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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Neuer Mobilfunkriese - Telefónica darf E-Plus übernehmen

Brüssel/München (dpa) - In Deutschland entsteht ein neuer Mobilfunkriese: Die EU-Kommission hat Telefónica Deutschland mit der Marke O2 am Mittwoch die milliardenschwere Übernahme von E-Plus erlaubt. Allerdings muss Telefónica eine Reihe von Auflagen erfüllen und Netzkapazitäten abtreten. Mit mehr als 44 Millionen Kunden bilden die bisherige Nummer drei und vier einen neuen Marktführer in Deutschland. Als Konkurrenz bleiben nur die Deutsche Telekom und Vodafone. Telefónica Deutschland lässt sich den Deal über acht Milliarden Euro kosten. Für die Genehmigung muss Telefónica bis zu 30 Prozent seiner Netzkapazitäten an Konkurrenten abtreten, teilte die EU-Behörde mit. Telefónica hat nach eigenen Angaben bereits mit dem Mobilfunkanbieter Drillisch einen Vertrag unterzeichnet.

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Comeback Westeuropas stärkt deutsche Autobauer

Berlin (dpa) - Die anziehende Autokonjunktur in Westeuropa stärkt vor allem die deutschen Hersteller. Nach vier Jahren mit sinkendem Absatz in Westeuropa erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) für diese Region ein Plus von vier Prozent auf mehr als 12 Millionen Fahrzeuge. «Die Wachstumslokomotive für unseren Export ist derzeit die EU», sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Mittwoch in Berlin. Zugleich blieben die Kunden in Asien sehr kauffreudig. Aus Deutschland kamen dagegen im ersten Halbjahr kaum Impulse: Die Zahl der Neuzulassungen kletterte um zwei Prozent auf 1,54 Millionen. Der VDA rechnet für dieses Jahr im In- und Ausland mit einem Anstieg der Produktion um rund fünf Prozent auf 14,8 Millionen Autos.

Wirtschaft in Euro-Ländern wächst nur zaghaft - Deutschland stark

Berlin/Luxemburg (dpa) - Die Wirtschaft in den 18 Ländern mit der Euro-Währung nimmt nur langsam wieder Fahrt auf. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal des laufenden Jahres um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg bestätigte damit am Mittwoch zwei Schätzungen aus den Vormonaten. Deutschland ragt jedoch heraus und präsentiert sich sehr robust: Hier zog die Wirtschaft zu Jahresbeginn um 0,8 Prozent an - so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Gründe dafür waren der milde Winter und die starke Inlandsnachfrage.

Regierung will Fusion von Krauss-Maffei Wegmann mit Nexter prüfen

Berlin/München (dpa) - Die Bundesregierung will die geplante Fusion der Rüstungskonzerne Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und Nexter aus Frankreich prüfen.Wenn der endgültige Fusionsvertrag unterschrieben worden sei, müsse dieser der Regierungnach den Regeln des Außenwirtschaftsgesetzes gemeldet werden, sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Berlin. Der KMW-Partner Rheinmetall reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung der beiden Konkurrenten. Man werde prüfen, welche Auswirkungen solch ein Geschäft auf die gemeinsamen Projekte mit KMW haben würde, sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Rheinmetall und KMW fertigen viele Produkte in verschiedenen Konstellationen gemeinsam, etwa den Kampfpanzer Leopard oder den Schützenpanzer Boxer.

Massive Kritik an Niebel-Wechsel - SPD will Karenzzeit-Regelung

Berlin (dpa) - Der Wechsel des früheren Entwicklungshilfeministers Dirk Niebel (FDP) zum Rüstungskonzern Rheinmetall hat massive Kritik ausgelöst. Die SPD warf Niebel fehlendes Fingerspitzengefühl vor und kündigte eine Karenzzeit-Regelung bei Seitenwechseln von Regierungsmitgliedern in die Wirtschaft nach der parlamentarischen Sommerpause an. Die Parlamentarische Fraktionsgeschäftsführerin Christine Lambrecht sagte am Mittwoch in Berlin: «Das Beispiel macht noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass wir hier zügig zu einer Regelung kommen.» Die Regierung werde einen Vorschlag machen.

Haribo verlegt Firmenzentrale von Bonn nach Rheinland-Pfalz

Bonn (dpa) - Der Süßwarenhersteller Haribo verlegt seinen angestammten Firmensitz von Bonn in die rheinland-pfälzische Gemeinde Grafschaft. Mehr als 200 Arbeitsplätze der Hauptverwaltung würden in das Nachbarbundesland verlagert, bestätigte Haribo-Sprecher Marco Alfter am Mittwoch. Am Standort Bonn sei das Unternehmen sowohl bei der Produktion wie auch in der Verwaltung an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Mit Haribo verliert Bonn nicht nur einen Gewerbesteuerzahler, sondern ein auch international bekanntes Unternehmen und Aushängeschild.

BGH: Pächter muss auch ohne schriftlichen Vertrag für Strom zahlen

Karlsruhe (dpa) - Grundstückseigentümer haften bei Energielieferungen nicht für ihre Pächter oder Mieter und müssen deren offene Stromrechnungen daher nicht übernehmen. Das gilt einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zufolge auch dann, wenn kein schriftlicher Vertrag über den Bezug von Strom vorliegt. Die Richter wiesen mit ihrem Urteil vom Mittwoch die Klage des Versorgers Eon Hanse ab. Das Unternehmen wollte von einem Grundstücksbesitzer rund 32 500 Euro für Stromlieferungen an dessen Pächter haben. Der Betreiber einer Pizzeria hatte jedoch keinen schriftlichen Vertrag mit Eon Hanse geschlossen. Aus Sicht des BGH war aber der Pächter Vertragspartner von Eon, da er über die Stromanschlüsse verfügen konnte und den Strom auch nutzte. Er müsse die Rechnungen daher auch bezahlen.