dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Conti mit gutem Startquartal - Neue Personalchefin


Hannover (dpa) - Der weltgrößte Autozulieferer Continental profitiert von der guten Branchenkonjunktur und rechnet im laufenden Jahr mit spürbaren Zuwächsen. »Nordamerika dürfte weiter zulegen. Solides Wachstum sehen wir in Asien mit China als Zugpferd. Und Europa kommt langsam aus dem Tal«, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart am Freitag bei der Hauptversammlung in Hannover. Nach einem guten Jahresstart hob der Konzern die Erwartung für das laufende Jahr bereits zu diesem frühen Zeitpunkt leicht an. Neben guten Eckzahlen ließ in Hannover aber vor allem eine Personalie aufhorchen: Wie erwartet trennt sich Conti von seiner ersten Vorstandsfrau Elke Strathmann und holt eine neue Managerin an Bord.

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S&P senkt Russlands Bonitätsnote - Zentralbank hebt Zinsen an

London/Moskau (dpa) - Russlands Kreditwürdigkeit und Kapitalmarkt geraten wegen der verschärften Krise in der Ukraine immer stärker unter Druck. Am Freitag senkte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Daumen: Die Bonitätsnote fällt um eine Stufe auf »BBB-«, teilten die Analysten in London mit. Diese Bewertung liegt direkt über dem »Ramschniveau«, das spekulative Anlagen kennzeichnen soll. Unterdessen erhöhte die russische Zentralbank überraschend die Zinsen, um Kapitalflucht und Inflationsgefahren einzudämmen. Den Ausblick für das Rating setzte S&P auf »negativ«, was weitere Abstufungen erwarten lässt. Auslöser dafür könnten etwa schärfere Sanktionen des Westens sein, schreibt die Agentur. Der Kreml reagierte gelassen.

EU-Kommission: Griechenland wird Ziele für Schuldenabbau verfehlen

Brüssel/Athen (dpa) - Das krisengeplagte Griechenland dürfte beim Schuldenabbau die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Ziele verfehlen. Davor warnt die EU-Kommission in einem am Freitag in Brüssel veröffentlichten Bericht. Die Behörde moniert eine »Verschlechterung verglichen zu den Zielen von 2012«. Demnach wird Athen in den nächsten Jahren seine Schulden gemessen an der Wirtschaftsleistung noch nicht auf ein tragbares Niveau drücken können. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Euro-Sorgenkind weitere Erleichterungen bei der Rückzahlung seiner Schulden benötigt. Bis zum Jahr 2020 wird der Schuldenstand laut Bericht auf 125 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts sinken, bis 2022 auf 112 Prozent. Angepeilt waren für 2022 aber »deutlich weniger als 110 Prozent«, als kritische Marke gelten 100 Prozent. Im vergangenen Jahr meldete Athen mit 175 Prozent den Spitzenwert aller 28 EU-Staaten.

Ex-Porsche-Vorstände Wiedeking und Härter entgehen vorerst Prozess

Stuttgart (dpa) - Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bleibt von einem Prozess wegen Marktmanipulation vorerst verschont. Das Landgericht Stuttgart hat die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen ihn und den früheren Finanzvorstand Holger Härter abgelehnt, wie ein Sprecher am Freitag sagte. Nach den bisherigen Beweismitteln sei eine Verurteilung nicht wahrscheinlich, lautete die Begründung. Der Tatortwurf sei »nicht beweisbar«. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen Wiedeking und Härter erhoben, weil sie den Finanzmarkt zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches VW-Einstieg informiert haben sollen. Die Anklagebehörde kann aber gegen die Entscheidung des Landgerichts noch Beschwerde beim Oberlandesgericht einlegen. »Die Entscheidung ist wenig überraschend«, ließen Wiedeking und Härter über ihre Verteidiger erklären. Sie hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Französische Regierung will Übernahme von Alstom verhindern

Paris (dpa) - Der französische Staat will offensichtlich mit allen Mitteln verhindern, dass große Teile des einheimischen Industriekonzerns Alstom an das US-Unternehmen General Electric (GE) verkauft werden. Die Regierung arbeite an »anderen Lösungen und Szenarien«, sagte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg der Zeitung »Le Monde« (Freitag). Alstom stehe für die industrielle Stärke Frankreichs und französischen Erfindergeist. Es bestehe die Gefahr, dass man ein Zentrum wirtschaftlicher Entscheidungen verliere. Gerüchten zufolge will der Siemens-Erzrivale General Electric den französischen Hersteller von Energie- und Bahntechnik für 13 Milliarden Dollar (9,4 Mrd Euro) zu großen Teilen schlucken. GE habe sich bereits die Unterstützung des französischen Mischkonzerns Bouygues gesichert, der 29 Prozent an Alstom hält, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Beteiligten bestätigten die Informationen zunächst nicht.

Airbus stellt nach erfolgreichem Jungfernflug Elektroflugzeug vor

Bordeaux (dpa) - Bei der Grundausbildung von Piloten könnten schon in wenigen Jahren leise und klimafreundliche Elektroflugzeuge zum Einsatz kommen. In Frankreich wurde am Freitag eine unter anderem vom Airbus-Konzern entwickelte Propellermaschine vorgestellt, die ihre Energie ausschließlich aus Batterien bezieht. Der knapp sieben Meter lange Zweisitzer soll von 2017 an in einem neuen Werk am Flughafen der südfranzösischen Stadt Bordeaux gebaut und unter anderem zum Training oder Kunstflug genutzt werden können. Eine Maschine mit vier Plätzen ist in Planung.

Deutscher Aktienmarkt leidet unter Ukraine-Krise

Frankfurt/Main (dpa) - Sorgen vor einer Verschärfung der Krise in der Ukraine haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenausklang zugesetzt. Am Freitag verlor der Dax 0,98 Prozent auf 9456 Punkte. Bereits am Vortag hatte der Leitindex stark geschwankt, letztlich aber kaum verändert geschlossen. Auf Wochensicht steht für den Dax derzeit ein Plus von 0,49 Prozent zu Buche. Der MDax verlor am Freitag 0,80 Prozent auf 16 145 Punkte, und für den TecDax ging es um 0,54 Prozent auf 1218 Punkte bergab. Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,30 Prozent am Vortag auf 1,28 Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3831 (Donnerstag: 1,3820) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7230 (0,7236) Euro.