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Diskussion um Schulwegsicherheit an der Bacheifeldschule

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Berchtesgaden: Diskussion um Schulwegsicherheit vor Bacheifeldschule im Gemeinderat
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Am Morgen sorgt Schulhausmeister Helge Zeidler am Fußgängerüberweg Bräuhausstraße für Sicherheit. Mittags an der Bergwerkstraße wird er nun nicht mehr eingesetzt. (Foto: Christian Wechslinger)

Berchtesgaden – Ein zwischenzeitlich heiß diskutiertes Thema kocht nun erneut auf: Es geht um die Schülerbeförderung beziehungsweise die Schulwegsicherheit an der Bacheifeldschule. Weil die Eltern mittags bei der Abholung ihrer Kinder für teils chaotische Verhältnisse gesorgt hatten, waren die Buskinder zuletzt an der Bushaltestelle Bergwerkstraße abgeholt worden. Dort wird der Hausmeister nun allerdings nicht mehr für Sicherheit sorgen.


Es war Helmut Langosch (Freie Wähler), der das Thema nach drei Anfragen aus dem Elternkreis am Montag im Marktgemeinderat Berchtesgaden aufgriff. Er erinnerte daran, dass der Hausmeister bislang die Erst- und Zweitklässler hinüber zur Bushaltestelle an der Schießstättbrücke begleitet und sie auch beim Überqueren der Bergwerkstraße beaufsichtigt hatte. Nun hat es aber Aufregung gegeben, weil der Hausmeister nun plötzlich nicht mehr mitgehe. »Es ist sehr gefährlich, die Kinder alleine auf den Weg zu schicken, auch wenn es rechtlich in Ordnung ist«, sagte Langosch und erinnerte an die Tücken der Hauptverkehrsstraße und des nahen Mühlbachs.

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»Das hat absolut nichts damit zu tun, dass wir uns vielleicht ein paar Euro sparen wollten«, stellte Marktbürgermeister Franz Rasp gleich klar. Vielmehr habe man das Thema auf Bitten der Schulleitung aufgegriffen, weil die Schule für diese Tätigkeit des Hausmeisters abseits der Schule kein Weisungsrecht habe. Das Problem sei auch nicht der Schulweg, sagte Rasp, sondern die große Anzahl der Kinder in dem kleinen Buswartehäuschen.

Nun habe man eine andere Lösung gefunden. Die Kinder aus Maria Gern gehen nun hinauf zur Bushaltestelle am Rathausplatz. die Anzahl der Kinder im Buswartehäuschen Schießstättbrücke habe sich dadurch enorm reduziert. Und die Gefährdung der Kinder am Rathausplatz in einer 30er-Zone sei sowieso wesentlich geringer.

Für Helmut Langosch macht die Zahl der Kinder an der Bergwerkstraße allerdings keinen großen Unterschied: »Dort ist ein gefährlicher Übergang, da ist es egal, ob es drei oder 15 Kinder sind.« Vielleicht sollte man die Kinder wieder wie früher auch mittags von der Schule abfahren lassen, schlug Langosch vor.

Das animierte Bürgermeister Franz Rasp dazu, die vollständige Geschichte zu erzählen. »Wir sind über Jahre zusammen mit der Polizei daran gescheitert, die Unsitte des Abholens in und an der Schule abzustellen«, sagte Rasp. Wenn man irgendwie sicherstellen könnte, dass nicht jedes Elternteil sein Kind mit dem Wagen direkt an der Schule abholt, dann wäre gegen eine Busabholung nichts einzuwenden. »So aber müssen die Busse teilweise rückwärts fahren, weil sie blockiert sind.«

Die Situation sei für die Busfahrer ziemlich schlimm gewesen, auch weil die Bräuhausstraße an den Engstellen wegen der entgegenkommenden Fahrzeuge oft verstopft war. Morgens sei die Anlieferung der Kinder mit Privatautos kein Problem, weil die Fahrzeuge gleich wieder weg sind. Mittags aber habe man regelmäßig chaotische Verhältnisse gehabt. Franz Rasp wollte an dieser Stelle »eine Lanze für alle Schüler brechen, die zu Fuß zur Schule gehen, zum Beispiel vom Toni-Kurz-Weg aus«. Man könne halt nicht die ganze Welt auspolstern, Schulwegsicherheit habe auch mit Eigenverantwortung der Kinder zu tun. Dennoch nehme man das Thema natürlich sehr ernst.

Bürgermeister Rasp versprach schließlich trotzdem, das Problem im Rahmen der Neuausschreibung erneut anzupacken. »Wir können gerne noch einmal einen Anlauf nehmen. Aber dann brauchen wir eine Lösung vor der Schule und auch am Bräuhaus vorbei«.

Ulli Kastner