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Die überschätzte Gefahr

Mit der einsetzenden Beeren- und Schwammerlzeit häufen sich am Gesundheitsamt Traunstein besorgte Anfragen zum Fuchsbandwurm.

Dr. Franz Heigenhauser, der Leiter der Behörde, gibt Entwarnung. Es gäbe keinen Beleg dafür, dass sich der Fuchsbandwurm durch den Verzehr von Waldbeeren beziehungsweise Pilzen auf den Menschen überträgt. Da auch Katzen und Hunde den Fuchsbandwurm in sich tragen können, ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ein intensiver Streichelkontakt mit diesen Tieren, ohne Händewaschen vor dem Essen, der häufigste Übertragungsweg.

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Deshalb, so Dr. Heigenhauser, sei die regelmäßige Entwurmung von Haustieren sowie die Einhaltung der hygienischen Basisregeln die wirkungsvollste Prophylaxe gegen den Fuchsbandwurm. Die Beeren- und Schwammerlfreunde sind nach seinen Aussagen auf der sicheren Seite, wenn sie ihre Waldfrüchte gründlich waschen.

Die in erster Linie von Füchsen ausgeschiedenen Eier des Fuchsbandwurms wachsen, wenn sie ein Mensch aufgenommen hat, über Jahre hinweg zu einem schwammartigen Tumor heran, in erster Linie in der Leber. Die Krankheit verursacht viele Jahre meist wenig beziehungsweise gar keine Beschwerden. Erst nach langer Inkubationszeit fühlen sich die Patienten abgeschlagen und müde, haben Schmerzen im Oberbauch und verlieren Gewicht. Ebenso ist ihre Leber deutlich vergrößert und es kann zudem eine Gelbsucht auftreten. Nach Auskunft des Europäischen Echinokokkose-Registers der Universität Ulm ist der Fuchsbandwurm in Deutschland mit rund 20 bis 30 jährlichen Neuerkrankungen äußerst selten.