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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Griechenland beißt mit Hilfsantrag in Berlin auf Granit


Berlin/Brüssel/Athen (dpa) - Neue Wende im griechischen Schuldendrama: Die Bundesregierung hat am Donnerstag Hoffnungen der Athener Regierung auf grünes Licht für eine Verlängerung der Finanzhilfen platzen lassen. «Der Brief aus Athen ist kein substanzieller Lösungsvorschlag», sagte der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Martin Jäger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Griechen hatten den lange angekündigten Antrag am Donnerstagmorgen auf den Weg gebracht. Noch am selben Tag will sich die sogenannte Arbeitsgruppe der Eurozone damit beschäftigen. Für Freitagnachmittag ist ein Treffen der Finanzminister in Brüssel angesetzt.

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Bundesarbeitsgericht setzt Grenzen für Mitarbeiter-Überwachung

Erfurt (dpa) - Das Bundesarbeitsgericht hat der Überwachung von Beschäftigten etwa im Krankheitsfall enge Grenzen gesetzt. Nur bei einem auf Tatsachen beruhenden, konkreten Verdacht einer schweren Pflichtverletzung dürften Arbeitgeber Detektive zur Kontrolle von Mitarbeitern einsetzen, urteilten die höchsten deutschen Arbeitsrichter am Donnerstag in Erfurt (8 AZR 1007/13). Derartige Pflichtverletzungen können laut einem Gerichtssprecher das Vortäuschen einer Krankheit oder Diebstähle sein. Die Überwachung durch Detektive sei ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer. Dieser sei nur in einem konkreten Verdachtsfall gerechtfertigt, begründete der achte Senat des Bundesarbeitsgerichts seine Entscheidung.

Bahn will Lokführergewerkschaft noch vom Streik abbringen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutsche Bahn versucht, die Lokführergewerkschaft GDL in Gesprächen noch von einem Verzicht auf den angekündigten Streik zu überzeugen. «Ja, wir reden miteinander, wir sind in Kontakt», sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Donnerstagmittag in Frankfurt. Die Bahn bereite derzeit keine Notfahrpläne für den Streikfall vor. «Ich gehe immer noch davon aus, dass es uns gelingen wird, diese angekündigten Streiks zu verhindern», fügte Weber hinzu. Die GDL-Spitzengremien hatten am Mittwoch die Fortsetzung der Streiks beschloss. Die Gewerkschaft hat aber bisher noch kein Datum für den Ausstand genannt.

So viele Erwerbstätige in Deutschland wie noch nie

Wiesbaden (dpa) - Der deutsche Job-Boom geht weiter: Erstmals seit der Wiedervereinigung hatten im vierten Quartal 2014 mehr als 43 Millionen Menschen ihren Arbeitsort in Deutschland. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes erhöhte sich die Summe aus Arbeitnehmern, Selbstständigen und ihren mithelfenden Angehörigen innerhalb eines Jahres um 412 000 oder 1,0 Prozent. Die Zahl der Selbstständigen samt ihrer mithelfenden Angehörigen ging gegen den allgemeinen Trend um 1,0 Prozent auf 4,4 Millionen zurück. Hingegen stieg die Zahl der Arbeitnehmer um 1,2 Prozent auf 38,7 Millionen.

Mehr Passagiere an deutschen Flughäfen

Wiesbaden (dpa) - Deutschlands Flughäfen haben im vergangenen Jahr den größten Passagierzuwachs seit dem Jahr 2011 verzeichnet. Insgesamt starteten oder landeten fast 186,4 Millionen Fluggäste. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag 3,1 Prozent mehr als 2013. Ein größeres Plus hatte es zuletzt im Jahr 2011 mit 5,6 Prozent gegeben. Wachstumstreiber war 2014 der Auslandsverkehr. Dort nahmen die Passagierzahlen binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent auf 163,7 Millionen zu. Im Inlandsverkehr gab es ein Plus von 0,7 Prozent auf gut 22,7 Millionen Fluggäste. Im innerdeutschen Verkehr zählen die Statistiker Passagiere nur einmal.

EZB macht weniger Gewinn - Hellas-Anleihen bringen 300 Millionen Euro

Frankfurt/Main (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im vergangenen Jahr wegen der niedrigen Zinsen und der Kosten für den Aufbau der Bankenaufsicht weniger Gewinn gemacht. Zudem sanken die Zinseinnahmen aus dem ersten Anleihekaufprogramm (SMP) nach EZB-Angaben von 962 Millionen Euro auf 728 Millionen Euro. Davon spülten alleine griechische Anleihen 298 Millionen Euro in die Kasse. Insgesamt verbuchte die EZB einen Nettogewinn von 989 Millionen Euro nach 1,44 Milliarden Euro im Vorjahr. Das SMP-Programm wurde zur Stützung kriselnder Eurostaaten aufgelegt und ist im September 2012 ausgelaufen. Grund für die sinkenden Zinseinnahmen ist, dass immer mehr Anleihen ausgelaufen sind.

Deutsche Börse nach Gewinnsprung zuversichtlich für 2015

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr rechnet die Deutsche Börse weiter mit Rückenwind durch die boomenden Aktienmärkte. «Wir erwarten auch 2015 im Aktienmarkt eine höhere Volatilität und sind daher positiv gestimmt, was unseren Ausblick angeht», sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer am Donnerstag in Frankfurt. Der Konzern geht davon aus, dass die Nettoerlöse auf 2,1 Milliarden bis 2,3 Milliarden Euro steigen werden. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um rund sieben Prozent auf gut zwei Milliarden Euro gestiegen. Der Überschuss kletterte zum Vorjahr fast um 60 Prozent auf gut 762 Millionen Euro.

Dax findet im griechischen Schuldendrama keinen klaren Trend

Frankfurt (dpa) - