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Die Null steht: Bei HSV und 1899 macht man sich Mut

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Ernüchterung
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Vor welchen Problemen der HSV steht wurde Rafael van der Vaart beim 2:3 gegen Frankfurt klar. Foto: Fredrik von Erichsen Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Rafael van Vaart kann den taumelnden HSV nicht so schnell in die Spur bringen, Tim Wiese stürzt die TSG 1899 Hofffenheim noch tiefer in die Krise. Bei den beiden Clubs am Tabellenende der Fußball-Bundesliga heißt es nach drei Spieltagen: Die Null steht - was die Punkte angeht.


«Es ist noch ein langer Weg», sagte Hoffnungsträger van der Vaart nach der 2:3-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. Ex-Nationaltorwart Wiese blieb auch am Tag nach dem 3:5 (1:2) im Baden-Derby in Freiburg, das er mit zwei dicken Patzern mit verschuldet hat, stumm. Dafür wird Trainer Markus Babbel seinen Managerposten abgeben.

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Der beim HSV wie ein Heilsbringer empfangene van der Vaart ist endlich da, doch die Probleme beim Bundesliga-Dino bleiben auch mit dem Publikumsliebling: eine wackelige Abwehr, kein torgefährlicher Stürmer und ein latenter Hang zur Schönfärberei. «Der Abstiegskampf ist nur eine Momentaufnahme», sagte Sportchef Frank Arnesen - wenn er sich da mal nicht täuscht.

Zwar zeigten die Hamburger am Sonntagabend nach der umstrittenen Roten Karte für Mittelfeldspieler Petr Jiracek (45.+1 Minute) eine «unglaubliche Moral», wie Arnesen lobte. Doch besonders in der Anfangsphase ließen sie gut 20 Minuten lang auch jegliche Bundesliga-Tauglichkeit vermissen. «Der Start war ein Alptraum», gestand auch van der Vaart.

Dass es nicht einfach werden würde, den taumelnden HSV wieder in die Spur zu bringen, war van der Vaart zuvor bewusst. Doch in seinen ersten Bundesliga-Minuten seit dem 17. Mai 2008 wurde auch dem 29-Jährigen klar, wie schwer die Aufgabe für ihn tatsächlich wird. «Wenn wir gegen Dortmund genauso spielen wie in den ersten 20 Minuten, bekommen wir gleich drei Gegentore», sagte van der Vaart mit Blick auf das kommende Wochenende ernüchtert.

Doch dann besann er sich auf seine Rolle als neuer Stimmungsmacher beim Tabellenvorletzten und versuchte, Zuversicht zu verbreiten. «In Unterzahl haben wir einen anderen HSV gesehen», sagte der Mittelfeldstratege, der unermüdlich rackerte und den Treffer des Südkoreaners Son Heung-Min zum 2:3-Endstand mustergültig vorbereitete. «Rafa war sicherlich der beste Spieler auf dem Platz», meinte Arnesen - und übertrieb damit erneut ein wenig. Mit Dortmund, Gladbach und Hannover hält der Spielplan jetzt drei schwierige Aufgaben parat. «Warum sollen wir gegen den BVB nicht für eine Überraschung sorgen?», fragte der die zweite Halbzeit auf die Tribüne verbannte Trainer Thorsten Fink keck.

Markus Babbel darf zumindest im nächsten Heimspiel am Sonntag gegen Hannover 96 noch auf der Bank der derzeitigen TSG 1899 Hoffnungslos sitzen. Der 40-Jährige wird aber seinen Managerjob beim Tabellenschlusslicht abtreten. Babbel ist mit diesem Anliegen auf die Gesellschafter zugegangen. «Ich bin Trainer, das macht mir mehr Spaß», erklärte er. Nach Angaben des Fachmagazins «Kicker» sind der frühere Schalker Manager Andreas Müller und Bayerns Ex-Sportdirektor Christian Nerlinger heiße Kandidaten für den Posten.

Mäzen Dietmar Hopp («Ich habe volles Vertrauen zu Markus Babbel») hatte dem Trainer zuletzt den Rücken gestärkt. «Das freut einen, wenn man weiß, dass die Leute im Hintergrund ruhig sind», sagte Babbel. «Aber ich kenne natürlich das Geschäft.» Einen Trainerwechsel diese Woche, so ein Sprecher Hoffenheims, könne man zu 100 Prozent ausschließen.

Nach dem Null-Punkte-Start und dem blamablen Pokal-Aus stehen 15 Gegentore zu Buche. Dabei sollte Ex-Nationaltorwart Tim Wiese, den Babbel auch noch zum Kapitän gemacht hatte, zur großen Führungspersönlichkeit werden. «Wiese, Wiese ha ha ha!», tönte es am Sonntag durchs Freiburger Stadion, nachdem der Ex-Bremer vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw zwei Gegentore verschuldet hatte. «Ich habe ihm gesagt: So etwas kann passieren. Torwartfehler werden brutal bestraft», sagte Babbel zu Wieses Situation.