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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Siemens und Mitsubishi legen im Alstom-Poker nach


München/Tokio (dpa) - Im Übernahmepoker um den französischen Industriekonzern Alstom geht es Schlag auf Schlag: Siemens und der japanische Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) besserten am Freitag ihre Offerte auf, nachdem am Vortag bereits der US-Rivale General Electric (GE) nachgelegt hatte. »Im Ergebnis erhöht sich der Bar-Anteil der Offerte um 1,2 Milliarden Euro auf 8,2 Milliarden Euro«, teilten MHI und Siemens in Tokio und München mit. Die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom steige um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro. GE bewertet Alstoms Energiegeschäft weiterhin mit 12,35 Milliarden Euro. Ein Vergleich ist jedoch wegen der unterschiedlichen Ausgestaltung der Angebote schwer. Die Offerte von GE steht bis zum Montag.

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EU stopft Steuer-Schlupfloch für Konzerne

Luxemburg (dpa) - Europa engt den Spielraum für die umstrittene Steuersparerei internationaler Konzerne ein. Die EU-Finanzminister stimmten am Freitag in Luxemburg einer Gesetzesreform einstimmig zu. Konzerne mit Töchtern in mehreren Mitgliedsländern sollen nicht mehr deren unterschiedliche Steuersysteme ausnutzen können, um letztlich überhaupt keine Unternehmensteuern mehr zahlen zu müssen. Bislang war es möglich, dass Konzerne von einem legalen Steuerkniff Gebrauch machen, wonach die Dividenden für Tochtergesellschaften steuerfrei bleiben können. Die neuen Vorschriften müssen bis Ende 2015 in den Mitgliedstaaten im jeweiligen nationalen Recht verankert werden.

Leben in Deutschland günstiger als bei den meisten Nachbarn

Wiesbaden (dpa) - Verbraucher in Deutschland bekommen für ihren Euro mehr als die Menschen in den meisten Nachbarländern. Lediglich in Polen und Tschechien sind die Lebenshaltungskosten niedriger, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Insgesamt lag das Preisniveau in Deutschland im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent über dem Durchschnitt der 28 Länder der Europäischen Union. Vor allem Skandinavien ist teuer: In Dänemark liegen die Lebenshaltungskosten um fast 40 Prozent über dem EU-Durchschnitt, in Schweden um knapp 30 und in Finnland um 23,5 Prozent. Das billigste EU-Land ist Bulgarien: Dort müssen die Verbraucher für den Kauf eines repräsentativen Warenkorbs nicht einmal halb so viel bezahlen wie im EU-Schnitt (- 52 Prozent).

Portugal sichert Geldgebern Festhalten am Sparkurs zu

Lissabon (dpa) - Portugal hat den internationalen Geldgebern zugesichert, auch nach dem Verlassen des EU-Rettungsschirms seine Zusagen zur Sanierung des Staatshaushalts einzuhalten. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das die Regierung der Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Weltwährungsfonds (IWF) übermittelte. »Die Regierung hält an ihrem Ziel fest, das Defizit in diesem Jahr auf 4,0 Prozent und 2015 auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken«, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Schriftstück. Lissabon hatte das Schreiben in der vorigen Woche an die Troika geschickt, um die Geldgeber davon zu unterrichten, dass das Krisenland auf die letzte Tranche aus dem EU-Hilfsprogramm verzichte.

Oracle laufen die Kosten aus dem Ruder

Redwood Shores (dpa) - Galoppierende Kosten und stagnierende Verkäufe neuer Software-Lizenzen machen Oracle zu schaffen. Der Gewinn des SAP-Rivalen schrumpfte in seinem vierten Geschäftsquartal von März bis Mai um 4 Prozent auf unterm Strich 3,6 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zwar wuchs Oracles Geschäft mit dem Cloud-Computing merklich und auch die Verkäufe von leistungsstarken Firmenrechnern liefen besser. Dadurch stieg der Umsatz konzernweit um 3 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Doch gleichzeitig verursachte der Ausbau des Cloud-Geschäfts hohe Kosten.

Belgische Behörden ermitteln gegen UBS-Banker

Brüssel (dpa) - Die Ermittlungen gegen einen führenden Manager der belgischen Sparte der Schweizer Bank UBS laufen auf Hochtouren. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft analysiere »das gesamte beschlagnahmte Material«, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag in Brüssel. Gegen den beschuldigten Banker sei kein Haftbefehl erlassen worden, weil die Voraussetzungen dafür - wie etwa Fluchtgefahr - nicht vorlägen. Dem Mann wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die belgische UBS-Niederlassung hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in den vergangenen Jahren nicht ordnungsgemäß deklarierte Konten in der Schweiz angeboten, um Steuern in Belgien zu vermeiden.

Argentinien bleibt im Schuldenstreit mit Hedgefonds vorerst stur

New York/Buenos Aires (dpa) - Argentinien kämpft im Streit mit US-Hedgefonds um alte Anleiheschulden weiter mit harten Bandagen. Während die klagenden Investoren ihre Verhandlungsbereitschaft bekräftigen, spielt Buenos Aires vorerst auf Zeit. Die Regierung habe sich bislang noch nicht bei ihren widerspenstigen Gläubigern gemeldet, hieß es aus Kreisen in New York. Dabei tickt die Uhr - kommt es nicht zum Kompromiss, droht am Ende des Monats die Staatspleite. Argentinien streitet mit Investoren um Altschulden aus der Staatspleite von 2001. Eine Gruppe von Gläubigern hat die Umschuldungen aus den Jahren 2005 und 2010 verweigert. Sie fordert die Rückzahlung von offenen Forderungen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar (1,1 Mrd Euro).

»Hexensabbat« treibt Dax auf Rekordhoch

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Freitag zum sogenannten »Hexensabbat« auf ein neues Rekordhoch gesprungen. Am großen Verfallstag, an dem Optionen und Futures auf Aktien und Aktienindizes auslaufen, gewann der Leitindex bis zum Nachmittag 0,32 Prozent auf 10 037 Punkte. Zeitweise war er bis auf 10 050,98 Punkte gestiegen. Sein bisheriges Hoch hatte bei 10 033 Punkte gelegen. Der MDax rückte um 0,42 Prozent auf 17 080 Punkte vor. Der TecDax legte um 0,57 Prozent auf 1335 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat hingegen auf der Stelle. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3588 (Donnerstag: 1,3620) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7359 (0,7342) Euro.