weather-image
18°

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

0.0
0.0

Mehrurlaub für ältere Beschäftigte bleibt möglich



Anzeige

Erfurt (dpa) - Zusätzliche Urlaubstage für ältere Mitarbeiter bleiben unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Das hat am Dienstag das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden. Geklagt hatten sieben 45 bis 56 Jahre alte Beschäftigte eines Schuhherstellers in Rheinland-Pfalz. Deren Arbeitgeber gibt Mitarbeitern ab ihrem 58. Lebensjahr zwei Tage Mehrurlaub im Jahr. Dadurch hatten sich die Kläger wegen ihres Alters diskriminiert gefühlt. Doch die obersten deutschen Arbeitsrichter wiesen die Klagen ab. Zum Schutz älterer Mitarbeiter habe der Arbeitgeber einen Ermessensspielraum auch bei der Urlaubsgestaltung, der in diesem Fall nicht überschritten sei, urteilten die Richter.

Chinas Wachstum fällt auf Fünf-Jahres-Tief

Peking (dpa) - Der Konjunkturmotor China gerät ins Stottern. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde ist im dritten Quartal 2014 so langsam gewachsen wie seit fünf Jahren nicht mehr, wie das Statistikamt am Dienstag in Peking mitteilte. Zwischen Juli und September 2014 legte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent zu. Der Zuwachs liegt unter dem von der Staatsführung gesteckten Ziel von 7,5 Prozent für dieses Jahr. Seit dem ersten Quartal im Jahr 2009 hat Chinas Wirtschaft nicht mehr so langsam zugelegt. Damals hatte die Wachstumsrate bei 6,6 Prozent gelegen. Im zweiten Quartal dieses Jahres war Chinas Wirtschaft auf 7,5 Prozent Wachstum gekommen.

Pilotengewerkschaft schließt neue Streiks in dieser Woche nicht aus

München (dpa) - Reisenden könnten noch in dieser Woche weitere Streiks bei der Lufthansa drohen. »Sollte sich im Tarifkonflikt weiterhin nichts tun, sollte bei der Lufthansa weiter gemauert werden, dann schließen wir weitere Streiks in dieser Woche nicht aus«, sagte der Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, am Dienstag. Noch bis Mitternacht wollten die Piloten der Lufthansa bundesweit Flüge auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken bestreiken. Die Lufthansa hatte daraufhin 1511 Flüge gestrichen, unter anderem Verbindungen nach Asien und in die USA. Betroffen sind etwa 166 000 Passagiere. Die Lufthansa und die Gewerkschaft Cockpit streiten vor allem um die Übergangsversorgung für 5400 Piloten im Lufthansa-Konzern.

Total-Chef bei Flugzeugunfall in Moskau getötet

Moskau/Paris (dpa) - Bei einem tragischen Flugzeugunfall ist der Chef des französischen Ölkonzerns Total, Christophe de Margerie, ums Leben gekommen. Die Maschine sei am späten Montagabend beim Start auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo bei Nebel mit einem fahrenden Schneepflug zusammengeprallt, teilten die russischen Behörden am Dienstag mit. Der Fahrer des Räumfahrzeug war offenbar betrunken. »Ärzten zufolge befand sich der Mann im Alkoholrausch«, sagte Wladimir Markin von der Ermittlungsbehörde am Dienstag der Agentur Interfax. Bei dem Zusammenstoß starben alle vier Insassen des Flugzeugs, darunter der 63 Jahre alte Chef von Europas drittgrößtem Ölkonzern.

EU-Bankenabgabe: Kleine Institute werden entlastet

Brüssel (dpa) - Bei der Finanzierung des europäischen Notfalltopfes zur Bankenabwicklung werden kleine Banken und Sparkassen entlastet. Diese Geldhäuser sollen nur Pauschalbeträge als Abgabe zahlen. Das hat die EU-Kommission am Dienstag vorgeschlagen. Der Beitrag richtet sich nach der Größe und dem Risikoprofil einer Bank. Institute mit einer Bilanzsumme von unter einer Milliarde Euro sollen zwischen 1000 und 50 000 Euro jährlich zahlen. Der geplante Abwicklungsfonds soll 2016 starten und von den Banken innerhalb von acht Jahren mit rund 55 Milliarden Euro befüllt werden. Steht eine Bank vor der Pleite, kann sie aus dem Topf Geld für die Sanierung oder Schließung erhalten. Dies schont Europas Steuerzahler und ist Teil der Bankenunion.

EU-Kommission verhängt im Libor-Skandal Strafen gegen weitere Banken

Brüssel (dpa) - Im Skandal um die jahrelange Manipulation von Zinssätzen hat die EU-Kommission Geldbußen gegen drei weitere Großbanken verhängt. Die größte Summe entfällt dabei auf die US-Bank JPMorgan, die insgesamt 72,2 Millionen Euro zahlen muss. Das entschieden die obersten Wettbewerbshüter Europas am Dienstag in Brüssel. JPMorgan wird vorgeworfen, den Libor-Referenzzinssatz für Schweizer Franken von 2008 bis 2009 manipuliert zu haben. Die Royal Bank of Scotland (RBS), die die Manipulationen gemeldet hatte, entgeht einer Strafe. Zudem werden JPMorgan und die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse dafür bestraft, dass sie die Referenz-Preise für Zinsderivate in Schweizer Franken manipulierten.

