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Die »Rote Laterne« schnell weiter gegeben

5.0
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Berchtesgaden
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Neuzugang Raul Doda, Edeljoker Erdi Aslantay und Schussvirtuose Christian Lindner erzielten beim 3:1-Erfolg des TSV Berchtesgaden über den TSV Linde Tacherting die Tore. (Foto: Wechslinger)

Der TSV Berchtesgaden hat vergangene Woche die »Rote Laterne« des Tabellenschlusslichts vom SV Tacherting übernommen und diese jetzt durch einen 3:1-Sieg an den TSV Fridolfing weitergegeben. So könnte es für Berchtesgaden ein goldener Oktober werden, nach dem sich die Hartmann-Elf mit weiteren guten Spielen wie zuletzt ins sichere Mittelfeld vorarbeiten könnte.


100 Zuschauer, darunter viele Tacherting-Fans, sahen am Freitagabend unter Flutlicht ein gutes Spiel. Bereits in der Anfangsphase lief Berchtesgaden in einen Konter der unerwartet offensiv ausgerichteten Gäste, den jedoch die Abwehr um den aufmerksamen Florian Popp entschärfen konnte. Wenig später kam Berchtesgaden zu einer ersten Riesenchance, als ein Tachertinger Abwehrspieler seinen Torhüter Michael Schmidmeier mit einem Kopfball zu einer artistischen Rettungseinlage zwang. In der 18. Minute kam der wieder stark aufspielende Marek Brazina aus zehn Metern frei zum Kopfball, der knapp neben das Tor strich.

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Praktisch im Gegenzug schoss Daniel Larisch knapp daneben. Doch Tacherting setzte immer nach. Schlussmann Sebastian Seibold bewahrte sein Team mehrfach vor einem Rückstand. So auch bei einem Drehschuss von Robert Huber in die lange Ecke, da Seibold den Ball zur Ecke lenkte. Auf der anderen Seite setzte sich Tsvyatko Petkov vehement durch, wurde jedoch im Abschluss gerade noch angedrängt. Kurz vor Ende der ersten Spielhälfte prüfte Abwehrchef Popp seinen Torhüter mit einer gefährlichen Rückgabe, die der Keeper verbotenerweise oder auch nicht mit einer Flugeinlage entschärft hat.

Der sehr gut leitende Schiedsrichter Patrick Schönherr erkannte auf unerlaubt und entschied auf indirekten Freistoß im Berchtesgadener Strafraum. Mit vereinten Kräften klärte Berchtesgaden die gefährliche Situation. Als sich die Mannschaften schon auf den Pausentee freuten, fiel in der 45. Minute überraschend die Tachertinger Führung, als der Ball nach einem Kopfball von Mittelstürmer Alexander Oberhauser irgendwie in die Kreuzecke geflogen ist. Schönherr pfiff gleich danach zur Halbzeit, der TSV Berchtesgaden hatte den Gegentreffer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kassiert und man war gespannt, wie Berchtesgaden die zweite Spielhälfte angehen würde.

Die Hartmann-Elf beantwortete die Frage wie sie den psychologisch ungünstigen Rückstand kompensieren wollte auf ihre Art: mit überfallartigen Angriffen und druckvollem Spiel. Doch auch den Gästen war anzumerken, dass sie danach trachteten den Vorsprung zu halten oder gar noch auszubauen. Dennoch passierte bis zur 56. Minute nichts Nennenswertes, ehe ein Schuss von Christian Lindner über die Latte strich.

Kurz darauf zog Andreas Hartmann vom Elferpunkt mit vollem Risiko volley ab, doch der Ball ging weit übers Tor. Nach knapp einer Stunde Spielzeit wollten die Berchtesgadener bei einem schnellen Angriff ein Tachertinger Handspiel im Strafraum gesehen haben, doch der umsichtige Schiedsrichter ließ weiter laufen. Der Ausgleichstreffer schien jetzt nur mehr eine Frage der Zeit, die Christian Lindner in der 60. Minute auf seine Art und Weise beantwortet hat. Der schussstarke Offensivspieler zog aus halblinker Position etwa 12 Meter schräg vor dem Tor mit vollem Risiko volley ab. Der Scharfschuss zischte nur so durch die Tachertinger Abwehr und schlug unhaltbar zum hoch verdienten 1:1 ein. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, da Tacherting wiederum die Führung suchte und Berchtesgaden dagegen etwas hatte.

In der 63. Minute köpfte Robert Reichlmeier nach einem der gefährlich weiten Einwürfe von Hartmann knapp neben das Tor. Doch auch Tacherting kam noch zu Möglichkeiten, bei denen sich jedoch Torwart Seibold auf dem Posten zeigte. In der 76. Minute krönte Neuzugang Raul Doda seine Topleistung mit dem 2:1-Treffer, als er von der Strafraumkante einen Strich losließ, der in der linken Torecke einschlug. Und nur vier Minuten später machte Erdi Aslantay seinem Ruf als Joker alle Ehre, da er mit seinem sehenswerten Fallrückzieher für das 3:1 und damit die Vorentscheidung sorgte. Wenig später bewies Schiedsrichter Schönherr seine korrekte Spielleitung, als er einen Gästespieler nach einer verbalen Attacke vom Platz gestellt hatte. Doch Tacherting warf auch mit einem Spieler weniger alle Kräfte nach vorne und wollte noch einmal zurück ins Spiel kommen. Doch während die Tachertinger Angriffe verpufften, kam noch einmal Lindner nach einem schnell vorgetragenen Konter zur finalen Chance. Doch dieses Mal strich sein Scharfschuss übers Tor. Durch den verdienten Sieg verbesserte sich der TSV Berchtesgaden auf einen Nichtabstiegsplatz, weist jedoch wie Fridolfing und Tacherting auf den beiden prekären Rängen nur sieben Zähler auf.

Der Trainer des TSV Berchtesgaden, Richard Hartmann, hatte trotz eines 0:1-Rückstands in der Halbzeitpause bereits den Sieg angekündigt, der jedoch auch aufgrund der Tabellensituation bitter nötig war.

TSV Berchtesgaden: Sebastian Seibold; Florian Popp, Marek Brazina, Christoph Heindl, Tobias Botzenhard, Raul Doda (89. Talha Gökbayrak), Tsvyatko Petkov, Robert Reichlmeier, Christian Lindner, Andreas Hartmann, Stefan Sontheimer (75. Erdi Aslantay). Christian Wechslinger