Die zehn Söhne des Stöckllehens

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Das Stöckllehen am Schwarzeck in herrlicher Lage. (Foto/Repro: Christoph Karbacher)
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Eine Gedenktafel erinnert an den Soldaten Georg Wurm.

Ramsau – Im alten Ramsauer Friedhof findet man rechts an der Mauer die schöne Gedenktafel des Bauernsohnes Georg Wurm vom Stöckllehen am Schwarzeck. Er starb den Heldentod fürs Vaterland. Georg Wurm hatte keine andere Wahl. Eine Familiengeschichte über Schicksalsschläge und zahlreiche Kriegseinsätze.

Georg Wurm kam 1895 als erstgeborener Sohn von elf Kindern zur Welt. Er hatte eine ältere, bereits 1893 geborene Schwester Maria. Nach ihr folgten nur noch Söhne. Der junge Forstarbeiter Georg Wurm trat im Januar 1915 ins Heer des 1. Bayerischen Jägerbataillons ein. Schon im Mai wurde er Soldat in der Elitetruppe des Deutschen Alpenkorps und beteiligte sich sofort am Kampf um Südtirol.

Dabei verdiente Georg Wurm sich das begehrte Edelweiß-Abzeichen der Gebirgsjäger. Im Juli kämpfte er gegen die Italiener am Sasso di Mezzodi vor der Tofana. Doch bereits im August lag der Soldat im Feldlazarett Bruneck.

Dort wurde er mit der gefürchteten Lungentuberkulose angesteckt und kam für viele Monate ins Reservelazarett Nürnberg, wo er »nach langen, schweren Leiden« am 30. November 1915 starb. Auch seine beiden nächstälteren Brüder Andreas und Johann wurden zum Militär eingezogen und überlebten den Krieg. Im Stöckllehen wurden noch drei weitere Söhne – Heinrich, Joseph und Anton – geboren. Dann folgte ein weiterer Schicksalsschlag: Nach einer damaligen Regel besaß der bayerische Prinzregent das Vorrecht, nach sechs aufeinander folgenden Söhnen in einer Familie, den Siebten Luitpold nennen zu dürfen und diesem ein Geschenk zu übereignen.

Die Bauernfamilie Wurm nannte also ihren siebten Sprössling im Juli 1907 hoffnungsvoll Luitpold. Jedoch verstarb ihr kleiner Poldl schon nach vier Monaten. Auch der achte Sohn hieß Luitpold. Der Neunte, geboren 1910, wurde Alois genannt. Franz Xaver war der jüngste aller zehn Schwarzecker Söhne.

Maria, die einzige Tochter der Familie Wurm, heiratete ins Datzenlehen. Zahlreiche Nachfahren der Familie Wurm leben nicht nur im Stöckllehen am Schwarzeck, sondern auch in der Ramsau. Christoph Karbacher