Autobranche: Bis 2016 haben 80 Prozent der Neuwagen Internetzugang

Berlin (dpa) - Die Autobranche will beim vernetzten Auto Tempo machen. Bis 2016 sollen 80 Prozent der Neuwagen einen Internetzugang haben. Das Zusammenwachsen von Fahrzeugen und Internet sei eine »Revolution im Auto«, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Montagabend vor Journalisten in Berlin. Die Autoindustrie wolle in den kommenden Jahren 16 bis 18 Milliarden Euro investieren. Derzeit hätten 20 Prozent der Neuwagen einen Internetzugang, sagte VDA-Geschäftsführer Ulrich Eichhorn. Das »vernetzte und integrierte Auto« soll mit anderen Fahrzeugen und Internet-Diensten kommunizieren können. Damit soll etwa die Zahl der Unfälle sowie Staus vermindert werden.

iPhone 6 treibt Apple zum nächsten Milliardengewinn

Cupertino (dpa) - Das iPhone 6 ist für Apple vom Start weg zur Geldmaschine geworden. Der kalifornische Konzern verdiente im vergangenen Vierteljahr knapp 8,47 Milliarden Dollar. Das waren 12,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal - das stärkste Wachstum seit fast zwei Jahren. Den Ausschlag gab vor allem der Rekordstart des iPhone 6 knapp zwei Wochen vor dem Ende des vierten Geschäftsquartals im September. Zudem verkaufte Apple so viele Mac-Computer wie noch nie in einem Vierteljahr. Auch für das Weihnachtsquartal rechnet der Konzern mit einem starken Geschäft. Apple verkaufte rund 39,3 Millionen iPhones. Allein am ersten Verkaufswochenende der zwei Modelle des iPhone 6 waren mehr als zehn Millionen Geräte abgesetzt worden.

IT-Gipfel: Gabriel kündigt Millionen für Internet-Dienstleistungen an

Hamburg (dpa) - Die Bundesregierung will die Entwicklung von internetbasierten Dienstleistungen in Deutschland künftig finanziell fördern. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte auf dem achten Nationalen IT-Gipfel in Hamburg an, das Zukunftsprojekt »Smart Service Welt« mit 50 Millionen Euro zu unterstützen. Die Bundesregierung reagiert damit auf den Erfolg von weltweiten digitalen Vorreitern wie Amazon und Google, die vor allem mit leicht bedienbaren Diensten bei ihren Kunden punkten. »Insbesondere die traditionell starken Industriezweige wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Automobilbau sollen stärker in diesen Dialog einbezogen werden«, sagte Gabriel.

Bund und Länder wollen De-Mail nach schwachem Start vorantreiben

Hamburg (dpa) - Die Behörden im Bund und in den Ländern wollen das bislang nur mäßig erfolgreiche E-Mail-System De-Mail stärken. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte am Dienstag zum Nationalen IT-Gipfel in Hamburg an, dass bis Ende 2015 »weit über 200 Behörden und Einrichtungen des Bundes über De-Mail kommunizieren können« werden. Die De-Mail ist eine E-Mail-Variante, die für elektronische Nachrichten an Behörden oder Unternehmen gedacht ist. Nutzer müssen ihre Identität mit dem Personalausweis bestätigten. Die De-Mail wird von der Deutschen Telekom, United Internet mit GMX und Web.de und Francotyp-Postalia angeboten. Nach Angaben der Anbieter haben sich auch mehrere Hunderttausend Privatkunden für De-Mail identifizieren lassen. Damit erreicht De-Mail nur ein Bruchteil der Menschen, die in Deutschland online sind.

Gute Geschäftszahlen beflügeln den deutschen Aktienmarkt

Frankfurt/Main (dpa) - Gute Geschäftszahlen von Unternehmen haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag angetrieben. Hinzu kam die Hoffnung auf weitere EZB-Konjunkturhilfen. Nicht einmal durchwachsende Konjunkturdaten aus China konnten den Börsianern letztlich die Laune verderben. Der Dax drehte nach einem schwachen Start schnell ins Plus und baute seine Gewinne aus - am Nachmittag zeigte er sich 1,06 Prozent im Plus bei 8809,92 Punkten. Die Vortagsverluste machte er damit großteils wett. Die anderen Aktienindizes zeigten am Dienstag ebenfalls eine starke Entwicklung: Für den MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen ging es um 1,50 Prozent auf 15 291,56 Punkte bergauf, während der TecDax der Technologiefirmen um 1,60 Prozent auf 1178,51 Punkte zulegte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,26 Prozent. Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,70 Prozent. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2762 (Montag: 1,2773) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7836 (0,7829) Euro.