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dpa-Nachrichtenüberblick Politik

Tsipras legt angeblich «endgültige Lösung» vor

Athen (dpa) - Zur Lösung der griechischen Schuldenkrise hat Ministerpräsident Alexis Tsipras Vorschläge für eine «endgültige Lösung» vorgelegt - davon spricht zumindest Athen. Tsipras telefonierte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem französischen Präsidenten François Hollande und mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Ein EU-Mitarbeiter erklärte dagegen, dass bisher kein Vorschlag eingetroffen sei. In Brüssel wird es morgen einen Sondergipfel der Euro-Staaten zum Thema Griechenland geben.

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Al-Dschasira: Deutschland soll Journalisten Mansur freilassen

Berlin (dpa) - Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira hat die Freilassung seines in Berlin festgenommenen Fernsehjournalisten gefordert. Die ägyptischen Anschuldigungen seien falsch. Der zugrunde liegende Haftbefehl gehe auf einen «fadenscheinigen Versuch des Rufmords» zurück. Der Journalist bleibt laut Staatsanwaltschaft aber vorerst in Gewahrsam. Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte, den Fall «schnell und unmissverständlich» aufzuklären. Mansur war gestern am Flughafen Berlin-Tegel festgenommen worden. Laut Bundespolizei lag ein internationaler Haftbefehl gegen ihn vor.

Tote und Verletzte bei neuer Gewalt in der Ostukraine

Kiew (dpa) - Bei neuer Gewalt im Unruhegebiet Ostukraine sind mindestens sechs Menschen getötet und zehn verletzt worden. Die Regierungseinheiten und die prorussischen Separatisten warfen sich gegenseitig vor, trotz eines im Februar geschlossenen Friedensabkommens mit schweren Waffen zu feuern. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE bestätigten Schusswechsel besonders um den zerstörten Flughafen von Donezk sowie bei Schirokine nahe Mariupol.

Berlin und Washington wegen NSA-Spionageliste auf Konfrontationskurs

Berlin (dpa) - Deutschland und die USA gehen wegen der US-Geheimliste mit europäischen Spionagezielen auf Konfrontationskurs. Zwar äußert sich die Bundesregierung nicht zum Bericht der «Bild am Sonntag», wonach Washington die Entscheidung der Bundesregierung für einen Sonderermittler ablehne. Ein Sprecher erklärte aber: «Es gilt das Angebot der Bundesregierung.» Die Regierung bietet dem NSA-Untersuchungsausschuss an, eine Vertrauensperson einzusetzen, um die Selektorenliste zu untersuchen, mit der die NSA europäische Politiker überwacht und Wirtschaftsspionage betrieben haben soll.

Schwesig: «Als Frau kann man es eigentlich niemandem recht machen»

Berlin (dpa) - Familienministerin Manuela Schwesig sieht Frauen durch die gesellschaftlichen Rollenklischees benachteiligt. «Als Frau kann man es eigentlich niemandem recht machen», sagte die SPD-Politikerin der «Bild am Sonntag». «Wer sich nicht für Kinder entscheidet, wird schräg angeguckt. Wer dann auch noch Erfolg im Beruf hat, ist die egoistische Karrierefrau. Wer sich für Kinder entscheidet und zu Hause bleibt, ist «nur Hausfrau». Wer Kinder hat und arbeitet, ist die Rabenmutter. Diese Stereotypen und Rollenklischees müssen endlich aufgebrochen werden.»

Papst Franziskus besichtigt Turiner Grabtuch

Turin (dpa) - Papst Franziskus hat das Turiner Grabtuch besichtigt. Das Oberhaupt der Katholiken betete im Dom der norditalienischen Stadt einige Minuten vor dem Stück Stoff, das viele Gläubige als Grabtuch Jesu verehren. «La sacra Sindone», wie das Grabtuch auf Italienisch genannt wird, wurde zuletzt 2010 öffentlich ausgestellt und wird nur alle paar Jahre präsentiert. Gläubige halten den Stoff für das Leichentuch, in das Jesus nach seiner Kreuzigung gehüllt wurde. Kritiker meinen, das Tuch stamme aus dem Mittelalter.