weather-image

Die Sicherheit hat oberste Priorität

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Auch die Freiwillige Feuerwehr Haslach ist beim Chiemsee-Triathlon im Einsatz und dort für die Straßensperren zuständig. Melanie Zellner und Markus Egger (links) müssen dabei auch so manchem Autofahrer die Umleitung erklären. Stefan Lohwieser ist beim Chiemsee-Triathlon der Teamleiter für die Sicherheitskoordination und steht den Feuerwehren und allen anderen Blaulichtorganisationen im Vorfeld der Großveranstaltung mit Rat und Tat zur Seite. (Foto: Brenninger)

Das Thema Sicherheit wird beim Eberl-Chiemsee-Triathlon groß geschrieben – und deswegen gibt es auch einen Teamleiter für die Sicherheitskoordination. Im Vorfeld der Großveranstaltung hat Stefan Lohwieser eine jede Menge zu tun. Er plaudert im zweiten Teil unserer Serie »Gesichter des Triathlons« aus dem Nähkästchen.


»Das ist schon eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe«, erzählt der Traunsteiner, der dieses Amt vor gut einem Jahr übernommen hat. Stefan Lohwieser sorgt im Vorfeld der Veranstaltung vor allem dafür, dass das Zusammenspiel zwischen den Sicherheitsorganisationen an den Wettkampftagen reibungslos funktioniert. »Es ist wichtig, dass an den Veranstaltungstagen ein Zahnrädchen ins andere greift«, sagt er. »Jeder muss wissen, was er zu tun hat.«

Anzeige

Stefan Lohwieser ist jedenfalls prädestiniert für dieses Amt. Denn er ist seit Jahrzehnten aktiv bei der Feuerwehr dabei und seit drei Jahren eben auch Triathlet. Er kennt also beide Seiten und weiß ganz genau, auf was es ankommt. »Es ist schon ein Vorteil, dass ich mit einem Bein in jeder Tür stehe – auch wenn das schon auch ein kleiner Spagat ist«, betont er.

Die Polizei, die Freiwillige Feuerwehr, der Arbeiter-Samariter-Bund und die Wasserwacht sind die Blaulichtorganisationen, die in Chieming an den Wettkampftagen vor Ort sind. Sie alle zusammen kümmern sich um die Sicherheit der Athleten und der Zuschauer.

In den Zuständigkeitsbereich von Stefan Lohwieser fällt aber auch das Motorrad-Team, das auf der Radstrecke unter anderem die Schiedsrichter oder die Fotografen fährt. »Sie müssen wissen, was sie auf der Strecke dürfen und was nicht«, sagt er. »Es ist vor allem auch wichtig, dass immer alle Blaulichtorganisationen und Helfer wissen, wann wo was passiert.«

Auch deshalb gibt es im Vorfeld Sicherheitsbesprechungen. Dort werden dann auch verschiedene Szenarien durchgesprochen, die während des Rennens passieren können. Müsse etwa einmal das Schwimmen aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagt werden, weil etwa ein Sturm aufziehe, dann müssen die Weichen eben auch bei den Helfern und den Blaulichtorganisationen innerhalb weniger Minuten automatisch auf ein anderes Schema umspringen. »Unter Umständen kann es dann passieren, dass etwa Straßen früher als ursprünglich geplant gesperrt werden«, erklärt der Teamleiter.

»Ohne sie geht es nicht«

An den Wettkampftagen selber gibt es dann in Chieming natürlich auch eine Einsatzzentrale, in der alle Fäden zusammenlaufen. Einen ganz wichtigen Part bei den sportlichen Großveranstaltungen übernehmen die Freiwilligen Feuerwehren. »Ohne sie geht es nicht, sie sind das Rückgrat der Sicherheit an dem Wochenende«, macht Lohwieser deutlich, der selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr Haslach aktiv ist. Dort ist er Jugendwart, Gruppenführer und Ausbilder. Seit kurzem ist er auch im Kreisfeuerwehrverband in den Fachbereichen Jugend und Presse aktiv.

Beim Eberl-Chiemsee-Triathlon sind die Feuerwehren hauptsächlich für die Absperrung der Straßen zuständig. Diese sind nötig, damit die Athleten die Radstrecke ohne Hindernisse und Gefahren befahren können. Vor allem am zweiten Triathlon-Tag – also in diesem Jahr am 30. Juni – werden dafür wieder rund 140 Feuerwehrmänner im Einsatz sein. Die freiwilligen Helfer kommen dabei von zehn Wehren aus dem Landkreis. Chieming, Grabenstätt, Ising, Truchtlaching, Hart, Nußdorf, Haslach, Wolkersdorf, Erlstätt, Stein und Traunstein sind dabei. Sie werden von Kreisbrandinspektor Martin Schupfner und Kreisbrandmeister Stefan Reichelt koordiniert.

Auch die Integrierte Leitstelle wird im Vorfeld in den Planungen berücksichtigt. Schließlich muss sie im Notfall »zusätzlich Nachbarfeuerwehren alarmieren, um die gewohnte, schnelle Hilfe zu gewährleisten«, sagt Lohwieser. »Aber das ist durch die durchdachten Planungen der Einsatzleitung kein Problem. Die Sicherheit der Bürger ist und bleibt sichergestellt.«

Dass der Einsatz beim Chiemsee-Triathlon, der sich ja auch über Stunden zieht, dennoch nicht selbstverständlich ist, unterstreicht Stefan Lohwieser: »Der Dienst ist freiwillig und die Feuerwehrler müssen sich dafür ja auch extra Zeit nehmen. Das ist auch dem Veranstaltungsteam bewusst.«

An den anderen beiden Wettkampftagen werden übrigens weit weniger Einsatzkräfte der Feuerwehren benötigt. Es müssen dort weniger Straßen gesperrt werden. Die Wehren aus Chieming, Ising und Grabenstätt stemmen den Personalaufwand für den Firmenlauf Chiemgau und den ersten Wettkampftag beim Eberl-Chiemsee-Triathlon – dort findet die Volksdistanz und die Mixed Team Relay statt – dann sogar allein.

Neben der Sperrung der Straßen müssen die Helfer den Autofahrern oft auch die Umleitungen erklären. Diese Aufgabe ist nicht immer angenehm, weiß Lohwieser. »Manche Autofahrer sind uneinsichtig.« Da müsse man sich auch schon einmal das eine oder andere böse Wort anhören. »Und mir ist es beispielsweise auch schon einmal passiert, dass mir ein Autofahrer über die Sicherheitsstiefel gefahren ist.« Aber man wisse schon im Vorfeld, wo die neuralgischen Punkte sind. »Und da setzen wir dann Leute mit Erfahrung, Autorität und Routine ein.«

Auch die Jugendgruppen der Feuerwehrvereine sollen in diesem Jahr übrigens erstmals beim Chiemsee-Triathlon mithelfen. Sie sollen den Parkplatzdienst übernehmen. Und Stefan Lohwieser hofft jetzt vor allem auch darauf, dass seine Kollegen und alle anderen Helfer auch ein wenig die Triathlon-Luft genießen können. Denn: »Das ist schon ein ganz besonderes Flair.« SB

 

Italian Trulli