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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Athen kündigt erstmals wieder Ausgabe von Staatsanleihen an

Athen (dpa) - Vier Jahre nach dem ersten Hilferuf an die Europartner kehrt Griechenland mit längerfristigen Staatsanleihen an den Kapitalmarkt zurück. Das Athener Finanzministerium teilte am Mittwoch mit, dass internationale Banken beauftragt worden seien, die Ausgabe einer Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit vorzubereiten, nannte aber zunächst keine Summe. Die Emission stehe unmittelbar bevor. Aus Finanzkreisen verlautete, Athen strebt ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro an. Die Zeichnung der mit Spannung erwarteten Anleihe solle ab Donnerstag erfolgen. Es ist der erste Verkauf einer länger laufenden Staatsanleihe, seitdem das Euro-Krisenland 2010 mit milliardenschweren Krediten vor der Pleite bewahrt wurde.

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Massenrückruf bei Toyota - Mehr als sechs Millionen Autos betroffen

Köln/Tokio (dpa) - Vier Jahre nach einer spektakulären Pannenserie ruft der weltgrößte Autobauer Toyota erneut Millionen Autos in die Werkstätten. Insgesamt sind 6,39 Millionen Autos betroffen, davon etwa 92 000 in Deutschland, wie der japanische Autobauer am Mittwoch in Tokio und Köln mitteilte. Insgesamt gehe es um fünf Bauteile, 27 Toyota-Modelle würden zurückgerufen - vier davon in Deutschland. Bei Fahrzeugen der Kleinwagen Yaris und Urban Cruiser, die zwischen 2005 und 2010 gebaut wurden, könnte es Probleme an den Sitzschienen und einem Befestigungspunkt der Lenksäule geben, hieß es. Beim Geländewagen RAV4 und beim Pick-up Hilux, gebaut zwischen 2004 und 2010, sei ein Bruch im Fahrzeugkabelbaum nicht auszuschließen.

Daimler will milliardenschweres Sparprogramm ausweiten

Berlin/Stuttgart (dpa) - Bei der Aufholjagd um die Spitze in der Oberklasse will der Autobauer Daimler sein milliardenschweres Sparprogramm ausweiten. «Über alle Geschäftsfelder hinweg zeigen unsere Effizienzmaßnahmen Wirkung», sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin. «Wir werden sie strukturell absichern und ausbauen.» Den Aktionären versprach er ein erfolgreiches Jahr. Bislang hat der Dax-Konzern bereits Einsparungen von rund vier Milliarden Euro angekündigt. Bis Ende 2014 soll das Programm «Fit for Leadership» in der Autosparte mit zwei Milliarden Euro zu Buche schlagen. Im Lkw-Bereich sollen es insgesamt 1,6 Milliarden Euro sein. Hinzu kommen Ersparnisse in der Bussparte.

Forschungsinstitute rechnen weiter mit kräftigem Aufschwung

Berlin (dpa) - Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sagen Deutschland weiterhin einen kräftigen Konjunkturaufschwung voraus. In diesem Jahr werde die Wirtschaft um 1,9 Prozent zulegen, wie nach dpa-Informationen aus dem Frühjahrsgutachten hervorgeht, das an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt werden soll. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr, als die Institute im vergangenen Herbst vorausgesagt hatten. Auch liegt das Plus für 2014 leicht über der vorsichtigen Regierungsprognose von Mitte Februar von 1,8 Prozent. Für 2015 rechnen die Institute wie die schwarz-rote Koalition mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent. Bei den Bruttolöhnen werde 2015 ein Plus von 3,8 Prozent erwartet.

Gauck: Reformen im Finanzsystem müssen weitergehen

Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck hält die notwendigen Reformen im Bankenwesen für «noch lange nicht abgeschlossen». Die Branche habe zwar sieben Jahre nach dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Schuldenkrise aus Fehlern gelernt und befinde sich im Wandel, sagte Gauck am Mittwoch auf dem Deutschen Bankentag in Berlin. Über das Ausmaß der Bankenregulierung müsse aber weiter gerungen werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appellierte dabei an die Branche, gemeinsam mit der Regierung nach Lösungen zu suchen. Er versprach den Bankmanagern, alle weiteren Regulierungsschritte «im Dialog mit ihnen zu tun». Dabei sollten die Banken ihre Energie und Kompetenz aber «nicht zu sehr nur in der Vertretung ihrer kurzfristigen Interessen und die Abwehr neuer Regulierung stecken». Vielmehr sollten «wir uns gemeinsam darum bemühen, eine optimale Finanzmarktordnung zustande zu bringen».

