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Diese Bürgermeister- und Landratsposten in der Region sind noch offen

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Traunstein: Bürgermeister- und Landratsposten im Landkreis sind noch offen – Stichwahlen
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In drei Städten und vier Gemeinden sind die Bewohner noch einmal aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben und einen neuen Bürgermeister zu wählen. Außerdem dürfen alle Bürger des Landkreises Berchtesgadener Land noch einmal darüber abstimmen, wer der neue Landrat werden soll. Aufgrund des Coronavirus' werden die Stichwahlen in ganz Bayern als reine Briefwahlen durchgeführt. (Foto: dpa)

Die Corona-Krise ist allgegenwärtig und dennoch gilt es nun, die Weichen in der Kommunalpolitik für die nächsten sechs Jahre zu stellen. In drei Städten – Tittmoning, Traunreut und Traunstein – sowie in vier Gemeinden – Chieming, Grassau, Nußdorf und Übersee – ist noch nicht entschieden, wer das Amt des Bürgermeisters übernimmt. Außerdem gibt es im Berchtesgadener Land noch eine Stichwahl um den Posten des Landrats. Bayernweit werden die Stichwahlen aufgrund des Coronavirus' als reine Briefwahlen durchgeführt.


Im Überblick:

Traunstein

In der Großen Kreisstadt Traunstein treten Amtsinhaber Christian Kegel (SPD) und Dr. Christian Hümmer (CSU) gegeneinander an. Kegel kam im ersten Wahldurchgang vor rund eineinhalb Wochen auf 30,1 Prozent der Stimmen, Hümmer erreichte 44,3 Prozent. Kegel zeigte sich anschließend über das Abschneiden äußerst enttäuscht, war jedoch nicht überrascht, dass die Entscheidung in Traunstein erst in der Stichwahl fallen wird. Hümmer hingegen freute sich über ein »sehr gutes Ergebnis«, das seine persönlichen Erwartungen übertroffen habe.

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Doch noch ist nichts entschieden, in Stichwahlen ist alles möglich. Das zeigte zum Beispiel die Stichwahl im Jahr 2014, als Amtsinhaber Kegel gegen den damaligen Bürgermeister Manfred Kösterke (UW) antrat. Kösterke kam im ersten Wahldurchgang auf 41,70 Prozent, Kegel auf 23,36 Prozent. In der Stichwahl gab es dann die große Überraschung: Mit 104 Stimmen Vorsprung schaffte Christian Kegel (50,7 Prozent/3492 Stimmen) den Sprung ins Rathaus. Kösterke kam nur auf 49,3 Prozent/3388 Stimmen.

Traunreut

Nicht weniger spannend als in Traunstein dürfte die Entscheidung in Traunreut sein. Amtsinhaber Klaus Ritter (FW) wird von Hans-Peter Dangschat (CSU) herausgefordert. Insgesamt waren im ersten Wahldurchgang in Traunreut sieben Kandidaten angetreten. Dangschat bekam mit 43,7 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen. Ritter erhielt 26,3 Prozent.

Wie Kegel ist auch Klaus Ritter stichwahlerprobt. Vor sechs Jahren setzte er sich in der Stichwahl gegen den langjährigen Bürgermeister Franz Parzinger (CSU) durch. Ritter erhielt 54,40 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen, Parzinger kam auf 45,60 Prozent. Auch hier war es im ersten Wahldurchgang noch umgekehrt: Parzinger war in diesem auf 38,23 Prozent gekommen, Ritter hatte 25,71 Prozent erreicht.

Grassau

Nur ganz knapp im ersten Wahldurchgang gescheitert ist Stefan Kattari (SPD) mit 49,3 Prozent der gültigen Stimmen in der Marktgemeinde Grassau. In der Stichwahl trifft er auf Thomas Göls (CSU). In Grassau waren es im ersten Wahldurchgang insgesamt fünf Kandidaten. Amtsinhaber Rudi Jantke (SPD) war nicht mehr angetreten. Die Briefwahlunterlagen haben in der Marktgemeinde mittlerweile alle Bürger erhalten. Die Unterlagen sind in den Briefkasten der Gemeinde einzuwerfen. Für die Abgabe darf man das eigene Grundstück auf alle Fälle verlassen. Beide Kandidaten würden sich über eine hohe Wahlbeteiligung freuen. Auch wenn aktuell die Corona-Krise das vorherrschende Thema sei, sollte auch die Zeit danach nicht vergessen werden.

Chieming

Einen neuen Bürgermeister bekommt auch die Gemeinde Chieming. Stefan Reichelt (CSU) tritt gegen Sebastian Heller (Grüne) an. Heller verlor vor sechs Jahren die Stichwahl gegen den noch amtierenden Bürgermeister Benno Graf (UW). Dieser trat jedoch heuer nicht mehr an.

Neben Reichelt (34,6 Prozent) und Heller (35,7) war in Chieming auch Markus Brunner (UW) ins Rennen gegangen. Er schaffte es mit 29,7 Prozent knapp nicht in die Stichwahl.

Nußdorf

Eine weitere Stichwahl gibt es in der Gemeinde Nußdorf. Auch dort trat der langjährige Amtsinhaber Hans Gnadl (CSU) aus Altersgründen nicht mehr an. Ein Trio kämpfte um seine Nachfolge im Rathaus. Toni Wimmer (CSU) schaffte es mit 43,5 Prozent der Stimmen klar in die Stichwahl. Äußerst knapp fiel die Entscheidung zwischen den beiden anderen Bewerbern aus: Max Eder von der Bürgerliste setzte sich mit 28,9 Prozent gegen seinen Mitkonkurrenten Gerhard Mittermaier (Wir Zukunft Gemeinde) durch, der 27,6 Prozent der Stimmen bekam.

Übersee

In Übersee muss der amtierende Bürgermeister Marc Nitschke (CSU) in die Stichwahl. 39,7 Prozent im ersten Wahldurchgang reichten nicht aus, dass er auf Anhieb weiterhin im Amt bleiben darf. So muss sich Nitschke noch einmal Herausforderer Eberhard Bauerdick (Gemeinsam für Übersee) stellen, der vor eineinhalb Wochen auf 34,3 Prozent der Stimmen gekommen war. Dritte Kandidatin in Übersee war Margarete Winnichner (Grüne); sie bekam 26,0 Prozent.

Tittmoning

Einen neuen Bürgermeister bekommt auch die Stadt Tittmoning, denn Konrad Schupfner (CSU) stellte sich nicht mehr zur Wahl. Mit 47,4 Prozent ist Andreas Bratzdrum in die Stichwahl eingezogen, Barbara Danninger (FW) kam im ersten Wahldurchgang auf 40,4 Prozent. Bewerber Dirk Reichenau (SPD) landete mit 12,2 Prozent auf dem dritten Platz.

Neuer Landrat im Berchtesgadener Land

Spannend wird es auch im Landkreis Berchtesgadener Land. Seit 2002 ist Georg Grabner (CSU) dort Landrat. Da er die Altersgrenze erreicht hat, durfte er nicht noch einmal antreten. Fünf Bewerber gab es, die in seine Fußstapfen treten möchten. In die Stichwahl schafften es der derzeitige Saaldorf-Surheimer Bürgermeister Bernhard Kern (CSU), der es auf insgesamt 20.289 Stimmen (41,9 Prozent) brachte, und Dr. Bartl Wimmer (Bündnis 90/Die Grünen) mit 12.471 Stimmen (25,8 Prozent).

Zusammenfassungen:

jal/tb