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Die Zither und die Puppen tanzen lassen

Seit fast 30 Jahren geistert der Zither-Manä mit seinen Instrumenten jetzt schon durch das Bayernland und vermischt die bodenständige Volksmusik mit den uramerikanischen Tönen des Blues und Boogie. Seine Definition des Blues: Der original Blues ist die Musik der schwarzen Bevölkerung im Süden der USA und der bayerische Blues ist die Volksmusik der schwarzen Bevölkerung im Süden von Deutschland.

Beste Unterhaltung mit Zither und Puppen: Der Zither-Manä und Josef Pretterer. (Foto: Knuth)

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Töne der »Jimi Hendrix des Oberlandes«, denn der Manä kommt ja aus der Nähe von Miesbach, seiner Zither entlocken kann. Mit etlichen Seitenhieben auf die deutsche Politik und auf die Volksmusik oder was heute alles so genannt wird – er war er früher ein ausgesprochener Gegner von Karl Moik, und heute fragt er sich, womit er einen Nachfolger wie Silbereisen verdient hat – führte er humorvoll durch sein Programm.

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Er begann mit »Ois versamt« und eher ruhige Tönen. Seinen Beitrag zum König-Ludwig-jahr nannte er »Ja in Bayern«; es war eine Mischung aus König-Ludwig-Lied, Jodler und Bayernhymne mit sehr politkritischem Text, in dem er auf die bayrischen Amigos, einen Von- und-zu-Minister und die Landesbankaffäre einging. Als er auch noch damit anfing, zwischen den Titeln männerfeindliche Witze und Inschriften von Grabsteinen und Marterln zum Besten zu geben, hatte er die Lacher auf seiner Seite, und die Stimmung begann zu kochen. Richtig Gas gab er dann mit »Shine on you« vom Jaga Michi (Mick Jagger), das er sehr gekonnt auf seiner Zither zu Gehör brachte. Mit dem »Adventsblues«, einem sehr kritischen Song über die »neue« Adventszeit, die schon im Sommer anfängt, brachte er seine Unzufriedenheit mit der Kommerzialisierung von Weihnachten gut zum Ausdruck.

Ein Landler in G-Dur entpuppte sich nach ungefähr einer halben Minute als Zither-Rock, zu dem der Manä dann schon fast mit seiner Zither tanzte, auf dem Tisch, unter dem Tisch und fast im Liegen. Bei einer weiteren Überleitung erzählte er von seiner Reise nach Irland und von einem Lied welches dort geschrieben wurde und das mittlerweile die heimliche Nationalhymne von Australien ist, nämlich »Waltzing Mathilda«; diesen Titel hat er zum leichterem Verstehen ins Bayrische übersetzt.

Während der Manä dieses Lied sang, war es im Saal so ruhig, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Dafür war hinterher der Applaus umso lauter. Zwischen den einzelnen Titeln gab es noch ein Figurenkabarett von und mit Josef Pretterer, bei dem dieser mit viel Liebe zum Detail mit selbstgemachten Puppen für Unterhaltung sorgte. H.K.