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dpa-Nachrichtenüberblick Politik

Zweiter Terrorverdächtiger von Boston festgenommen

Boston (dpa) - Der mutmaßliche zweite Terrorverdächtige von Boston ist nach Polizeiangaben festgenommen worden. Der 19-jährige Dschochar Zarnajew war auf einem Boot im Bostoner Vorort Watertown gestellt worden. Das Boot war auf einem Grundstück eines Hauses abgestellt. Wie es hieß, wurde er lebend, aber verletzt gefasst. Nach der Festnahme brach auf den Straßen Jubel aus. Fernsehsender zeigten Bürger, die ins Freie strömten und applaudierten. Während der Suche nach dem Terrorverdächtigen hatte die Polizei tagsüber eine Ausgangssperre für den ganzen Großraum Boston verhängt.

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Obama lobt nach Festnahme von Verdächtigem Tapferkeit der Polizei

Washington (dpa) - Nach der Festnahme des mutmaßlichen zweiten Bombenlegers von Boston hat US-Präsident Barack Obama die Tapferkeit und Professionalität der Sicherheitsbehörden gelobt. «Sie haben so gearbeitet, wie sie sollten, als ein Team», sagte der Präsident im Weißen Haus in Washington. Der Fahndungserfolg schließe «nach fünf langen Tagen» ein wichtiges Kapitel dieses schlimmen Ereignisses. Obama kündigte eine lückenlose Aufklärung des Falles an. Die Familien der Opfer verdienten Antworten.

Friedrich fordert erweiterte Video-Überwachung in Deutschland

Berlin (dpa) - Nach den Bombenanschlägen von Boston fordert Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich eine erweiterte Video-Überwachung von öffentlichen Plätzen in Deutschland. Der CSU-Politiker sagte der «Bild am Sonntag», die Ereignisse in Boston zeigen erneut, wie wichtig die Überwachung des öffentlichen Raums durch Videokameras für die Aufklärung schwerster Straftaten sei. Zugleich machte der Minister deutlich, dass es hundertprozentige Sicherheit für öffentliche Veranstaltungen nicht gebe.

Verfassungsschutz warnt vor zu hohen Erwartungen an NSU-Prozess

Frankfurt/Main (dpa) - Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen warnt vor zu hohen Erwartungen an den bevorstehenden Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und den «Nationalsozialistischen Untergrund». Es sei nicht sicher, dass man am Ende restlos Klarheit über den NSU haben werde, sagte Maaßen der «Frankfurter Rundschau». Häufig könnten in Strafverfahren nicht alle Hintergründe einer Tat ermittelt werden. Dennoch hält er für denkbar, dass sich die Hauptangeklagte Zschäpe entgegen der Ankündigung ihrer Anwälte in dem Prozess äußert.

Kampf gegen Steueroasen: OECD sieht Defizite der Schweiz

Washington (dpa) - Die Schweiz hinkt im internationalen Kampf gegen Steueroasen nach Ansicht der Industrieländerorganisation OECD weiter hinterher. Die Eidgenossen erfüllen noch nicht die Standards zur internationalen Amtshilfe in Steuerfragen. Das geht aus einem Fortschrittsbericht der OECD hervor. Neben der Schweiz gehören dazu auch die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Panama. Die G20 berieten vor der Frühjahrstagung des IWF über schärfere Regeln gegen Steuerflucht. Finanzminister Wolfgang Schäuble hofft auf Verbündete im Kampf gegen Steueroasen und legale Steuertricks von Konzernen.

Dutzende Verletzte bei Straßenschlachten in Kairo

Kairo (dpa) - Bei einer Protestkundgebung der regierenden Muslimbrüder ist es in Kairo zu Straßenschlachten zwischen Islamisten und radikalen Protestgruppen gekommen. Dabei wurden mindestens 95 Menschen verletzt, wie die ägyptische Zeitung «Al Ahram» online unter Berufung auf Sanitäter berichtete. Die Krawalle hatten gestern begonnen, als Gegner der Islamisten die Demonstranten mit Steinen bewarfen. Diese setzten sich zur Wehr. Schließlich schritt die Polizei ein. Die Proteste richteten sich gegen den Justizapparat.