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Bewerbungstrainer Christian Kraup gab den Isinger Gymnasiasten jede Menge Tipps und übte mit ihnen den Ernstfall

Die richtige Vorbereitung für das Vorstellungsgespräch

Chieming – Gespannte Stille im Klassenzimmer: Die Isinger Elftklässler schauten angestrengt auf eine Zahlenfolge auf dem Blatt vor ihnen, versuchten ein System hinter den scheinbar unlogischen Kombinationen zu finden, blickten nur hin und wieder grübelnd in die Runde. Nach nur einer Minute ertönte das Signal zum Umblättern und schon begann die nächste Aufgabe, diesmal ging es um dreidimensionales Sehen. »Vorbereitung ist alles«, sagte Christian Kraup, Bewerbungstrainer der AOK, zu den Isinger Gymnasiasten: »Man kann sich auch auf komplizierte Fragen und Aufgaben einstellen. Ruhe bewahren.«

Beim Bewerbungstraining am Isinger Gymnasium mussten die Schüler aus vorgegebenen Karten auch einen Satz zusammenstellen.

Bewerbungstrainer Kraup war am Landschulheim Schloss Ising, um den Isinger Schülern Tipps und Tricks für ihre späteren Bewerbungen mitzugeben. Denn zu den gymnasialen Projekt-Seminaren in der Oberstufe gehört es auch, sich auf Bewerbungsgespräche und Auswahlverfahren wie das Assessment-Center vorzubereiten, die mittlerweile zunehmend zum Standard größerer Firmen gehören. Hierfür ließ Kraup die Elftklässler praxisnah üben.

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Die Schüler sollen einen komplizierten Satz zusammenstellen – aus einer vorgegebenen Menge von ausgedruckten und laminierten Wörtern. Jeder dachte, dass es dabei vor allem darum geht, möglichst rasch zu arbeiten. Falsch gedacht, denn Bewerbungstrainer Kraup hatte vorher jeweils einem Teamleiter heimlich die Aufgabe gegeben, die einzelnen Gruppenmitglieder zu beobachten und danach darüber zu berichten. Und siehe da – in fast jeder Gruppe gab es jeweils einen eher stillen, offensiven, chaotischen oder strukturierten Charakter, der seinen Teil zum Gelingen beitrug. Über das Ergebnis dieser »Spionage« schmunzelten die Schüler und konnten so noch einmal sehen, worauf es ankommt. Dass man in der Realität aber mit seiner Konkurrenz und nicht mit seinen Freunden ein Team bilden und zusammenarbeiten muss, empfanden alle als eine zukünftige Herausforderung.

»Ruhe bewahren und nicht den Kopf verlieren« – leicht gesagt, den nun mussten die Schüler Dokumente in Form von Terminen, Aufgaben oder Notizen, aber auch überflüssige Prospekte oder Werbung arbeitsökonomisch sinnvoll sortieren. Bei diesen sogenannten Postkorbaufgaben erkannten die Schüler, dass es weniger darum geht, in der vorgegebenen Zeit alle Aufgaben zu lösen, sondern darum, die bewusst knapp gesetzte Arbeitszeit gut zu nutzen und ruhig zu bleiben.

Bewerbungscoach Christian Kraup erläuterte den Elftklässlern, dass es beim Vorstellungsgespräch nicht nur auf angemessene Kleidung ankommt. Die Bewerber müssen vorher Informationen über die Firma einholen, in der sie gern arbeiten möchten.

Auch die eigene Person muss man beim Bewerbungsgespräch präsentieren: In der letzten Übung gestalteten die Schüler daher Plakate und sprachen dann fünf Minuten nur über ihr Leben, ihre Hobbys, Interessen und Ziele. »Ihr müsst euch so präsentieren, dass das Unternehmen euch unbedingt haben möchte«, war der Tipp von Kraup. fb