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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Weltwirtschaftsforum sucht Lösungen für Krisen und Konflikte


Davos (dpa) - Im Schweizer Alpenkurort Davos haben am Mittwoch Hunderte von Topmanagern und Spitzenpolitikern ihre Beratungen im Rahmen der 45. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) aufgenommen. Neben den Problemen in der Eurozone steht am ersten Tag die Ukraine-Krise im Mittelpunkt des Interesses. Die offizielle Eröffnungsrede der WEF-Jahrestagung hält erst am späten Nachmittag Chinas Ministerpräsident Li Keqiang. Seine Einschätzungen zum künftigen Wachstum Chinas und die Auswirkungen von ökonomischen Reformen in der Volksrepublik auf die Weltwirtschaft wurden mit großem Interesse erwartet.

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Goldpreis steigt erstmals seit Sommer 2014 über 1300 Dollar

Frankfurt/Main (dpa) - Das Krisenmetall Gold erhält an den Finanzmärkten wieder stärkeren Zulauf. Am Mittwoch stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) bis auf 1303 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit August 2014. Seit Jahresbeginn ist der Preis um etwa zehn Prozent gestiegen. Das Rekordhoch aus dem Jahr 2011 bei 1921 Dollar bleibt aber außer Reichweite. Experten erklären den jüngsten Preisanstieg vor allem mit der Aussicht auf eine noch großzügigere Geldpolitik im Euroraum. Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte an diesem Donnerstag in den Großankauf von Staatsanleihen einsteigen. Die bereits sehr niedrigen Zinsen dürften damit weiter fallen. Davon profitiert Gold, weil ein großer Nachteil der zinslosen Goldanlage abgeschwächt wird.

BGH stärkt Mieterrechte beim Verkauf der Wohnung

Karlsruhe (dpa) - Sind Mieter beim Verkauf ihrer Wohnung übergangen worden, können sie Schadenersatz verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch entschieden. Die Karlsruher Richter gaben damit im Grundsatz einer Hamburger Mieterin recht. Sie möchte Schadenersatz in Höhe von 79 428 Euro. Die Klägerin macht geltend, beim Verkauf ihrer Wohnung 2011 nicht die Gelegenheit bekommen zu haben, diese selbst zu erwerben. »Der Bundesgerichtshof stärkt mit der heutigen Entscheidung die Rechte von Mietern, deren Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt und dann an einen Dritten verkauft wurde«, so Lukas Siebenkotten vom Deutschen Mieterbund zu dem Urteil.

Bahn plant neues Konzept für Fernverkehr

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bahn will im März ein neues Konzept für den Fernverkehr vorstellen. Es werde dem Aufsichtsrat am 18. März vorgelegt und dann öffentlich gemacht, sagte Vorstandschef Rüdiger Grube am Dienstagabend bei einem Neujahrsempfang in Berlin. »Wir werden mit dem Fernverkehr in die Offensive gehen, an die Fahrgastrekorde der vergangenen Jahre anknüpfen und sie sogar übertreffen«, fügte er hinzu. Bereits im Februar werde die Bahn die Strategie für ihr künftiges Fernbusangebot vorstellen, kündigte Grube an. Das bundeseigene Unternehmen gehört in diesem Markt selbst zu den vier größten Anbietern. Grube sagte, die Konkurrenz durch Fernbusse habe das Bahn-Ergebnis 2014 mit rund 120 Millionen Euro belastet.

Einigung über Pilotengehälter bei Lufthansa-Tochter Eurowings

Frankfurt/Main (dpa) - Ungeachtet des heftigen Arbeitskampfes der Lufthansa-Piloten ist bei der Billigtochter Eurowings eine langfristige Tarifeinigung gelungen. Unternehmen und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit einigten sich für die rund 300 Piloten auf einen Vertrag mit fünf Jahren Laufzeit, wie Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Das deutlich niedrigere Tarifniveau im Vergleich zum Konzerntarifvertrag gilt trotz einer ersten Erhöhung um 2,5 Prozent in diesem Jahr weiterhin. Auch in den kommenden Jahren sollen die Gehälter der Kapitäne und Co-Piloten jeweils um mindestens zwei Prozent plus einer eventuellen Inflationskomponente steigen.

DIW: Frauenanteil in Chefetagen wächst auf niedrigem Niveau

Berlin (dpa) - Der Frauenanteil in den Führungsetagen ist im vergangenen Jahr überdurchschnittlich stark gewachsen. Dennoch sind Frauen dort weiter klar in der Minderheit: Sie halten nun knapp jedes fünfte Aufsichtsratsmandat und gut jeden zwanzigsten Vorstandsposten in den 200 größten deutschen Unternehmen, wie aus Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. »Die Spitzengremien bleiben Männerdomänen«, kritisierte Forschungsdirektorin Elke Holst. Konkret lag der Frauenanteil in den Vorständen Ende 2014 bei 5,4 Prozent und damit einen Prozentpunkt höher als ein Jahr zuvor, in den Aufsichtsräten wuchs er um 3,3 Prozentpunkte auf 18,4 Prozent.

Bund: Mindestlohn gilt für EU-Lkw-Fahrer - Ärger in Warschau und Prag

Berlin/Warschau (dpa) - Die Bundesregierung pocht auf eine Durchsetzung des Mindestlohns auch bei ausländischen Lkw-Fahrern, die durch Deutschland fahren. Die entsprechenden Branchenverbände Polens und Tschechiens fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Unternehmen. Auch die Regierung in Warschau wird aktiv. Aus der Tschechischen Republik oder Polen kämen Anfragen zum Thema, teilte ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums am Mittwoch in Berlin mit. Dann erläutere das Haus gerne, warum die entsprechende Regeln gültig seien und die Regierung sie für vereinbar mit der EU-Entsenderichtlinie halte. In Polen und Tschechien sehen Transportunternehmer ihre Arbeit durch die neuen deutschen Regelungen bedroht.

Toyota bleibt Nummer eins der Autowelt

Tokio/Wolfsburg (dpa) - Toyota hat seinen Platz auf dem Thron der Autowelt knapp vor Volkswagen verteidigt. Die Japaner verkauften im vergangenen Jahr weltweit 10,23 Millionen Fahrzeuge, VW lag bei 10,14 Millionen Autos. Damit knackten beide Autokonzerne erstmals die 10 Millionen-Marke. Volkswagen aber hat gute Chancen, Toyota in diesem Jahr zu überholen. Denn Toyota rechnet angesichts einer Flaute auf dem Heimatmarkt 2015 mit einem leichten Rückgang der Verkaufszahlen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Tokio mitteilte. Damit würde VW schon ein minimales Wachstum reichen, um erstmals zum größten Autobauer der Welt aufzusteigen.

Anleger vor EZB-Entscheidung zurückhaltend

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger nach dem zuletzt starken Lauf des Dax am Mittwoch zurückgehalten. Die Blicke blieben auf die Europäische Zentralbank (EZB) gerichtet, von der am Donnerstag die Ankündigung von Staatsanleihe-Käufen im großen Stil erwartet wird. Die Geldflut der Notenbanken gilt als wichtigster Treibstoff der Aktienmärkte in den vergangenen Jahren. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,35 Prozent am Vortag auf 0,39 Prozent. Der Kurs des Euro legte zu: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1593 (Dienstag: 1,1579) Dollar fest.