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»Die Musik ist die Dienerin des Textes«

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»Da Huawa, da Meier und I« bei ihrem Auftritt in Holzhausen bei Teisendorf. (Foto: RoHa-Fotothek Fürmann)

»Die Musik ist die Dienerin des Textes!« In ihrem neuen, vollauf begeisternden Programm »Zeit is a Matz« brachten die Musikkabarettisten »Da Huawa, da Meier und I« beim Pfingstfest in Holzhausen dieses Prinzip ihrer Arbeit ausdrucksstark auf die Bühne.


Es hat sich gelohnt, dass sich Texter und Komponist Christian Maier (»Da Huawa«) aus Unterunsbach in Niederbayern wieder mehrere Wochen lang seine »Auszeit« genommen und in Ruhe die Texte und Melodien geschrieben hat. »Jeder Text hat seine ureigene Melodie. Diese Melodie bringe ich dann zu Papier für ein neues Lied. Nicht mit dem Zeigefinger wollen wir drohen, sondern der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, in dem sich jeder dann selber ein Bild machen kann!«

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Christian Maier betont dabei, dass ihm bei seiner Arbeit als Textschreiber und Komponist der hintersinnig-bayerische Humor zu Hilfe kommt, es spannend macht, man im Hören das »Hirn einschalten« muss, um die Aussage richtig zu verstehen. Nie jemanden verletzen, sondern zum Nachdenken und Überdenken auffordern – das wollen die Drei. Seit nunmehr 16 Jahren stehen sie gemeinsam auf der Bühne und füllen Hallen und Bierzelte.

»Zeit is a Matz, soids vergehn, dann bleibts stehn! War’s aber so scheen, duads vergehn…« Mit ihrem ersten Lied geben sie dem Abend in Holzhausen die Richtung, die immer wieder auf die »Zeit« eingeht, jegliche Art von Zeit! »Die 16 gemeinsamen Jahre sind vergangen wie im Flug«. Weiter machen sie mit einer kleinen Zeitreise 500 Jahre zurück zum Reinheitsgebot und stellen den Zuhörern all jene Zutaten vor, die vor dem Reinheitsgebot im Bier landen durften. »Da treibt es mir das Schauern über den Rücken«, so ein Zuhörer, was die alles verwendet haben!«

Es folgte eine kleine Zeitreise in die Kindheit mit viel Blödsinn und Bonanzaradl. Die drei Musikkabarettisten verstanden es, im bayerischen Dialekt mit Mimik und Komik mit ganz einfachen Accessoires und Gesten die Gedanken in ihren Texten zu unterstreichen. Dazu beherrschen sie ihre Instrumente wie Trompete, Gitarre, Schlagzeug oder Maultrommel in Perfektion. Das Publikum im voll besetzten Bierzelt dankte mit ungeteilter Aufmerksamkeit bis zum Schluss. Ein paar kleine, gekonnt professionell überspielte Texthänger verzieh das Publikum gerne, bekam es in Holzhausen ein komplett neues Programm zu sehen und zu hören.

Die Drei nahmen die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung zur Fahreignung) auf die Schippe und schickten gerne den nicht den Radweg benutzenden Radler zu dieser Untersuchung; den Autofahrer, der auf der Autobahn nur die mittlere Fahrbahn zu kennen scheint; denjenigen, der für die vielen McDonalds-Tüten im Straßengraben sorgt und den bayerischen Wirt, der Beck’s-Bier ausschenkt. Sie griffen das Thema Rauschgift genauso auf wie die Pünktlichkeit der Handwerker. Ihre Vielseitigkeit bewiesen sie mit bayerischer Musik, Reggae, Rock’n‘Roll und Blues, reisten nach Texas mit »Korruptione« und gaben einen Song sogar in Englisch zum Besten. Mit dem Lied vom Boandlkrama und dem die Zuschauer mitreißenden »Bauernblues« verabschieden sich die Drei nach mehr als dreieinhalb Stunden Programm von den begeisterten Zuschauern im Bierzelt in Holzhausen.

Im nächsten Jahr gastiert Helmut A. Binser, der zum Abschluss des Abends bereits eine kleine Kostprobe seines Könnens gab. Rosi Fürmann