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Die Musikalische Bildung ist auch im Chiemgau stark aufgestellt

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Unser Foto zeigt (v. l.) Alexander Porschke (Geschäftsstelle), Eva Maria Borgard (Pressearbeit), Landrat Hermann Steinmaßl (Vorsitzender), Augustin Spiel (künstlerische Leitung) und Christian Hußmann (Geschäftsstelle). (Foto: Gabi Rasch)

Der Musiksommer zwischen Inn und Salzach kommt auch in der kommenden Spielsaison der grundsätzlichen Intention seines Gründervaters Franz Zech in bewährter Weise nach, nämlich die architektonischen Schätze mit Konzerten zum Klingen zu bringen. Zwischen dem 5. Mai und dem 21. September wird die Veranstaltungsreihe wieder ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm mit neuen Formaten und jungen Künstlern anbieten.


Die 35 über die Region verteilten Konzerte geben in den Augen des künstlerischen Leiters Augustin Spiel auch Aufschluss darüber, dass auch der Chiemgau mit musikalischer Begeisterung und künstlerischen Fertigkeiten gesegnet ist. »In der Region hält sich eine ganz ernst zu nehmende musikalische Potenz auf«, sagte Spiel bei einer Pressekonferenz im Traunsteiner Parkhotel zum Auftakt der Veranstaltungsreihe. Etwa die Hälfte der Interpreten und Ensembles kommen aus der Region.

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Auch bei der mittlerweile 37. Auflage haben die Verantwortlichen inhaltlich wieder unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt: Ob große Kirchenkonzerte mit Chor und Orchester wie etwa die Messen Joseph Haydns, geistliche Musik in kleinen, meist Originalklang-Formationen, Konzertabende unter freiem Himmel oder hochkarätige Kammermusik, dargeboten von ARD-Preisträgern, den Stipendiaten des Bayerischen Rundfunks oder dem Henschel Quartett. Der Salzburger Domchor und die Salzburger Dommusik, der Orpheus Chor München, das Bach Collegium Wasserburg und der Wasserburger Bach-Chor werden die großartigen Kirchenräume zum Klingen bringen. Aber auch die profane Musik steht dem nicht nach. Die Munich Opera Horns, die Bad Reichenhaller Philharmonie, das Grassauer Blechbläser Ensemble und die Traunsteiner Harfenistin Silke Aichhorn garantieren einen Hör- und Erlebnisgenuss. Neu unter den Ensembles ist diese Konzertsaison die Philharmonie Salzburg, die in Tittmoning eine Burghofserenade geben wird. Es wird auch wieder ein Benefizkonzert mit dem Polizeiorchester Bayern geben.

Neue Formate

Mit Quadro Nuevo und ihrer neuen CD »End of the Rainbow«, der bayerischen Volksoper »Der Goggolori« und »Siegfried und Violetta – List, Last, Lust und Lunge« zum 200. Geburtstag von Wagner und Verdi schlägt der Musiksommer ganz andere Töne an. Bereits vor Jahren wurde mit Hans Berger und seinem Ensemble qualitativ hochwertige Volksmusik erfolgreich in den Musiksommer integriert. Das Konzert mit dem Abendländischen Marien-Oratorium war im letzten Jahr binnen kürzester Zeit ausverkauft. Dieses Jahr gastiert Hans Berger im Dom zu Ebbs.

Anlässlich der Oberbayerischen Kulturtage und Jugendkulturtage, die heuer vom 13. bis 20. Juli im Landkreis Traunstein stattfinden, wird das Chiemgau Jugendsinfonie-Orchesters im Rahmen des Musiksommers am 19. Juli im k1 in Traunreut ein besonderes Konzert geben. Der Traunwalchner Pianist und Komponist Thomas Hartmann hat mit »Sketches of Paradise« dazu ein Werk komponiert, das an diesem Abend uraufgeführt wird.

Nach Angaben der Organisatoren werden in dieser Konzertsaison erstmals junge Musiker aus der Region auftreten. Den Anfang macht das Orff-Quartett unter der Leitung von Alexander Krins, Musiklehrer an der Sing- und Musikschule Traunwalchen, das das Abschlusskonzert im September in der Filialkirche Sankt Walburg in Seeon bestreiten wird. In Seeon beginnt auch die musikalische Musiksommer-Reise: Im Rahmen einer Matinee gastieren am 5. Mai um 11 Uhr im Festsaal die Stipendiaten der Orchesterakademie des Bayerischen Rundfunks.

Für den Vorsitzenden des Musiksommers, Landrat Hermann Steinmaßl, liegt der besondere Charme der Veranstaltungsreihe im erfolgreichen Zusammenwirken von vielen begeisterten Musikschaffenden. Die Konzertreihe sei ein kultureller Auftrag; sie wird vom Freistaat Bayern, den beteiligten Gemeinden, Kirchenstiftungen sowie vielen Ehrenamtlichen, dem Förderverein und Sponsoren aus der Wirtschaft getragen. Gerade die nicht kommerzielle Ausrichtung des Musiksommers und die pure Freude an der Musik bringe so viele engagierte Kräfte zusammen. »Jetzt sind wir 37 Jahre unterwegs«, sagte Steinmaßl und erinnerte daran, dass es in der Anfangsphase viele Grundsatzfragen und Durchhänger gegeben habe, wobei die Veranstaltungsreihe damals fast konkurrenzlos gewesen sei. Mit knapp 8000 Besuchern konnte in der Spielsaison 2012 im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 40 Prozent erreicht werden. Diese Steigerung zeige, so Steinmaßl, dass man auch ein neues Publikum dazugewinnen konnte. Im Durchschnitt kamen 233 Besucher zu den insgesamt 35 Konzerten. Der Vorsitzende erinnerte auch an den im Februar dieses Jahres verstorbenen Ehrenpräsidenten des Fördervereins »Freunde des Musiksommers zwischen Inn und Salzach«, Professor Wolfgang Sawallisch. Der ehemalige Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper sei dem Musiksommer immer ein guter Freund gewesen, sagte Steinmaßl. ga