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Diskussion um Jugendzentrum in Traunstein: Neues Grundstück im Gespräch

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Traunstein: Diskussion um Jugendzentrum – Neues Grundstück im Gespräch
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Das Grundstück samt Haus, Herzog-Wilhelm-Straße 2, hat die Stadt im vergangenen Jahr gekauft. Dr. Christian Hümmer (CSU) hat nun vorgeschlagen, zu prüfen, ob man dort vielleicht ein Jugendzentrum schaffen kann. (Foto: Pültz)

Traunstein – Neue Wellen schlägt die alte Diskussion um ein Jugendzentrum: Dr. Christian Hümmer von der CSU hat vorgeschlagen, zu untersuchen, ob die Einrichtung auf dem städtischen Grundstück an der Einmündung der Herzog-Wilhelm- in die Wasserburger Straße dargestellt werden kann.


Wie Hümmer gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt ausführte, sollte diese Möglichkeit »ergebnisoffen geprüft werden«. Ob das Projekt »am Ende des Tages tatsächlich umsetzbar ist«, so der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion weiter, »kann ich nicht beurteilen«.

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Überlegungen, die in diese Richtung gehen, hatte Hümmer in der Podiumsdiskussion der Kolpingfamilie und des katholischen Kreisbildungswerks geäußert (zum Bericht). In der Runde der Kandidaten für die Wahl des Oberbürgermeisters schlug Hümmer – er geht für die CSU und die UW ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus – vor, das Grundstück samt Haus, das an der Herzog-Wilhelm-Straße gegenüber der Gaststätte Sailer-Keller steht, als Standort für ein neues Jugendzentrum unter die Lupe zu nehmen.

In der Diskussion sei immer wieder die Rede, dass der neue Treffpunkt der Jugendlichen in Bahnhofsnähe zustande kommen solle, so Hümmer auf Anfrage. Das Grundstück an der Herzog-Wilhelm-Straße erfülle diese Anforderung. Außerdem sei die Gegend, was ebenso von Bedeutung ist, belebt. Was die Lage betrifft, so würde ein Jugendzentrum dort »gut passen«.

»Das Grundstück ist im städtischen Besitz und groß«, sagt Hümmer. Ob die Immobilie geeignet ist, sei zu prüfen. »Vielleicht kann man sie nutzen, denkbar ist auch ein Neubau. Ich bin für die Prüfung des Standorts, des Grundstücks und des Hauses. Alles andere wird man sehen. Zumindest wäre das mal ein konkreter Anfang.«

OB Kegel: Vorschlag kommt vor der Wahl

»Grundsätzlich finde ich diesen Vorschlag überlegenswert«, meint Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD), »wir werden ihn selbstverständlich prüfen«. Dass dieser Vorschlag vor der Wahl komme, im Jahr 2016 aber gerade Dr. Christian Hümmer die fertige Planung für ein circa 600 Quadratmeter großes Jugendzentrum in der Güterhalle »massiv bekämpft« habe, zeige aber auch, »dass die inhaltliche Arbeit wohl von einem gewissen Wahlrhythmus abhängig zu sein scheint«. Und Kegel weiter: »Bereits im Jahre 2018 hätten wir unseren Jugendlichen dieses Jugendzentrum zur Verfügung gestellt. Gut, das Ergebnis des rein aus politischen Gründen initiierten Bürgerentscheids ist bekannt. Mit den Folgen haben wir nach wie vor zu kämpfen.«

Bei dem Haus an der Herzog-Wilhelm-Straße 2 müsse man zunächst einmal grundsätzliche Fragen abarbeiten, sagt Kegel. Und er nennt in diesem Zusammenhang den Brandschutz, die Fluchtwege, die nutzbare Fläche, die Aufteilung der Zimmer, die Heizung, die Toiletten und eine mögliche Gestaltung der freien Flächen. Dabei müsse man wissen, dass dieses Haus pro Geschoß zwischen 70 und 75 Quadratmeter Fläche besitzt, also insgesamt circa 220 Quadratmeter, abzüglich bestehender Technikräume und anderem. »Der jetzige Jugendtreff am Rathaus ist da deutlich größer«, so Kegel. Und weiter: »Aber wir werden uns das anschauen.«

Die Stadt erwarb dieses Grundstück im vergangenen Jahr. Sie habe, wie Oberbürgermeister Kegel ausführt, das Vorkaufsrecht wahrgenommen – was, wie er im Rückblick meint, »sicherlich eine richtige Entscheidung« gewesen sei, »wie man nicht zuletzt am jetzt geäußerten Wunsch nach einer möglichen Nutzung als Jugendzentrum sieht«.