DNA-Analyse bestätigt: Es war ein Wolf

Bildtext einblenden
Vier Schafe riss ein Wolf kurz vor Weihnachten oberhalb der Ettenberger Straße in Marktschellenberg. (Fotos: privat)
Bildtext einblenden
Bereits die in Blut getränkten Fußspuren deuteten auf einen Wolf als Täter hin.

Marktschellenberg – Seit gestern steht es fest: Für den Schafsriss einige Tage vor Weihnachten an der Ettenberger Straße oberhalb von Marktschellenberg ist tatsächlich ein Wolf aus der sogenannten Alpenpopulation verantwortlich. Das ergab die in Auftrag gegebene DNA-Analyse. 


Die Besitzer einer Schafherde an der Ettenberger Straße hatten am 19. Dezember feststellen müssen, dass in ihrer eingezäunten Koppel vier Schafe gerissen worden waren. Zwei Tiere waren bereits tot, zwei weiteren musste der Revierjäger den Gnadenschuss geben, um sie zu erlösen. Die Spuren im Schnee deuteten bereits darauf hin, dass ein Wolf die Schafe gerissen hatte.

Seit gestern ist bekannt, dass die DNA-Analyse diesen Verdacht bestätigt hat. Marktschellenbergs Bürgermeister Michael Ernst war darüber gestern unter anderem vom zuständigen Revierjäger informiert worden, am späten Nachmittag gab es dazu auch eine Pressemitteilung des Landesamts für Umwelt (LfU). Nicht bekannt war bis gestern allerdings, ob es sich um denselben Wolf handelt, der einige Zeit zuvor Schafe in Anger und Bergen gerissen hatte. In Aufham hatte ein Wolf ein Schaf getötet, in Bergen waren Ende Oktober sogar fünf Schafe dem Beutegreifer zum Opfer gefallen. Die Ergebnisse der Individualisierung liegen laut Landesamt noch nicht vor, sie werden für Anfang Januar 2022 erwartet.

Die Orte der Übergriffe liegen innerhalb der Kulisse der »Förderrichtlinie Investition Herdenschutz Wolf«. Das LfU bittet dringend alle Nutztierhalter der Region, ihre Tiere wolfssicher unterzubringen, zum Beispiel durch Einstallung oder wolfsabweisende Zäunung. Darüber hinaus bittet das LfU, etwaige Übergriffe auf Nutztiere sowie auch weitere Beobachtungen unmittelbar dem LfU, Fachstelle Große Beutegreifer zu melden, damit unverzüglich weitere Schritte wie beispielsweise Rissbegutachtung und Probeentnahme für genetische Analysen veranlasst werden können.

Nutztierhalter, deren Flächen innerhalb der Förderkulisse liegen, können hier Material- und Montagekosten für die Einrichtung wolfsabweisender Zäune zu 100 Prozent gefördert bekommen. Anträge sind bei den zuständigen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu stellen. Schäden, die Nutztierhaltern durch Wolfsrisse entstehen, können durch den Freistaat Bayern ausgeglichen werden. Hinweise zu Wolf, Luchs und Bär können gemeldet werden an das Bayerische Landesamt für Umwelt, Fachstelle Große Beutegreifer, Telefon 09281/1800-4640, Mail fachstelle-gb(at)lfu.bayern.de.

Ulli Kastner