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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Kartellamt knackt die Milliardengrenze - Geldsegen für den Bund

Bonn (dpa) - Das Bundeskartellamt hat 2014 wegen wettbewerbswidriger Absprachen erstmals Bußgelder von mehr als einer Milliarde Euro verhängt. Exakt seien es 1,01 Milliarden Euro, sagte der Chef der Behörde, Andreas Mundt, der Deutschen Presse-Agentur. Bisher lag die höchste verhängte Summe bei 717 Millionen Euro im Jahr 2003, die aber wegen Einsprüchen betroffener Unternehmen nicht komplett rechtskräftig wurden. Normalerweise pendelt die Summe der Bußgelder um die 300 Millionen Euro pro Jahr. Das Geld fließt in den allgemeinen Staatshaushalt. Es handele sich um einen Ausreißer nach oben, sagte Mundt. 2014 seien gleich drei große Kartellverfahren gegen die Zuckerindustrie, Brauereien und Wursthersteller mit jeweils dreistelligen Millionenbußen abgeschlossen worden.

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Streiks bei Amazon bis Heiligabend - Konzern berichtet von neuen Jobs

München (dpa) - Auch in der Schlussphase des Weihnachtsgeschäfts gehen die Streiks beim Versandhändler Amazon an zahlreichen Standorten weiter. Bis Heiligabend hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter in vier Logistikzentren aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Mit einer Dauer von mehr als einer Woche ist es der bisher längste Streik bei Amazon Deutschland. Viele Kunden berichten allerdings trotz des Ausstands von pünktlichen Lieferungen. Mit den Streiks will Verdi will den deutschen Ableger des US-Giganten zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels zwingen. Amazon lehnt das ab.

Venezuela weist Spekulationen um drohende Staatspleite zurück

Caracas (dpa) - Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat zugesichert, dass das Land trotz der rasant gefallenen Erdölpreise seinen internationalen Verbindlichkeiten nachkommen werde. «Venezuela wird 2015 den Rhythmus seiner weltweiten finanziellen Verpflichtungen und seiner Investitionen in die soziale Entwicklung des Landes beibehalten», sagte der linksgerichtete Staatschef am Montagabend (Ortszeit) in Caracas. Den internationalen Ratingagenturen warf er vor, eine «finanzielle Blockade» gegen das südamerikanische Land zu betreiben und die Gefahr einer Staatspleite herbeireden zu wollen.

Streit um Kerosinzuschläge: Airlines sollen Ticketpreise senken

Berlin/Frankfurt (dpa) - Wegen der stark gesunkenen Ölpreise sollen Airlines die Kerosinzuschläge senken und so ihre Flugtickets billiger machen - das fordern Verbraucherschützer. «Preisentwicklungen dürfen keine Einbahnstraße sein», sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, der «Bild»-Zeitung (Dienstag). Jahrelang seien die Flugpreise mit dem Argument steigender Energiekosten nach oben getrieben worden. «Jetzt müssen auch sinkende Ölpreise bei den Verbrauchern ankommen.»

Arbeitgeber: Probleme zum Mindestlohn-Start

Berlin (dpa) - Zum Start des gesetzlichen Mindestlohns am Neujahrstag rechnen Deutschlands Arbeitgeber noch mit vielen praktischen Problemen. Das betreffe vor allem den Umgang mit flexiblen Arbeitszeiten, sagte Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer der Deutschen Presse-Agentur. Zudem seien den Unternehmen viel zu bürokratische Pflichten auferlegt worden, etwa die Arbeitszeiten zu dokumentieren.
Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) können Arbeitnehmer Verstöße gegen die neue 8,50-Euro-Lohngrenze auch anonym melden. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der dpa, wenn sich für eine Branche oder einen Betrieb Meldungen über Verstöße an die zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls häuften, würden deren Kontrolleure tätig.

Endspurt im Weihnachtsgeschäft

Berlin (dpa) - Wer jetzt noch Weihnachtsgeschenke sucht, hat nicht mehr viel Zeit. Bis 14.00 Uhr an Heiligabend sind die Geschäfte geöffnet. Der Einzelhandel hofft auf starke Umsätze an den Tagen zwischen dem viertem Adventsonntag und Weihnachten. «Viele haben die ersten Urlaubs- und Ferientage genutzt, um noch einzukaufen», sagte Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, am Dienstag. Neben letzten Geschenken waren Lebensmittel gefragt. «Der Festtagsbraten wird jetzt gekauft.»
Der Verband rechnet im Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatz von 85,5 Milliarden Euro, rund 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Abermals wuchs besonders der Online-Handel.

Neuer Investor rettet DeinBus.de und plant mehr Fahrten

Offenbach (dpa) - Ein neuer Investor hat den überschuldeten Fernbusanbieter DeinBus.de gerettet. Ein branchenfremder Unternehmer aus Süddeutschland habe den Kaufvertrag zur Übernahme des Unternehmens mit allen 25 Arbeitsplätzen unterschrieben, teilte DeinBus.de am Dienstag in Offenbach mit. Der Busbetrieb solle aufrechterhalten und im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden. Für die Kunden ändere sich nichts. Rechtlich handele es sich um eine übertragene Sanierung des Betriebs auf eine neue Gesellschaft, die alte DeinBus.de GmbH werde abgewickelt, erläuterte der Insolvenzverwalter Christian Feketija in Frankfurt.

Google macht sein selbstfahrendes Auto straßentauglich

Mountain View (dpa) - Google hat sein selbstfahrendes Auto nach eigenen Angaben zu einem straßentauglichen Testfahrzeug ausgebaut. Die neue Version bekam unter anderem provisorische Steuer-Möglichkeiten für die Fahrer, wie der Internet-Konzern am späten Montag bekanntgab. Google will damit nun im Norden seines Heimatstaats Kalifornien (USA) herumfahren. Das Unternehmen plant eigentlich ein Auto ohne Lenkrad und Pedale, das nur vom Computer gesteuert wird. Allerdings schreiben die Gesetze derzeit vor, dass in einem selbstfahrenden Wagen jederzeit ein Mensch die Kontrolle übernehmen können muss.

US-Konjunktur sorgt an der Börse für frohe Weihnachten

Frankfurt/Main (dpa) - Positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten haben dem deutschen Aktienmarkt am letzten Handelstag vor Weihnachten einen Schub nach oben gegeben. Der deutsche Leitindex Dax stieg nach einem zunächst ruhigen Handel bis zum Dienstagnachmittag um 0,37 Prozent auf 9902,07 Punkte. Der MDax mittelgroßer Unternehmen rückte um 0,58 Prozent auf 16 975,42 Punkte vor. Der Kurs des Euro ist am Dienstag gefallen: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2213 (Montag: 1,2259) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8188 (0,8157) Euro.