmuck und Wolfgang Diem begrüßten als Alphorntrio die Gäste, die aus dem Ort den Weg zur Veranstaltung »Die Lehrer spielen auf« zum Anwesen Sawallisch hinaufstiegen. Das Quartett aus Livia Teuer, Stefanie Menter, Marlene Noichl mit ihren Klarinetten und Gabi Oder mit der Bassklarinette feierte zum Konzertauftakt »Die Ankunft der Königin von Saba« von Georg Friedrich Händel. Wunderbar das Zusammenspiel, wie die harmonischen Bewegungen der Klarinettistinnen den Klang harmonisch im großen Raum verteilten.

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Gelungener Auftritt mit Horn und Altposaune

Michael Haydns Doppelkonzert für Horn und Posaune in D-Dur Adagio, Allegro molto, spielten im Anschluss Sebastian Krause (Horn) und Wolfgang Diem (Altposaune), begleitet von Beatrice von Kutschenbach am Klavier. Selbst den beiden Bläsern blieb am Ende nichts anderes, als sich mit einem glücklichen Nicken den gelungenen Auftritt zu bescheinigen – der lang anhaltende Beifall bewies: Das Publikum sah es genauso.

Sebastian Krause spielte gleich noch einmal im Grassauer Hornquartett, das aus den sechs Quartettsätzen von Franz Strauß Andante, Rondino a la Chasse spielte. Die jungen Hornisten Maria Aicher, Theresa Weingartner, Josef Schillinger und Sebastian Krause spielten wunderbar miteinander, bewältigten schwierige Einsätze und waren sicher in herausfordernden Sätzen. So gab es am Ende Beifall vom Publikum und von Sebastian Krause für die Mitspieler.

Der Rhythmus war zwar teilweise schon recht flott, das Konzert klang bis dahin aber eher klassisch und ernst. Das änderte sich mit Stefan Fußeder am Akkordeon: Seine Variationen über das russische Volkslied »Schwarze Augen« von Rudolf Würthner rissen das Publikum geradezu mit. Rasende Läufe auf Tasten und Knöpfen, dann wieder leise, zarte, sehnsuchtsvolle Passagen, mal das große Gefühl, dann überbordende Wucht. Kräftiger Beifall und Beifallsrufe waren der Dank des Publikums.

Lustig ging es bereits in der Anmoderation des nächsten Stückes zu. Thomas Hartmann hatte die erste Seite von »Johann am Berg« 2012 passend zu einer Hochzeit im Freundeskreis fertig komponiert, berichtete er selbst. In der Folge habe es gestockt und monatelang pausiert, dann sei es weitergegangen, einfach, weil eine Kindersendung des Sohnes neuen Antrieb gab.

Zwei Notenständer für die vielen Blätter

Am Ende baute Bassposaunist Johann Schmuck zwei Notenständer nebeneinander auf, um die vielen Notenblätter zur derzeitigen Premiere unterzubringen. Am Beginn saß er ganz links vor dem ersten Blatt, am Ende einen Meter weiter am letzten. Dazwischen lag ein minutenlanger großer Spaß. Mal donnerte das Stück klassisch, dann klang es wie ein Kinderlied, da glitt es in Jazz und Swing, dann über Popklänge zurück in die Klassik. Mal kam es zart daher oder leicht, dann wieder drückend oder machtvoll. Das alles boten Hartmann und Schmuck mit fließenden Übergängen im trefflichen Zusammenspiel von Piano und Posaune. Der Spaß der beiden Musiker steckte das Publikum an und war ein wunderbares Finale des Konzertteils am Abend.

Wegen des Wetters spielte die Tanzl-Musi mit Sigi Meier (Harfe), Marlene Noichl, Steffi Menter und Doris Noichl (alle Klarinette), Otto Dufter (Diatonische) Karoline Schmid (Kontrabass) sowie Wolfgang Diem (Flügelhorn) anschließend im Saal. Den Schlussakzent setzten Stefan Fußeder mit seinem Akkordeon, Thomas Hartmann am Klavier und Johann Schmuck mit dem Alphorn. Es war ein großer Musikabend – da waren sich Musiker und Publikum einig. Ludwig Flug