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Die Welt schaut auf Berlin

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Josef Parzinger aus Traunstein erinnert sich zurück:


»Ich habe mit meinem Vater in den 80er Jahren viel über Geschichte und Politik diskutiert, meist kontrovers, der übliche Generationenkonflikt eben. Ich vertrat damals den Standpunkt, dass die Mauer ewig weiter bestehen würde, schon allein deshalb, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Russen die DDR jemals freigeben würden.

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Mein Vater war anderer Meinung: ‚Die Mauer wird fallen und die Wiedervereinigung kommt. Ich werde es nicht mehr erleben, aber du!‘ Mein Vater starb am 31. Mai 1989. Ich hätte es ihm so sehr gegönnt, dass er dies noch miterleben hätte können.

Als ich die Bilder im Fernsehen sah, habe ich an ihn gedacht und geweint. Am 9. November notierte ich in mein Tagebuch: „(…) Was keiner für möglich gehalten hat, ist mit den heutigen Tag geschehen und dieser Tag wird als der wichtigste nach dem 8. Mai 1945 in die Geschichte eingehen: Die DDR hat ihre Grenzen aufgemacht!

Somit hat die Mauer ihren Sinn verloren. Die Menschen jubeln, die Medien berichten pausenlos, überall herrscht Jubel, Trubel Heiterkeit. Ganz Berlin ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die ganze Welt schaut auf Berlin!«