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Django Django treten dem Teufel in den Hintern

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Django Django
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Django Django leuchten im Dunkeln. Foto: Horacio Bolz/Caroline International Germany/dpa Foto: dpa

Anfangs sahen Django Django sich nur als »diese seltsame kleine Band«, doch schon mit dem Debüt 2012 wurde mehr daraus. Auch Album Nummer vier verzückt mit smartem Electropop und hellen Melodien.


Berlin (dpa) - Gleich beim ersten Song des neuen Albums weiß jeder Fan von Django Django sofort, weshalb er diese Band schon mit ihrem Debüt vor neun Jahren liebgewonnen hatte. Zischelnde Electro-Effekte, galoppierender Groove, federleichter Gesang über sonnigen Harmonien - fertig ist mit »Spirals« ein weiterer Indie-Volltreffer der Londoner.

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»Free From Gravity« ist kurz danach noch so ein Stück, das sich - dem Songtitel entsprechend - der irdischen Schwerkraft in Corona-Zeiten entzieht. Ganz bei sich sind die vier Britpopper später auch beim mitreißenden Funk-Gospel-Track »Kick The Devil Out«: Ein Tritt in den Hintern für das Böse - besser kann man Pandemie-Sorgen kaum begegnen.

Das Beste daran: Nachdem Django Django zuletzt ihren Schwung nicht immer auf Albumlänge durchhalten konnten, ist ihnen mit »Glowing In The Dark« wieder eine durchgehend starke Platte geglückt. Man fühlt sich an das selbstbetitelte, für den Mercury Prize nominierte Debüt erinnert, auf dem der Mix aus Krautrock, Psychedelia und Art-Pop sofort voll aufging.

Dabei hatten Django Django nach eigenem Bekunden zunächst gar nicht die (zumindest in Großbritannien) sehr beachtliche Pop-Karriere mit soliden Charts-Platzierungen im Sinn. »Wir sahen uns immer nur als diese seltsame kleine Band mit einem festen Kernpublikum«, sagt Sänger Vincent Neff. »Wir hätten nicht gedacht, dass wir mit vier Alben auf großen Festivals spielen würden. Aber es ist passiert.«

Dass die Lieder von Django Django fast immer tanzbar sind, ohne sich modisch anzubiedern, hat sicher auch mit Produzent Dave MacLean zu tun. Schon früh orientierte er sich als Schlagzeuger und DJ am Dancefloor, probierte Techno und Electronica aus. Als er Neff an der Edinburgh School of Art traf, stimmte die Chemie sofort. Etwas später stießen Tommy Grace (Keyboards) und Jimmy Dixon (Bass) zur Band.

Mit der Gitarren-Ballade »The World Will Turn« vom neuen Album machen es sich Django Django nun sogar zwischen Simon & Garfunkel und den Beach Boys gemütlich - Retro-Folkpop können sie also auch. Und auf »Waking Up« singt Charlotte Gainsbourg mit. Très charmant, das alles.

© dpa-infocom, dpa:210209-99-361970/3

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