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DASMAXIMUM gibt Walter De Maria und Blinky Palermo in der »Neuen Halle« ein Zuhause

Die neuen Nachbarn der Frau Ultramarin

Natürlich hatten Peter Lämmerhirdt und Robert Anzeneder vom Freundes- und Förderkreis DASMAXIMUM ihr Erscheinen zugesagt, als Birgit Löffler zur Eröffnung der »Neuen Halle« ihres Traunreuter Museums eingeladen hatte. Dann aber waren auch so honorable Persönlichkeiten wie Rachel Salamander, Stephanie von Pfuel oder Romancier Norbert Niemann unter den rund 200 Eröffnungs-Gästen.

Die soeben eröffnete »Neue Halle« des nun kompletten Museums DASMAXIMUM bewacht John Chamberlains (1986-2008) Alufolien-Skulptur »Hairlesschiffon«. (Foto: Gärtner)

Lediglich der Stifter selbst, Heiner Friedrich, musste wegen eines wichtigen Termins in Übersee absagen, als die Komplettierung seines einzigartigen Stifter-Opus, einer »Insel der Kunst zwischen Salzburg und München«, fröhlich gefeiert wurde. Seine Schwester Heike Friedrich überbrachte die Grüße des Ferngebliebenen, der sich um Traunreuts »Glücksfall« und »Juwel« – so der zu Recht stolze Zweite Bürgermeister Hans-Peter Dangschat in seiner Begrüßungsrede – ein ehrendes Gedenken, auch der gesamten Kunstwelt, sicherte.

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Ein langjähriger Traum Heiner Friedrichs sei, so dessen Schwester, in Erfüllung gegangen. Friedrich hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Einrichtung der »Neuen Halle« maßgeblich mitzuwirken. Es geht bei DASMAXIMUM ja nicht um Wechsel-Ausstellungen, sondern um eine »dauerhafte Setzung« von Kunstwerken ab 1945. So war bereits 2011 das Konzept klar: DASMAXIMUM ist ein Künstlermuseum und, ganz entscheidend, ein Tageslichtmuseum, zurückzuführen auf mäzenatisches Handeln. Die Kunsthistorikerin Birgit Löffler hat sich anlässlich der Eröffnung der »Neuen Halle« große Verdienste um das auf mehrere Gebäude verteilte, einzigartige Museum für Gegenwartskunst erworben, vollkommen nach der Direktive des Stifters, der »Kunst Öffentlichkeit zu verleihen« – als »das Wichtigste, was wir im Raum der Kultur schaffen können«.

Ab sofort haben Georg Baselitz‘ hölzerne »Frau Ultramarin« (2004), John Chamberlains stahlblecherne »Lorelei« (1982), Dan Flavins »European Couples« (1966-71), Uwe Lausens »Adam« (1965), Maria Zerres‘ »Siddharta« (2010), Imi Knoebels Serien und Andy Warhols Extreme (die nirgendwo auf der Welt zu sehen sind) neue Nachbarn bekommen.

In der 800 Quadratmeter großen vierten Halle sind Schlüsselwerke des US-amerikanischen Künstlers Walter De Maria (1935-2013) und einen »breiten Überblick über das Schaffen« bietende Arbeiten des gebürtigen Leipzigers Blinky Palermo zu sehen, der, Meisterschüler von Joseph Beuys, 1977 starb. John Chamberlains Alufolien-Skulptur »Hairlesschiffon« bewacht das neue Zuhause. Chefkuratorin Corinna Thierolf ermunterte in ihrer Eröffnungsrede unter freiem Himmel eine gespannt lauschende Zuhörerschaft mit ausführlichen Werkanalysen, sich den ebenso »hochpolitischen« wie poetisch deklarierten Schöpfungen beider Traunreuter Neuzugänge betrachtend und denkend zu widmen.

DASMAXIMUM in Traunreut (www.dasmaximum.com) hat am Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr (bis 29. Oktober) geöffnet, vom 30. Oktober bis 25. März am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 16 Uhr. Den ganzen Dezember und an Neujahr ist DASMAXIMUM geschlossen. Gruppenführungen sind nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 08669/1203713 möglich. Hans Gärtner