Digital und aktiv! Die Offene Jugendarbeit im Berchtesgadener Land

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Foto: pixabay Symbolbild

Berchtesgadener Land – Die aktuell gültige Fünfzehnte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (15. BayIfSMV) führt auch in der Jugendarbeit wieder zu Einschränkungen. Bayernweit gilt seit 24. November 2021 die 2G-Regelung. In Hotspot-Regionen, zu denen aktuell auch der Landkreis Berchtesgadener Land zählt, ist die Arbeit mit Jugendlichen außerhalb der Schule derzeit nicht in Präsenz möglich. Für das Berchtesgadener Land ist das jedoch kein Grund, die Jugendarbeit aus dem Blick zu verlieren. Die Kommunale Jugendpflegerin für den Landkreis Berchtesgadener Land, Tanja Kosmaier, informiert daher über das umfangreiche digitale Angebot der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis.


Weil es gerade in diesen besonderen Zeiten umso wichtiger ist, gemeinsam für die Jugendlichen präsent zu sein und sich als starke Gemeinschaft zu zeigen, hat der Landkreis Berchtesgadener Land schon frühzeitig Alternativen geschaffen. „Auch, wenn die Jugendarbeit aktuell eingeschränkt werden muss, gehen wir gemeinsam neue Wege“, bekräftigt Kosmaier. Im Landkreis Berchtesgadener Land wurde aus diesem Grund bereits im Mai 2020 die Jugendplattform www.bgl360grad.de ins Leben gerufen.

Was ist genau eine Jugendplattform? Und warum braucht es sowas überhaupt?

Dem Landkreis Berchtesgadener Land und dem Kreisjugendring ist es sehr wichtig, kreative und kinder- bzw. jugendgerechte Lösungen und Arrangements mit den Kooperationspartnern der Offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen anzuregen, zu begleiten und zu unterstützen. Diese Netzwerkarbeit ist als tragende Säule für die Kinder- und Jugendarbeit zu verstehen. Denn die Infrastruktur der Offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen im Landkreis soll eine starke Gemeinschaft sein und von den Kindern- und Jugendlichen auch so wahrgenommen werden. Hervorzuheben sind deshalb die vielen Angebote und Bemühungen aller Kooperationspartner im vorangegangenen und in diesem Jahr.

Angebote in dieser Zeit aufrechtzuerhalten, erforderte viel Einsatz und Engagement der Träger und Gemeinden. Ziel war und ist es, die so entstandenen Projekte und Kooperationen langfristig und nachhaltig zu installieren.

Die Jugendplattform bgl360grad ermöglichte den Kindern- und Jugendlichen – vor allem auch während der Schließungen aufgrund von Corona – weiterhin im engen Kontakt untereinander und auch zum pädagogischen Fachpersonal zu bleiben. Die Freiwilligkeit und Niederschwelligkeit stand und steht dabei immer im Fokus. Die Kooperationspartner sollen unterstützt werden, aktiv auf die Kinder- und Jugendlichen zuzugehen und gemeinsam eine Vernetzung für den gesamten Landkreis und für alle 15 Gemeinden aufzubauen.

Warum der Name bgl360grad?

Im Fokus steht der 360-Grad-Blick – und zwar über den gesamten Landkreis, die gesamte Offene Kinder- und Jugendarbeit, alle Jugendlichen hinweg. Ziel ist es, viele Projekte gemeinsam aus dieser Perspektive zu betrachten. Das erste virtuelle Jugendhaus bgl360grad soll alle Akteure der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und die Jugendlichen im Landkreis miteinander verbinden und so die Stärken der Einzelnen bündeln. Bgl360 grad ist als Ergänzung zu der bestehenden Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis zu verstehen. Dadurch besteht die Möglichkeit, auf Einschränkungen – wie aktuell Corona – flexibel zu reagieren. Durch die Einbindung der lokalen Akteure (wie z. B. die JugendreferentInnen, Jugendsozialarbeit an Schulen), sollen Projekte vorgestellt und gemeinsam mit den Jugendlichen umgesetzt werden, aktuelle Themen können den Jugendlichen über die Plattform schnell und unkompliziert direkt zugänglich gemacht werden.

Aktuell arbeiten an 19 Schulen im Landkreis qualifizierte MitarbeiterInnen im Bereich der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) mit festen Präsenzzeiten und unterstützen so die Kinder, Jugendlichen, LehrerInnen und Familien direkt an den Schulen. Diese Vor-Ort-Beratung ist gerade in den aktuell sehr herausfordernden Zeiten enorm wichtig. Die MitarbeiterInnen der JaS nutzen zudem auch die Plattform bgl360grad sehr aktiv und bieten dort beispielsweise feste Sprechstunden in eigenen, virtuellen Räumen. So kann gemeinsam besprochen werden, was Jugendliche aktuell brauchen und wo sie Unterstützung benötigen – sowohl im schulischen, als auch im außerschulischen Kontext.

Durch das Online-Format eröffnet sich die Option von „Jugendtreff/Jugendarbeit to go“. Egal wo man sich gerade befindet, kann man sich einloggen und chatten, zusammen abhängen, Musik hören, sich informieren, mitmachen.

Besonders ist dabei auch, dass sich das virtuelle Jugendhaus nicht auf das Berchtesgadener Land beschränkt, sondern auch Jugendliche außerhalb der Landkreis- oder Ländergrenzen das Angebot nutzen können (z. B. Traunstein, Mühldorf, Salzburg und weitere). Dadurch können gemeinsame Aktionen mit anderen Jugendeinrichtungen oder Jugendlichen gestartet werden.

Der Zusammenhalt der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Kooperationspartner sowie mit und durch die Jugendlichen soll durch die Plattform dargestellt und gestärkt werden.

„Du bist aktiv in der Jugendarbeit? Du bist ein Jugendlicher aus dem Landkreis Berchtesgadener Land und möchtest dich aktiv beteiligen? Du willst als Verein ein Angebot über unsere Jugendplattform für Jugendliche anbieten? Dann lass uns gemeinsam gestalten, coole Projekte und Konzerte planen! Seid mit dabei für eine starke Gemeinschaft in unserem Landkreis, macht Euch sichtbar! Bleiben wir verbunden! Dein Landkreis hat mehr zu bieten, als Du denkst!“, ruft Tanja Kosmaier alle Interessierten auf, sich an der Jugendplattform bgl360grad zu beteiligen.

Nähere Informationen zur Jugendplattform bgl360grad erteilt die Kommunale Jugendpflegerin im Amt für Kinder, Jugend und Familien im Landratsamt, Tanja Kosmaier per E-Mail an tanja.kosmaier(at)lra-bgl.de.

Weitere Informationen zu aktuellen Themen hat auch der Bayerische Jugendring unter https://www.bjr.de/service/umgang-mit-corona-virus-sars-cov-2.html zusammengestellt.

fb/red