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Staffel-Erfolg am Chiemsee: TVT-Triathlet Christian Vordermayer (Mitte) gewannzusammen mit dem Grabenstätter Florian Wiesholler und Lena Schmidt beim Chiemsee-Triathlon den Mixed-Wettbewerb über die Mitteldistanz. In der Gesamtwertung der Staffeln kam das Team »Oraldesign-Chiemsee« auf Platz zwei. (Foto: Sportshot)

Die Nervosität steigt von Tag zu Tag

Der Countdown läuft! In etwas mehr als zwei Monaten geht es für Christian Vordermayer nach Hawaii. Für den Hobbysportler vom TV Traunstein erfüllt sich dann endlich ein ganz großer Traum: Er wird in Kona bei der legendären Ironman-WM über die 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,195 km Laufen starten. 


Dafür hatte er sich ja schon 2019 beim Ironman Malaysia qualifiziert. Die vergangenen beiden Jahre machte dem TVT-Sportler nun aber die Corona-Pandemie jeweils einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, das Rennen konnte zweimal nicht stattfinden – im dritten Anlauf soll es nun aber soweit sein!

»Auf der einen Seite freue ich mich riesig darauf«, betonte der 45-Jährige im Gespräch mit unserer Sportredaktion, »auf der anderen Seite bin ich aber auch schon sehr nervös und einfach froh, wenn es dann rum ist.« Denn der Druck, den er sich letztlich selber mache, sei schon hoch, lachte er. »Ich will unbedingt in der Form meines Lebens sein und das Rennen vor allem auch ins Ziel bringen.« Schließlich arbeite er nun schon Jahre hart auf diesen einen Tag in Kona hin. »Und dabei muss ich Arbeit, Familie und Training auch unter einen Hut bringen.« Das sei alles nicht so einfach, ergänzte er.

Die Trainingspläne seines Coaches Matthias Fritsch sind jedenfalls schon seit vergangenem Jahr auf Hawaii ausgerichtet. »Aktuell ist meine Form nicht schlecht«, freut sich der Ausdauersportler. Er haderte zuletzt aber auch einige Male mit seinen Leistungen. Zunächst sei er nicht so gut über den Winter gekommen, berichtete er. Mehrere Erkältungen und eine kleinere Operation warfen ihn immer wieder einige Tage in seinem Plan zurück.

Den ersten Formcheck gab's dann vor wenigen Wochen beim Ironman 70.3 Rapperswil – also einem Mitteldistanzrennen über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen – in der Schweiz. Das Schwimmen und der Lauf bei 38 Grad Hitze seien in Ordnung gewesen, fasste der Ausdauersportler zusammen. »Aber mit meiner Radform habe ich dort wirklich gehadert«, berichtete er. Nach 5:25:24 Stunden kam er ins Ziel, wurde damit 56. seiner Altersklasse.

Eine Woche später startete er dann beim Chiemsee-Triathlon in einer Mixed-Staffel. Dort steckte ihm das Hitzerennen in der Schweiz noch in den Knochen – und so musste er auf der dritten und letzten Radrunde mit Krämpfen kämpfen. »Das war schon extrem«, betonte er. Doch zusammen mit Lena Schmidt (Schwimmerin) und dem Grabenstätter Florian Wiesholler (Läufer) holte er sich im Mixed-Wettbewerb den ersten Platz – eine starke Leistung! Dass die Richtung für die Ironman-WM Hawaii stimmt, unterstrich Christian Vordermayer dann auch noch einmal beim Traunreuter Stadtlauf. Dort lief er die 5 km in einer neuen persönlichen Bestzeit! »Ich habe da relativ spontan mitgemacht«, erzählte der Marwanger. Davor hatte er noch harte Radintervalle absolviert. »Ich habe in der Tat nicht geglaubt, dass das dann so gut geht«, freute er sich. Der letzte Formtest vor der Reise auf die Insel im Pazifik steht für ihn nun beim Ironman 70.3 Zell am See am 28. August bevor.

Übrigens: Christian Vordermayer tut mit seinem Hawaii-Start auch Gutes. Die Logos von verschiedenen Unternehmen sind auf seinem Wettkampfanzug zu sehen. Die Einnahmen spendet er komplett an den Irmengard-Hof am Chiemsee. Es sei bereits eine beträchtliche Summe zusammengekommen, sagte er stolz. Die Einrichtung der Björn-Schulz-Stiftung kümmert sich um schwerkranke Kinder mit ihren Familien. »Das ist eines meiner schönsten Projekte.«

SB