IWF: Finanzsystem in der Eurozone noch nicht stabil genug

Washington (dpa) - Das europäische Finanzsystem ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) trotz aller Fortschritte noch zu anfällig. «Ein Anziehen des Wachstums hat die Aussichten verbessert, doch eine hohe Verschuldung, eine niedrige Inflation und finanzielle Ungleichgewichte sind weiterhin aktuelle Risiken», heißt es in dem Bericht zur Finanzstabilität, den die Organisation am Mittwoch in Washington vorlegte. Insgesamt falle das Urteil zwar nicht negativ aus: «In der Eurozone haben die Banken ihre Kapitaldecke gestärkt», schreibt der IWF. Auch die Unternehmen seien insgesamt wieder finanzstärker. Aber es gebe weiterhin schwierige Herausforderungen. So hapere es etwa in den schwächeren Euroländern immer noch an einer Kreditvergabe, die der Konjunktur wichtige Schübe verpassen könne.

Deutsche Exporteure bleiben trotz leichten Dämpfers auf Kurs

Wiesbaden (dpa) - Deutschlands Exporteure bleiben auf Kurs. Vor allem dank der kräftig anziehenden Nachfrage aus Europa kletterten die deutschen Ausfuhren im Februar im Jahresvergleich um 4,6 Prozent auf 92,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. «Der deutsche Außenhandel gewinnt abermals an Dynamik. Die Exporte steigen so schnell wie schon seit neun Monaten nicht mehr», sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Anton F. Börner. Noch stärker stiegen allerdings die Einfuhren, die sich gegenüber Februar 2013 um 6,5 Prozent auf 76,1 Milliarden Euro erhöhten - und damit so stark wie seit Oktober 2011 nicht mehr.

Tarifeinigung bei der Telekom - 4,6 Prozent mehr Geld

Bonn (dpa) - Der Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom ist beigelegt. Arbeitgeber und Gewerkschaft Verdi verständigten sich am Mittwoch für die 72 000 Beschäftigten der Telekom Deutschland mit Mobilfunk, Festnetz, Service, Technik und Konzernzentrale auf eine Anhebung der Gehälter in zwei Schritten um 4,6 Prozent über einen Zeitraum von zwei Jahren, teilten Sprecher von Verdi und Telekom mit. Außerdem sind bis Ende Januar 2016 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. In einer rund 24-stündigen Marathonsitzung in Bonn hatten die Tarifpartner zuvor um einen Kompromiss gerungen. Offen ist die Tarifrunde noch für 25 000 Mitarbeiter der Großkundensparte T-Systems, für die an diesem Donnerstag separat verhandelt wird.

Schichtarbeiter hat bei Gesundheitsproblemen Recht auf Tagdienst

Erfurt (dpa) - Kann ein Schichtarbeiter aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtdienste leisten, so ist er deswegen nicht arbeitsunfähig. Vielmehr müsse der Arbeitgeber die Arbeit möglichst so organisieren, dass der Betroffene nur tagsüber eingesetzt werde, entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch in Erfurt. Geklagt hat eine Krankenschwester, die seit 1983 im Schichtdienst an einem Krankenhaus in Potsdam arbeitet. Wegen einer Erkrankung musste sie zuletzt Medikamente nehmen, die sie schläfrig machen. Daher konnte sie keine Nachtdienste mehr schieben. Ihr Arbeitgeber erklärte sie deswegen als arbeitsunfähig. Er berief sich dabei auf Bestimmungen im Haustarifvertrag, wonach die Beschäftigten verpflichtet seien, Schichtarbeit auch nachts sowie an Sonn- und Feiertagen zu leisten.

Dax stabilisiert sich

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich nach dem Rückschlag seit Wochenbeginn am Mittwoch stabilisiert. Der deutsche Leitindex legte um 0,34 Prozent auf 9523 Punkte zu. Für den MDax ging es um 0,72 Prozent auf 16 371 Punkte nach oben und der TecDax zog sogar um 1,80 Prozent auf 1243 Punkte an. Technologiewerte waren zuletzt besonders stark unter Druck geraten. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,31 Prozent am Vortag auf 1,32 Prozent. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3794 (Dienstag: 1,3774) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7250 (0,7260) Euro.