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Die Sehnsucht nach Liebe im Bild

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Die Malerin Dr. Olga Brückmann neben einem ihrer strahlend roten »Liebesbriefe«, die in der Kunst- und Kulturwerkstatt Bergen zu sehen sind. (Foto: Giesen)

Eine besondere Ausstellung, die sich in meist großformatigen Bildern rund um die Liebe dreht, ist derzeit in der Kunst- und Kulturwerkstatt Bergen zu sehen: Olga Brückmann, im Brotberuf promovierte Psychotherapeutin, Ärztin und Psychoanalytikerin, zeigt ihre meist roten, immer farbenfrohen Bilder in Mischtechnik, die oft mit aufschlussreichen Texten unterlegt sind.


Überall ist die Liebe bei ihr fröhlich, manchmal witzig, aber immer mit tiefem Verständnis. Beim Malen habe sie keineswegs immer an Liebe gedacht, erklärte die Künstlerin bei der gut besuchten Vernissage in Bergen, aber »wenn ich male, spiele ich und drücke meine Freude aus. Wenn ich traurig bin, kann ich nicht malen«. Auch die Bilder, von denen die meisten erst in diesem Jahr und im letzten Herbst gemalt wurden, strahlen Freude aus, zum Beispiel das witzige Krokodil, das drei, zu Recht misstrauische, Nixen gleichzeitig begehrt.

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Bei den meisten Bildern gibt der Titel oder ein kleiner Text dazu, Hilfe zur Interpretation. Auch die ausliegenden, etwas längeren Texte der Künstlerin zu lesen, lohnt sich. »Über 35 Jahre lang begleite ich Menschen in den verschiedensten Lebenslagen, mehr als 1000 verschiedene Lebensgeschichten habe ich gehört. Aber allen Menschen ist Eines gemeinsam: Die Sehnsucht nach Liebe«, erklärte Olga Brückmann bei der Vernissage.

Olga Brückmann, 1944 in Prag geboren, studierte dort Medizin und kam bereits mit 25 Jahren nach Deutschland, erst nach Westberlin, wo sie in einem Krankenhaus und im sozialpsychiatrischen Dienst arbeitete, später für 17 Jahre nach Salzgitter. Bei einem zweieinhalbjährigen Aufenthalt in Kalifornien, wo ihr Mann – ein Fachmann für Erdbeben – forschte, bildete sie sich in Psychotherapie und -analyse weiter.

Nach ihrer Zeit in München und der St. Irmingard Klinik in Prien eröffnete sie 1981 ihre eigene Praxis erst in Prien, 1990 in Bernau. Ihre künstlerische Laufbahn begann Brückmann vor rund 35 Jahren mit Keramikobjekten, dann aus verschiedenen Materialien frei ge-webten Wandbehängen. 2001 begann sie mit der Aquarellmalerei, wobei Bernhard Vogel (Salzburg) sie stark beeinflusste. Ihre Acrylmalerei wurde auch durch die langjährige Malschule bei Professorin Aldona Sassek in Stephanskirchen geprägt. In den vergangenen fünf Jahren besuchte Brückmann Kurse in verschiedenen Kunstakademien wie Bad Reichenhall, Aschau und Kolbermoor.

Während ihre Objekte und Bilder bereits bei Gemeinschaftsausstellungen zu sehen waren, wagt sie sich in Bergen zum ersten Mal an eine Einzelausstellung heran – die begeisterten Reaktionen bei der Vernissage lassen hoffen, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist.

Die Bilder von Olga Brückmann sind bis einschließlich Sonntag, 28. Juni, in der Kunst- und Kulturwerkstatt Bergen, Dorfplatz 5, zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung Montag, Mittwoch und Freitag von 9.30 bis 12 Uhr sowie Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 14 bis 17 Uhr, außerdem nach telefonischer Vereinbarung unter den Telefonnummern 0176/ 62157301 oder 0176/24020919. Christiane Giesen