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Diskussion über möglichen Kreisverkehr am Traunring

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Traunreut
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Im Bauausschuss wurde angeregt, im Zuge der Entwicklung des Areals »Muna Park« an der Eichendorffstraße, am Traunring auf Höhe der Einmündung in die Porschestraße einen Kreisverkehr anzulegen und damit auch die Eichendorffstraße mit anzubinden. Die Anregung stieß jedoch bei der Verwaltung auf wenig Gegenliebe. (Foto: Rasch)

Traunreut – Im Zuge der Gesamtentwicklung des Areals »Muna Park« in Traunreut kommt jetzt auch Bewegung in die Verkehrssituation. In der Sitzung des Bauausschusses wurde heftig darüber debattiert, wie man den Autoverkehr in diesem Bereich für die Zukunft entwickeln könnte. Der Vorschlag von Hans Jobst (CSU), am Traunring auf Höhe der Abzweigung in die Porschestraße einen Kreisverkehr zu bauen, stieß vor allem bei der Verwaltung auf wenig Gegenliebe. Nach Ansicht von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann wäre die Planung eines Kreisverkehrs an dieser Stelle »hinausgeschmissenes Geld.«


Ein Kreisverkehr an dieser Stelle wäre nicht nur unheimlich aufwändig, sondern seines Erachtens auch nicht notwendig. Gätzschmann verwies auf eine aktuelle Verkehrsstudie, die zum neuen Wohnbaugebiet Stocket unter Einbeziehung des dort im Bau befindlichen Kindergartens erstellt worden ist. Beide Projekte werden über die Porschestraße beziehungsweise über die Kolpingstraße erschlossen. Die Untersuchung hat ergeben, dass bis zum Jahr 2035 »alle untersuchten Knotenpunkte die künftigen Verkehrsmengen in einer angemessenen Qualität abwickeln können. Am Knotenpunkt Porschestraße/Traunring wird mit der Qualitätsstufe B das rechnerisch schlechteste Ergebnis erzielt. Die Wartezeiten sind jedoch als sehr gering zu bewerten. Ertüchtigungsmaßnahmen zur Gewährleistung eines stabilen Verkehrsablaufs sind an keinem Knotenpunkt zu ergreifen. Der Verkehrsablauf an den untersuchten Knotenpunkten wird im Nullfall und im Planfall mit Wohnbaugebiet und Kindertagesstätte unter den getroffenen Annahmen rechnerisch stabil sein«, heißt es in dem Auszug der Studie einer Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr.

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Ein Großteil des Gremiums kann die Haltung des Stadtbaumeisters, den Bürgermeister Klaus Ritter in seiner Meinung bestärkte, aber nicht nachvollziehen. »Auch wenn es im Moment noch geht, wir wollen das Muna-Areal entwickeln«, sagte zweiter Bürgermeister Hans-Peter Dangschat (CSU). Er finde die Idee von Hans Jobst sehr gut und man sollte sie auch nicht ablehnen. Auch seine Fraktionskollegin Andrea Haslwanter und Günther Dzial (SPD) regten an, die Chance zu nutzen und in die Zukunft zu planen. »Wir haben dort jetzt schon ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Wenn dort ein Kreisverkehr möglich wäre, sollte jetzt die Chance genutzt werden«, so Haslwanter.

Bis auf das Hauptproblem, dass auf der Porschestraße eine Linksabbiegespur fehle, wie Thomas Danzer (FW) einräumte, laufe dort alles andere »Pfennig guad.« Damit sprach er auch die damit ursächlich verbundene Problematik, nämlich den Grunderwerb an, der auch im Falle einer Linksabbiegespur mit Schwierigkeiten verbunden wäre. Sowohl Gätzschmann als auch Ritter hatten mehrfach darauf hingewiesen, dass der Grunderwerb mit eines der größten Probleme sein dürfte. Dies haben bereits die Erfahrungen für einen Kreisverkehr am Traunring bei der Einmündung in die Eichendorffstraße gezeigt.

Nach Angaben der Verwaltung sei bereits im Jahr 1995 im Zuge des Ausbaus des Traunrings über eine Kreisverkehrslösung im Stadtrat diskutiert worden. Auch Grunderwerbsgespräche seien damals geführt worden, mit dem Ziel, private Flächen für die Gehweg- und Straßenflächen zu erwerben. Die Gespräche seien jedoch ohne Erfolg verlaufen. Ein letzter Versuch sei in den Jahren 2002/2003 gestartet und ohne Erfolg wieder gestoppt worden. Auch aus Kostengründen seien eine Weiterverfolgung eines Kreisverkehrs beendet und der Ausbau des Traunrings, wie er dann realisiert wurde, beschlossen worden.

Gemäß den Richtlinien müsste ein Kreisverkehr einen Außendurchmesser von 24 Metern haben. Da ein Grunderwerb auch zum heutigen Zeitpunkt als sehr unwahrscheinlich erscheint, wurde seitens der Verwaltung darauf hingewiesen, dass eine erneute Planung eines Kreisverkehrs an dieser Stelle mit den damit verbundenen Planungskosten nicht sinnvoll wäre.

Das letzte Wort für einen Kreisverkehr unweit des ursprünglichen Standorts, dürfte aber noch nicht gesprochen sein. Ein Beschluss wurde nicht gefasst und die weitere Debatte aus Datenschutzgründen in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt. ga