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»Die Vorbereitungen laufen alle planmäßig«

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Lisa Theresa Hauser (von links), Franziska Preuß und Denise Herrmann werden am Montag bei der World Team Challenge in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena dabei sein. Foto: dpa

Die letzten Weltcup-Rennen des Jahres fanden am vergangenen Wochenende in Hochfilzen statt, zum Jahresabschluss gibt's für die Biathlon-Fans aber noch einmal ein Schmankerl: Die World Team Challenge (WTC) macht am Montag Station in Ruhpolding und kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück! Zehn Mannschaften aus neun Nationen kämpfen dabei um den inoffiziellen Titel.


»Die Vorbereitungen laufen alle planmäßig«, teilt Herbert Fritzenwenger im Gespräch mit unserer Sportredaktion mit. Der Vorsitzende des SC Ruhpolding hatte die WTC einst ins Leben gerufen und ist auch heute noch Organisator der beliebten Veranstaltung. Die TV-Anstalten waren damals auf der Suche nach einem kurzweiligen Fernseh-Format, das »zwischen den Jahren« umgesetzt werden konnte. Und der ehemalige Biathlet und Langläufer (unter anderem gewann Herbert Fritzenwenger WM-Silber mit der Mannschaft 1989) erfand den Mixed-Staffel-Wettbewerb, der seitdem ein fester Bestandteil im Biathlon-Kalender ist.

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Beliebte Bühne für Abschiedsrennen

Dieser wurde zunächst in Ruhpolding umgesetzt. Seit dem 28. Dezember 2002 findet die World Team Challenge jedes Jahr in der Arena auf Schalke statt. Dort entwickelte sich die Veranstaltung auch zu einer beliebten Bühne für Abschiedsrennen: 2012 sagte Magdalena Neuner Servus, 2018 war es Ole Einar Björndalen und 2019 verabschiedete sich Laura Dahlmeier von ihren Fans.

In diesem Jahr musste die WTC wegen der Pandemie zunächst abgesagt werden. Anfang Oktober wurde dann aber bekannt, dass Ruhpolding 2021 aufgrund der Krise keinen Weltcup ausrichten wird – stattdessen finden ja Anfang des Jahres die beiden deutschen Weltcups in Oberhof statt. Als kleines Trostpflaster bekam Ruhpolding dafür nun die WTC, die kurzfristig in die Chiemgau-Arena für ein einmaliges Gastspiel verlegt wurde.

Auch in Ruhpolding sind am Montag freilich keine Fans erlaubt. Überhaupt werden nur ganz wenige Personen vor Ort sein, aufgrund der Pandemie muss ein strenges Hygienekonzept umgesetzt werden. Die Vorfreude auf die Veranstaltung ist bei Fritzenwenger auch deshalb »zwiegespalten«. Einerseits freue er sich, weil man ein funktionierendes und gutes Konzept habe, andererseits »sind die Zuschauer natürlich das Salz in der Suppe«. Aber in diesem Jahr sei es eben anders nicht möglich. »Wir hoffen, dass 2021 dann auf Schalke wieder Zuschauer dabei sein dürfen.«

Dafür überträgt das ZDF die Rennen live. Die Übertragung aus der Chiemgau-Arena beginnt um circa 17.55 Uhr. Als Experten sind Sven Fischer und Laura Dahlmeier vor Ort.

Einige Mitarbeiter des Fernsehsenders sind auch schon seit Montag in Ruhpolding und bauen das Equipment auf. Sie werden sich dann nochmals für ein paar Tage in den kurzen Weihnachtsurlaub verabschieden, ehe sie am Wochenende erneut vor Ort sein werden, um die letzten Arbeiten zu erledigen.

Auch für Herbert Fritzenwenger werden es keine ruhigen Weihnachten werden. »Aber das waren sie die letzten Jahre ja auch schon nicht«, lacht er. Aktuell gebe es noch einige Detailfragen zu klären. »Ich bin gerade sehr viel am Telefon«, sagt Fritzenwenger.

Vor dem offiziellen Startschuss des Programms am Montag gibt es am Nachmittag auch noch ein Testrennen der Stützpunkt-Mannschaft, informiert Fritzenwenger, der am Montag auch als Stadionsprecher fungieren wird. Das sei deshalb nötig, weil »die Abläufe und Streckenlängen für das Fernsehen nochmals geprüft werden müssen«.

Erst ein Massenstart, dann eine Verfolgung

Richtig los geht es dann um 18.15 Uhr mit dem Massenstart. Das Rennen beginnen die Damen. Sie übergeben nach dem ersten Schießen an die Männer. Die Damen laufen insgesamt vier Runden, die Herren fünf. Ein Nachladen gibt es nicht, für jeden Fehlschuss geht es in die 75 m lange Strafrunde.

Nach einer rund 20-minütigen Pause geht es ins Verfolgungsrennen. Auch hier beginnen die Biathletinnen. Der Rückstand aus dem Massenstart-Rennen wird dabei halbiert. Alle Teams, die 45 Sekunden oder mehr Rückstand auf die Führenden haben, werden gemeinsam ins Rennen geschickt. Auch in diesem Wettkampf wird wieder acht Mal geschossen, zudem sind neun Runden zu laufen.

Für Deutschland werden zwei Teams am Start sein – und zwar Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal/Stützpunkt Ruhpolding) und Benedikt Doll (SZ Breitnau) sowie Franziska Preuß (SC Haag) und Simon Schempp (SZ Uhingen), die ja ein Paar sind und in Ruhpolding leben und trainieren.

Zu den Favoriten zählt das italienische Duo Dorothea Wierer und Lukas Hofer, die 2018 die World Team Challenge bereits gewonnen haben. Lena Häcki und Sebastian Stalder gehen für die Schweiz ins Rennen. Für Österreich starten Lisa Theresa Hauser (Reith/Kitzbühel) und Julian Eberhard (Saalfelden).

Das tschechische Duo bilden Marketa Davidova und Michal Krcmar, für Russland laufen Jewgenia Pawlowa und Matwej Elisejew und Schweden schickt Elisabeth Högberg und Torstein Stenersen. Die Ukraine wird durch das routinierte Paar Vita Semerenko und Dimitro Pidruschni vertreten, die zu den Mitfavoriten um den WTC-Sieg zählen. Für Belarus sind Dzinara Alimbekava und Anton Smolski dabei.

Die Vorjahressieger Marte Olsbu Roeiseland und Vetle Sjastad Christiansen aus Norwegen können ihren Titel beim Gastspiel in der Chiemgau-Arena hingegen nicht verteidigen: Nach dem ersten Trimester des laufenden Biathlon-Weltcups müssen die Norweger in ihrer Heimat in eine Quarantäne und dürfen somit nicht ausreisen. SB

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