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Doppelmord in Königsdorf: Polizei geht von vier Tätern aus

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Foto: Symbolbild, dpa/Peter Endig

Jetzt gibt es schon drei Verhaftete im Fall des Doppelmordes von Höfen. In Polen hat die Polizei den Sohn der Pflegerin festgenommen, die einst im Haus der einzigen Überlebenden des Überfalls arbeitete. Nach dem Bruder der Frau wird gefahndet. Es soll vier Täter geben.


Im Fall des Doppelmordes von Höfen bei Bad Tölz sitzen nun bereits drei mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Die Polizei nahm im polnischen Stettin auch den Sohn der Pflegekraft fest, die früher im Haus der einzigen Überlebenden des Überfalls gearbeitet hatte. Der 23-Jährige soll unmittelbar an der Tat beteiligt gewesen sein. Es bestand ein internationaler Haftbefehl gegen ihn, wie die Polizei am Donnerstag in Rosenheim mitteilte.

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Damit geht die Sonderkommission «Höfen» mittlerweile von vier Tätern aus. Weiterhin auf der Flucht ist der sechs Jahre jüngere Bruder der 49 Jahre alten Pflegerin. Er soll ebenfalls direkt an dem zweifachen Raubmord beteiligt gewesen sein und sich in seiner polnischen Heimat versteckt halten. Der 43-Jährige – er ist der Onkel des nun verhafteten jungen Mannes – könnte bewaffnet sein.

Bereits vor einer Woche war im südostpolnischen Rzeszow ein 32-Jähriger unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden. Er hatte anfangs als Zeuge gegolten. Der Mann war nur wenige Stunden nach dem Verbrechen zusammen mit zwei Tatverdächtigen an einer Raststätte der Autobahn von Garmisch-Partenkirchen nach München (A95) von einer Überwachungskamera gefilmt worden.

Die Staatsanwaltschaft hat die Auslieferung der beiden in Polen festgenommenen Männer beantragt. Die Frau sitzt in Deutschland in Untersuchungshaft. Sie war in Brandenburg festgenommen worden.

In dem Haus im Weiler Höfen der Gemeinde Königsbrunn waren in der Nacht zum 23. Februar eine Frau (76) aus dem Raum Frankfurt am Main und ein Mann (81) aus Nordrhein-Westfalen ermordet worden. Beide waren Bekannte der Bewohnerin. Die Hausbesitzerin wurde von den Tätern schwer verletzt zurückgelassen. Die 76-Jährige liegt immer noch im Krankenhaus. Nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Thalmeier bessert sich ihr Gesundheitszustand nur langsam. Vernehmungsfähig ist die Frau noch nicht.

Der grausame Überfall, der auch in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» aufgerollt wurde, hatte die Menschen im bayerischen Oberland erschüttert. Die Polizei sprach von einer «schockierenden und sehr brutalen Tat, die für die Region einzigartig ist». Die Ermittler gehen von zweifachem Raubmord und von Mordversuch aus.

dpa