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Doppelter Weltcupsieg für Toni Palzer

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Toni Palzer ist auf dem besten Weg, auch bei den Herren ein Weltklasse-Skibergsteiger zu werden. Foto: Stephan Mantler

Les Marecottes (DAV) - Zwei souveräne Weltcupsiege bei den Junioren lief Skibergsteiger Toni Palzer am Wochenende im Schweizer Les Marecottes heraus. Der Ramsauer siegte mit großem Abstand im Sprint und im Hauptrennen über 1 600 Höhenmeter.


Nach dem Weltcupauftakt im Ahrntal und der Deutschen Meisterschaft Vertical am Jenner (wir berichteten) stand am letzten Januarwochenende nun der zweite Weltcup in Les Marecottes (Schweiz) auf dem Wettkampfkalender. Dieses Mal machte sich ein etwas verkleinertes Team auf die lange Reise in die Westschweiz - Alexander Schuster musste krankheitsbedingt daheim bleiben und auch Philipp Reiter und Thomas Trainer, die zum Weltcupauftakt in Italien noch einen Gaststartplatz erhalten hatten, nutzten das Wochenende anderweitig.

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Aber dafür hatte Juniorenweltmeister Toni Palzer aus der Ramsau nach überstandener Grippe und seinem Sieg vom Jenner wieder genug Power und Selbstvertrauen, um in der Schweiz auf Sieg zu laufen. Wie gerne hätte sich der 19-Jährige schon in diesem Jahr in der Herrenklasse mit den Senioren gemessen, aber der internationale Verband hatte nach einem ersten Vorstoß im Herbst das Reglement doch wieder geändert und die Starts von Junioren ab 18 in der Seniorenklasse wieder zurückgenommen. Lediglich der Start beim Senioren-Teamrennen bei der WM steht den Junioren nun offen.

Neben Palzer bestand das deutsche Team aus Junior Cornelius Unger (Rosenheim) und den Herren Sepp Rottmoser (Rosenheim) und Toni Lautenbacher (Bad Tölz).

Wie bei den meisten Weltcuprennen mittlerweile üblich, bestand auch in der Schweiz das Rennwochenende wieder aus zwei Etappen: Den Auftakt bildete ein Sprintrennen am Freitag, bevor das Hauptrennen am Samstag folgte. Zum Sprintrennen hatten sich bereits zahlreiche Zuschauer eingefunden und hier konnten die DAVler zurecht auf Finaleinzüge hoffen: Sowohl Sepp Rottmoser als amtierender Sprint-Europameister als auch Toni Palzer galten als absolute Favoriten auf den Tagessieg. Und Palzer zeigte auch erwartungsgemäß seine Klasse in der schnellen Disziplin: Der Ramsauer siegte souverän bei den Junioren und lief dabei auch noch die viertschnellste Rundenzeit aller Starter - Herren eingerechnet. Es wird also langsam wirklich Zeit, dass sich Palzer mit den Herren messen darf.

Ebenfalls stark zeigte sich der zweite deutsche Junior im Bunde: Cornelius Unger erreichte ebenfalls das Finale und verpasste hier mit Rang 5 um nur zwei Sekunden das Podium.

Bei den Herren richteten sich dann die deutschen Hoffnungen ganz auf Sepp Rottmoser, der beim Alpiniski-Weltcup seine Sprint-Premiere in diesem Jahr gab. Nach einem furiosen Start in der Qualifikation mit der zweitschnellsten Zeit gab der schnelle Rosenheimer schon einmal eine Duftmarke ab, wo die Reise an diesem Tag hingehen könnte. Im Halbfinale unterlief Rottmoser dann allerdings ein kleiner, aber entscheidender Fehler: Er wechselte im Eifer des Gefechts und bei vollem Gedränge leicht außerhalb der markierten Wechselzone und wurde dafür mit einer Zeitstrafe belegt. Die sorgte natürlich dafür, dass Rottmoser keine Chance mehr hatte, das Finale der besten sechs zu erreichen.

Und auch der zweite DAV-Starter bei den Herren zeigte sich solidarisch mit Rottmoser: Toni Lautenbacher, der überhaupt das erste Mal bei einem Weltcup-Sprintwettbewerb am Start stand, bekam für das fehlerhafte Befestigen seiner Ski am Rucksack ebenfalls eine Zeitstrafe aufgebrummt, ansonsten hätte er sicher das Viertelfinale erreicht. So blieb für Lautenbacher am Ende nur der 36. Platz; Rottmoser konnte sich als kleines Trostpflaster immerhin noch über Rang 3 in der Espoirklasse (entspricht U23) freuen, bei den Herren belegte er Platz acht.

Aber es kam ja noch das Singlerennen am nächsten Tag. Und hier wartete ein echter alpiner Hammer mit knapp 2 000 (Junioren: 1 600) Höhenmetern, einer tollen Spuranlage und langen technischen Passagen in Aufstieg und Abfahrt auf die Starter. Alleine in der Tragepassage gab es endlose 250 Höhenmeter zu überwinden. Und hier war im Juniorenrennen Toni Palzer einmal mehr in seinem Element. Er lief einem jederzeit ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen und sicherte sich den Tagessieg mit über fünf Minuten Vorsprung vor den Italienern Nadir Maguet und Luca Faifer. Cornelius Unger belegte Platz 8, hatte allerdings schon 16 Minuten Rückstand auf seinen Teamkollegen Palzer. Der bleibt damit seit über vier Jahren bei allen ISMF Singlerennen (Weltcup, WM/EM) ungeschlagen - eine beachtliche Bilanz. Und im Ahrntal bewies der Ramsauer einmal mehr, dass er auch bei den Herren gut mithalten kann. Denn beim Junioren-Umkehrpunkt nach 1 600 Höhenmetern lag er bei den Herren unter den ersten Zehn.

Bei den Herren sicherte sich der Spanier Kilian Jornet einen weiteren Sieg vor dem in dieser Saison bärenstarken Espoir Matheo Jaquemoud (FRA) und dem Italiener Matteo Eydallin. Die deutschen Vertreter konnten gute Plätze im Mittelfeld halten - bei 2 000 Höhenmetern Rennstrecke kam Sepp Rottmoser mit gut siebzehneinhalb Minuten Rückstand auf den Sieger auf Platz 22 (Espoirs: 8 ) ins Ziel. Teamkollege Lautenbacher folgte zweieinhalb Minuten später auf Rang 27 (Espoirs: 10).