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Die Maria vom Zimmerlenzenanger

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Maria Reiser und ihre Band fühlten sich bei ihrem ersten Auftritt im Cafe Weinmüller in Siegsdorf sofort wie daheim und machten herzhaft-deftige Musik. (Foto: Kewitsch)

Kernig, kernig, Frau Reiser: Kaum erklingen die ersten Töne im Weinmüller – die Musikerin Maria Reiser steht erstmals in Siegsdorf auf der Bühne – nimmt sie das Cafe im Sturm. Sie hat keine Berührungsängste, barfüßig und frech steht sie da. Stramm, herzhaft und deftig meldet sie sich musikalisch zu Wort. Man spürt es: die Frau hat Power.


Damit gar nicht erst Zweifel aufkommen, prescht sie mit »Bolizei« gleich auch mal staatsgewaltig voran. Es folgt der »Zimmerlenzenanger«, ein kleiner schelmischer Querverweis auf ihre Heimat. Getrieben von der Tuba und vom Schlagzeug des Ehemannes Stephan geht es in einem Mix aus »LaBrassBanda« und Alison Morisette weiter im Programm. Der Stil bleibt stets eigenständig, das Bayrische ist unverkennbar und dennoch führt eine Spur immer nach Südafrika oder in die weite Welt hinaus. Welt ist für Maria nämlich mehr als nur ein Ort.

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Welt ist Inspiration, unter Umständen jeweils ein stückweit Heimat, auf jeden Fall aber ein Quell der Erfahrung, von welcher sie in ihrem Leben gezehrt hat. Wunderschön zu erleben ist das im Song »Mein Land« aus dem Album »Bayern Delüxe«. Das Konzert im Kulturwohnzimmer Weinmüller zieht eine rote Spur durch die Vita von Maria Reiser. Sie ist keck genug, um aufmüpfig die »Weißbierkeiwe« (Weißbiertrinkende Männer) ins rechte Licht zu stellen, rasant bereit für die »Wurschtsemme-Disko«, die an Kofelgschroa erinnert und bei »Mamas Hüttn« wieder sanftmütig wie bei »Mein Land«. Zwischendrin jodelt und flachst sie sich unbeeindruckt durch den Abend. Das Publikum nimmt es dankbar auf, die Stimmung steigt, es wird getanzt und Zugaben eingefordert. Alles in allem ein tolles und erfolgreiches Debüt von Maria Reiser und ihrer Band in Siegsdorf. Alle Ehre, Frau Reiser. Udo Kewitsch