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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Lokführer wollen bis Mittwochmorgen Zugverkehr lahmlegen


Frankfurt/Berlin (dpa) - Tausende Bahnreisende drohen zu stranden: Streikende Lokführer wollen den Zugverkehr in ganz Deutschland bis Mittwochmorgen komplett lahmlegen. Die Lokführergewerkschaft GDL rief ihre Mitglieder im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn zu einem bundesweiten und flächendeckenden Streik von Dienstagabend 21.00 Uhr bis 6.00 Uhr Mittwochfrüh auf. Damit wollen sie ihre Forderungen nach mehr Einkommen und besseren Arbeitsbedingungen durchsetzen. Fern- und Regionalzüge sollen ebenso stillstehen wie Güterzüge und die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen. Die Deutsche Bahn rechnet auch am Mittwoch noch mit «erheblichen Beeinträchtigungen» im Berufsverkehr bis in die Mittagsstunden.

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Stärkster Einbruch bei Industrieproduktion seit fünf Jahren

Wiesbaden (dpa) - Die deutsche Industrie hat im August den stärksten Rückschlag seit der schweren Wirtschaftskrise vor fünf Jahren verkraften müssen. Im produzierenden Gewerbe sei die Produktion saison- und kalenderbereinigt um 4 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag. Dies ist der stärkste Einbruch seit Januar 2009, als die Finanz- und Wirtschaftskrise voll durchschlug. Besonders hart wurden die Hersteller von Investitionsgütern mit minus 8,8 Prozent getroffen. Die gesamte Industrieproduktion ging um 4,8 Prozent zurück, der Bau gab um 2,0 Prozent nach. Die Energieerzeugung lag hingegen im August um 0,3 Prozent höher als im Vormonat.

Tengelmann verkauft seine Supermärkte an Edeka

Mülheim/Ruhr (dpa) - Der Handelskonzern Tengelmann verkauft seine Supermärkte. Das Mülheimer Unternehmen kündigte am Dienstag an, die verbliebenen rund 451 Kaiser's-Tengelmann-Supermärkte sollten bis Mitte 2015 an den Marktführer Edeka gehen. Das Supermarktgeschäft schreibt Tengelmann zufolge seit Jahren rote Zahlen. Allerdings muss das Bundeskartellamt dem Verkauf noch zustimmen. Firmenchef Karl-Erivan Haub sagte: «Wir sehen leider keine Perspektive mehr, unsere Supermärkte aus eigener Kraft zu einem profitablen Unternehmen zu machen.» Mit einem Marktanteil von nur 0,6 Prozent sei die Supermarktkette zu klein, um sich am Markt gegen die großen Konkurrenten wie Edeka oder Rewe behaupten zu können.

Milliarden für Breitband-Ausbau

Berlin (dpa) - Bundesregierung und Telekom-Unternehmen wollen Milliarden ausgeben, um ganz Deutschland mit schnellen Internet-Anschlüssen zu versorgen. Allein im kommenden Jahr sollen Telekom-Unternehmen und Kabelnetzbetreiber acht Milliarden Euro in den Ausbau der Breitband-Internetversorgung stecken. Darauf einigten sich Industrievertreter mit Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU), der für den Netzausbau zuständig ist. Die Bundesregierung werde den Ausbau für die letzten Haushalte massiv fördern, kündigte Dobrindt am Dienstag in Berlin an. So sollen besonders ländliche Gegenden ans Netz gebracht werden. Ziel ist es, bis 2018 alle Haushalte mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Megabit pro Sekunde zu versorgen. Aktuell ist diese Geschwindigkeit nach Regierungsangaben für 64 Prozent der Haushalte verfügbar.

EU-Kommission vermutet Steuervorteile für Amazon in Luxemburg

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission geht dem Verdacht illegaler Steuervorteile für den Online-Händler Amazon in Luxemburg nach. Die obersten Wettbewerbshüter Europas nehmen die von Amazon dort in den vergangenen zehn Jahren gezahlte Körperschaftssteuer unter die Lupe, wie die Behörde am Dienstag in Brüssel mitteilte. Sollte sie zu dem Schluss kommen, dass Luxemburg Amazon unlautere Steuervorteile gewährte, könnten auf das Unternehmen hohe Nachzahlungen zukommen. Solche versteckten Beihilfen sind nach europäischem Recht verboten. «Wir haben begründete Zweifel», sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia.

Bundesamt warnt vor wachsender Bedrohung durch Cyberkriminelle

Nürnberg (dpa) - Computer und Netzwerke von Unternehmen, Behörden und Privatleuten sind nach Einschätzung von Experten einer wachsenden Bedrohung durch Cyberkriminelle ausgesetzt. «Die Bedrohungslage ist akut und sehr dynamisch», sagte der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Hange, am Dienstag in Nürnberg. Selbst die Bundesregierung sei ständig solchen Angriffen ausgesetzt, betonte er zum Auftakt der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2014. «Pro Stunde gehen im deutschen Regierungsnetz durchschnittlich 70 E-Mails mit Malware ein», sagte Hange. Fünfmal am Tag komme es zu gezielten Spionageangriffen von zumeist ausländischen Geheimdiensten. Privatleute würden in jüngster Zeit verstärkt von Cyberkriminellen erpresst.

US-Konzerne überflügeln europäische Konkurrenz im ersten Halbjahr

Stuttgart (dpa) - Die großen US-Konzerne haben ihre europäischen Wettbewerber im ersten Halbjahr bei Umsatz und Gewinn überrundet. Während die Umsätze der 300 größten europäischen Firmen stagnierten, stiegen die gemeinsamen Erlöse der US-Konzerne um fünf Prozent, wie die Wirtschaftsberatung Ernst & Young (EY) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie errechnete. Gut 80 Prozent der US-Firmen verzeichneten im ersten Halbjahr wachsende Umsätze, in Europa war es nur etwa die Hälfte (52 Prozent). «Der Abstand zwischen den US-Unternehmen und den europäischen Konzernen wird immer größer», stellt EY-Partner Markus Thomas Schweizer fest.

Verluste am Aktienmarkt nach Einbruch der Industrieproduktion

Frankfurt/Main (dpa) - Ein starker Einbruch bei der Industrieproduktion hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Der Dax verlor am Nachmittag 0,60 Prozent auf 9154 Punkte und setzte damit seine Mitte September begonnene Talfahrt fort. Der MDax fiel um 0,81 Prozent auf 15 629 Punkte und der TecDax büßte 1,14 Prozent auf 1212 Punkte ein. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab es ein Minus von 0,98 Prozent. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2607 (Montag: 1,2565) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7932 (0,7958) Euro.