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Die medizinische Versorgung in Sochi passt

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Sochi ist noch eine einzige Baustelle. Fotos: privat
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Die deutschen Rennrodler waren im Rahmen der internationalen Trainingswoche als Interviewpartner gefragt.

Sochi/Russland - Olympische Winterspiele der Superlative kündigen sich für 2014 im russischen Sochi am Schwarzen Meer an. Aus den Retortendestinationen wuchsen beachtenswerte Sportstätten und auch an der weiteren Infrastruktur wird heftig gearbeitet. »Wie ein Volk von fleißigen Ameisen bewegten sich die russischen Arbeiter rund um Sochi«, sagt der Berchtesgadener Dr. Lutz Kistenmacher, Verbandsarzt des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland (BSD). Der Verbandsarzt durfte sich kürzlich im Rahmen der internationalen Trainingswoche einen Überblick über die medizinischen Verhältnisse am künftigen Olympiaort machen. Die Kunsteisbahn hielt allen Testfahrten stand und auch für die Sicherheit der Aktiven wird von den Russen gesorgt.


Dr. Kistenmacher von der fachübergreifenden und überörtlichen Gemeinschaftspraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie Chiemgau/Berchtesgadener Land konnte sich mit den in Sochi trainierenden Rennrodlern ein Bild vom Zustand an der Olympiabahn machen. Der Arzt hält Sicherheits-Kontrollen zwar für durchaus angebracht, aber in Sochi übertreibt man es schon fast. »Es wird überall kontrolliert, ohne Akkreditierung kommt man nirgendwo hin«, sagt Kistenmacher. Auch herrscht fast überall Fotografier-Verbot. Schließlich liegt die offene georgische Grenze nur etwa fünf Kilometer von der Kunsteisbahn entfernt. Da möchten die Russen keine unangenehme Überraschung aus der Nachbarschaft erfahren.

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Medizinisch war die Trainingswoche von den Russen gut betreut worden. So standen an mehreren Stellen der Bahn richtige Rettungswägen, die europäischem Standard entsprechen. Auch die Versorgungskette sei in Ordnung gewesen, erklärt Dr. Kistenmacher. Vor schlimmeren Verletzungen seien die Aktiven verschont geblieben, kleinere Blessuren wurden behandelt. »Da herrschte in Vancouver/Whistler ein ganz anderes Gefährdungspotenzial für die Sportler«, erinnert sich der Mediziner.

Der Bahnbetrieb läuft zwar, aber alles drumherum ist eine Riesenbaustelle. Gewohnt hat die Delegation allerdings bereits komfortabel: »Die haben an einem Flusslauf an der Talsohle einen Hotelkomplex wie Disneyland gebaut, die Unterbringung und auch die Verpflegung waren top«, sagt Kistenmacher.

Probleme bereite die Verständigung: »Die Russen meinen, man müsse in ihrer Sprache sprechen. Mit Englisch kommt man nur in den Hotels weiter«, weiß der Verbandsarzt. Die wichtigste Erkenntnis aus den Tagen in Russland war jedoch, dass die medizinische Versorgung auch bei möglichen Notfällen passt. »Das ist sehr positiv«, befand Dr. Lutz Kistenmacher. cw

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