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dpa-Nachrichtenüberblick Politik

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Katholische Kirche erlaubt «Pille danach» für vergewaltigte Frauen


Trier (dpa) - Kehrtwende nach einem Sturm der Empörung: Katholische Krankenhäuser in Deutschland dürfen vergewaltigten Frauen die «Pille danach» verordnen, wenn sie die Befruchtung verhindert und nicht abtreibt. Darauf einigten sich die deutschen Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Trier einstimmig. Sie reagierten damit auf heftige Proteste nach der Abweisung eines Vergewaltigungsopfers an zwei Kliniken. Medikamente, die den Tod des Embryos bewirken, dürften jedoch weiterhin nicht angewendet werden. Der Kurswechsel bei der «Pille danach» sei möglich geworden, weil es neue Präparate mit anderen Wirkweisen auf dem Markt gebe, so die Begründung.

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Wanka drängt Länder zu stärkerer Hochschul-Finanzierung

Berlin (dpa) - Die neue Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) drängt die Länder, angesichts des Ansturms auf die Hochschulen mehr Geld für zusätzliche Studienplätze lockerzumachen. «An der Stelle werde ich mit den Ländern sehr konsequent verhandeln», sagte Wanka wenige Stunden nach ihrer Vereidigung am Donnerstag in Berlin. Hintergrund ist das Ringen um den Hochschulpakt. Wegen der vielen Studienanfänger verlangen die Länder dabei einen Nachschlag von 1,9 bis 3,4 Milliarden Euro aus der Bundeskasse. Im April soll erneut verhandelt werden. Wanka war am Morgen im Bundestag vereidigt worden und folgt damit auf Anette Schavan.

Erstmals seit Juli wieder deutscher Soldat bei Gefecht verwundet

Kundus/Berlin (dpa) - Erstmals seit mehr als sieben Monaten ist in Afghanistan wieder ein deutscher Soldat verwundet worden. Beim Sturm eines Taliban-Verstecks am Rande der nordafghanischen Stadt Kundus wurden am Donnerstag nach Polizeiangaben auch vier Aufständische und zwei Polizisten einer Sondereinheit getötet. Der Sprecher der Polizei in der Provinz Kundus, Sayed Sarwar Hussaini, sagte, drei Aufständische seien gefangen genommen worden. Die Bundeswehr teilte am Nachmittag mit, der verletzte deutsche Soldat sei außer Lebensgefahr und werde im Einsatzlazarett in Masar-i-Scharif behandelt.

Mehr als 60 Tote bei verheerender Anschlagserie in Damaskus

Damaskus (dpa) - Terror im Zentrum von Damaskus: Eine Anschlagserie mit mehr als 60 Toten hat am Donnerstag die syrische Hauptstadt erschüttert. Vor Einrichtungen des Sicherheitsapparates und der Regierungspartei detonierten kurz hintereinander drei Autobomben. Nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter starben insgesamt 64 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Neuer US-Außenminister Kerry betont Führungsanspruch

Washington (dpa) - Der neue US-Außenminister John Kerry hat den globalen Führungsanspruch der USA unterstrichen. «Wir besitzen nicht mehr den Luxus, nur nach innen zu blicken», sagte er bei einer seiner ersten größeren Reden seit der Amtsübernahme Ende Januar. Amerika dürfe auch angesichts knapper Kassen nicht der Versuchung erliegen, sich aus der Weltpolitik zurückzuziehen. Außenpolitik beeinflusse auch die globale Wirtschaft und damit das Wohlergehen von Millionen Amerikanern zu Hause, sagte Kerry, der nächste Woche nach Berlin reist. Eindringlich warnte er vor Kürzungen bei der Entwicklungshilfe und mahnte Geschlossenheit im Kampf gegen den Klimawandel an.

Krisenzeichen bei Piratenpartei - Zweiter Landeschef tritt zurück

Potsdam/Stuttgart (dpa) - Die Piratenpartei rutscht immer tiefer in die Krise. Nur einen Tag nach dem Rücktritt des baden- württembergischen Landesvorsitzenden Lars Pallasch schmiss am Donnerstag auch der brandenburgische Landeschef Michael Hensel hin. Der «dringend notwendige Spaß» sei nahezu verloren gegangen, begründete er seinen Schritt. Pallasch dagegen hatte am Mittwoch wegen des rüden Umgangstons in der Partei den Landesvorsitz niedergelegt und seinen Parteiaustritt erklärt. Ihm und seiner Familie sei körperliche Gewalt angedroht worden, erklärte er. Die anonymen Schreiben stammten wohl von Parteimitgliedern.