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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Zugverkehr läuft wieder - Jetzt Streik der Lufthansa-Piloten


Berlin (dpa) - Nach dem bisher längsten Lokführerstreik in diesem Jahr rollen die Züge in Deutschland wieder. »Der Zugverkehr ist im Großen und Ganzen stabil angelaufen«, sagte eine Bahnsprecherin am Montagmorgen. Mit einzelnen Zugausfällen und Verspätungen sei dennoch zu rechnen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte den Personenverkehr 50 Stunden bestreikt und den Güterverkehr 61 Stunden. Nach dem Ende der Lokführerstreiks begannen die Lufthansa-Piloten am Montagmittag ihren 35-stündigen Ausstand bei Kurz- und Mittelstreckenflügen aus Deutschland. Das sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Nach Darstellung der Fluglinie fallen allein dadurch etwa 1400 Flüge aus, mehr als 200 000 Passagiere sind betroffen. Der Ausstand soll bis Dienstagabend kurz vor Mitternacht dauern. Zudem haben die Piloten für Dienstag einen zusätzlichen Streik auf den Langstreckenflügen angekündigt.

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IBM schlägt Chipsparte für Milliarden-Mitgift los

Armonk (dpa) - IBM wird seine verlustbringende Chipsparte los. Man habe sich mit dem von einem arabischen Staatsfonds kontrollierten Chiphersteller Globalfoundries auf eine Übernahme geeinigt, teilte der Konzern am Montag mit. IBM muss dafür allerdings tief in die Tasche greifen und innerhalb von drei Jahren an den Käufer noch 1,5 Milliarden US-Dollar (1,17 Mrd Euro) drauflegen. 200 Millionen Dollar soll Globalfoundries selbst beisteuern, so dass IBM unter dem Strich 1,3 Milliarden Dollar zahlt.

Wachsendes Geschäft mit Abo-Modellen schmälert SAP-Gewinnaussichten

Walldorf (dpa) - Das stark wachsende Geschäft mit Abo-Modellen ist Segen und Fluch zugleich für den Softwarekonzern SAP. Zwar sprudeln die Umsätze in dem wichtigen neuen Zweig, aber das Geschäft mit Mietsoftware (Cloud Computing) wirft weniger Gewinn ab. Auf das Gesamtjahr rechnet der Konzern deshalb zwar mit einem etwas höheren Cloud-Umsatz als bislang. Der bereinigte operative Gewinn dürfte allerdings gut 200 Millionen Euro niedriger ausfallen als ursprünglich erwartet, wie SAP am Montag in Walldorf mitteilte. »Bei unseren Wettbewerbern ist immer die Rede davon, ob sie ihre Verluste noch ausweiten. Wir steigern unseren Gewinn«, beschwichtigte Finanzchef Luka Mucic im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Bundesbank: Deutsche Wirtschaft kommt kaum voran

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutsche Wirtschaft kommt nach dem schwachen Frühjahr nur sehr schleppend wieder in Schwung. Die Bundesbank traut Deutschland im dritten und vierten Quartal bestenfalls ein verhaltendes Wachstum zu, wie die Notenbank in ihrem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht erklärte: »Die deutsche Wirtschaft ist im Sommerquartal 2014 kaum vorangekommen.« So dürfte die Industrie die Konjunktur von Juli bis September gebremst haben, und auch vom Bau seien größere positive Impulse unwahrscheinlich. »Dem stand aber eine recht gute Konsumkonjunktur gegenüber, die von dem kräftigen Beschäftigungswachstum und den spürbaren Reallohnsteigerungen profitiert hat«, betonte die Deutsche Bundesbank.

Metro geht optimistisch ins Weihnachtsgeschäft

Düsseldorf (dpa) - Der Handelskonzern Metro geht optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. Die strategische Neuausrichtung des Konzerns trage Früchte, sagte Konzernchef Olaf Koch am Montag in Düsseldorf. Im vierten Quartal des Ende September abgelaufenen Geschäftsjahres 2013/14 sei eine »deutliche Trendverbesserung« in allen Vertriebslinien des Konzerns erreicht worden. Alle Sparten von den Metro-Großmärkten über die Media-Saturn-Elektronikmärkte bis zu den Real-Supermärkten und den Kaufhof-Warenhäusern hätten ihren flächenbereinigten Umsatz zwischen Juli und Ende September gesteigert, berichtete der Manager. Der Konzern fühle sich nun gut gerüstet für die wichtigsten Verkaufswochen des Jahres.

Philips wegen Schadensersatz und schwacher Geschäfte mit Verlust

Amsterdam (dpa) - Der vor der Aufspaltung stehende Elektronikkonzern Philips ist in die roten Zahlen gerutscht. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 103 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahr machte Philips noch 281 Millionen Euro Gewinn. Vor allem eine Schadensersatzzahlung in den USA schlug ins Kontor: Wegen Patentverletzungen muss Philips knapp 470 Millionen Dollar (370 Mio Euro) berappen. Operativ war es zudem kein glänzendes Quartal. »Unsere Entwicklung war enttäuschend«, räumte Konzernchef Frans van Houten am Montag ein.

Spitzen-Notenbank BIZ warnt vor neuer Finanzkrise

Berlin/Basel (dpa) - Die seit Jahren andauernde Geldflut
führender Notenbanken könnte nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu einer neuen weltweiten Finanzkrise führen. »In der Tat sehen wir das Risiko, dass die derzeitige Geldpolitik aus globaler Perspektive zu Gefahren für die
Finanzstabilität beitragen könnte«, sagte BIZ-Chefvolkswirt Claudio Borio der Tageszeitung »Die Welt« (Montag). Seiner Meinung nach zeigt die aktuelle Situation durchaus Parallelen zur Phase vor
dem Beginn der jüngsten schweren Finanzkrise. Nach Einschätzung der Dachorganisation der Notenbanken mit Sitz in Basel, scheint das Zinsniveau weltweit zu niedrig zu sein, um langfristig für Preis- und Finanzstabilität zu sorgen. »In dieser Hinsicht ähnelt die Situation durchaus der Phase vor der Finanzkrise, als wir ebenfalls vor zu viel billigem Geld gewarnt haben«, sagte Borio.

DGB kündigt verstärkten Kampf gegen digitale Billigjobs an

Berlin (dpa) - Vor dem IT-Gipfel der Bundesregierung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) neuen digitalen Billigjobs ohne Arbeitnehmerrechten den Kampf angesagt. »Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie hier eine Art moderne Sklaverei entsteht, mit einem Wettbewerb um Löhne nach unten«, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Die digitale Arbeitswelt biete klare Chancen, aber auch Risiken, denen sich die Gewerkschaften stellen müssten. Auf dem Nationalen IT-Gipfel an diesem Dienstag in Hamburg stehen Wettbewerb, Sicherheit und Arbeiten im digitalen Wandel im Zentrum. Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehreren Kabinettsmitgliedern werden unter anderem Vorstände großer deutscher Unternehmen erwartet.

Aktienmarkt leidet erneut unter Konjunktursorgen

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt kehren die Konjunktursorgen zurück. Der Dax weitete am Montag im Handelsverlauf seine Verluste aus und gab zuletzt 1,28 Prozent auf 8736,93 Punkte nach. Damit knüpfte der Leitindex an die schlechte erste Hälfte der Vorwoche an, als er auf den tiefsten Stand seit September 2013 gefallen war. Der gute Lauf am Freitag hatte dem Dax am Ende aber noch die Woche gerettet. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,71 Prozent am Freitag auf 0,70 Prozent. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2773 (Freitag: 1,2823) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7829 (0,7799) Euro.