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Die Volksmusik ist auch im k1 »angekommen«

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Charmant und spielsicher präsentierte sich das Harfenduo Steiner-Schroll beim Hoagart »Bei uns dahoam« im k1 Traunreut. Die beiden Schwestern Karin Schroll (links) aus Siegdorf und Heidi Steiner aus Golling zeichnen eine brillante Technik und ein grandioses Zusammenspiel aus. (Foto: Rasch)

Volksmusik erfordert vom Spieler oder Sänger ein feines Gespür für die Stücke oder Lieder. Den Sängern und Musikanten, die beim Hoagart im Traunreuter k1 mitgewirkt haben, wurde dieses feine Gespür in die Wiege gelegt. Unverfälschte Volksmusik vom Feinsten, wie man sie nicht alle Tage hört.


Nach dieser mittlerweile dritten Hoagart-Auflage »Bei uns dahoam« vor fast ausverkauftem Haus kann man getrost behaupten, dass die Volksmusik im k1 angekommen ist. Das Publikum war begeistert von den heimatlichen Klängen und verhielt sich mustergültig. Mit Ausnahme der Lacher, für die Moderator Hans Schönauer, seines Zeichens Bürgermeister von Irschenberg, war es mucksmäuschenstill im Saal. Mit seinen zum Teil aus eigener Feder stammenden urwüchsigen Mundartgedichten und mit eben so viel Sachverstand unterstrich er sein Anliegen, Brauchtum und Sprache in Ehren zu halten.

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Auch die Sänger und Musikanten ließen keinen Zweifel daran, dass sie sich der überlieferten Musik verpflichtet fühlen, mit der sie ihre Heimatverbundenheit zum Ausdruck bringen. »Die Hohenaschauer Musikanten«, die alle um das Schloss Hohenaschau (Chiemgau) daheim sind, überzeugten nicht nur mit ihren schneidigen Volkstanzstückeln und einem musikalischen Ausflug auf die Reiteralm, sondern auch mit wunderschönen Weisen. Ihre untypische Zusammensetzung aus Saiten- und Blasinstrumenten – Flügelhorn, Trompete, Tuba, Harfe und Akkordeon – sorgt für einen runden warmen Klang. Mit raren Stücken aus dem Bereich der Saiten- und Blasmusik eine musikalische Brücke zu schlagen, ist den Hohenaschauer Musikanten, die seit gut zehn Jahren zusammen musizieren, ein großes Anliegen.

Auch der »Chiemseewinkl Dreigsang«, der erst seit Anfang des Jahres in der Formation Gitti Edtmayer aus Chieming, Lisi Huber aus Prien und Sepp Messerer besteht, legt Wert auf Stücke, die nicht so häufig zu hören sind. Zu Ehren des Schutzpartrons der Pferde, dem Heiligen Leonhard, stimmten sie ein Lied an oder besangen das jagerische Leben in den herbstlichen Bergen. Alle drei bringen eine große volksmusikalische Erfahrung mit. Gitti Edtmayer, die das k1 bei der Programmauswahl unterstützt hat, sowie Lisi Huber waren beim »Unterreitfelder Dreigesang«, der sich im vergangenen Jahr getrennt hatte. Sepp Messerer, eine der Stimmen des bekannten »Mesner-Dreigesangs«, unterstützt die beiden Sängerinnen in der Intonation mit Bedacht. Mit sanften Tönen ließen die Perlseer Dirndl aus Tegernsee aufhorchen. Ton- und textsicher begeisterten die drei hübschen Dirndln mit ihren glockenklaren Stimmen und einen unbeschwerten Auftritt.

Bewundert und beklatscht wurden sie aber nicht nur für ihre Lieder, sondern auch für ihre Instrumentalmusik. In Begleitung von Hans Wiesholzer (Akkordeon) und Ludwig Biegel (Kontrabass) Michaela Oswald (Harfe), Susanne Brückner (Geige) und Christina Wiesholzer (Klarinette) stimmten sie unter anderem »schee staad« auf den Herbst ein. Charmant und spielsicher präsentierte sich auch das Harfenduo Steiner-Schroll.

Die beiden Schwestern Heidi Steiner aus Golling (Österreich) und Karin Schroll aus Siegsdorf sind im wahrsten Sinn des Wortes ein eingespieltes Team. Ohne Noten gleiten ihre Finger sowohl bei Überliefertem als auch bei Stücken aus der eigenen Feder schnell und sicher über das Instrument. Ihre brillante Technik und ihr grandioses Zusammenspiel, gepaart mit einem besonders feinen und warmtonigen Klang ihrer bayerischen Volksharfen aus Schweizer Haselfichte, sind faszinierend. Gabi Rasch

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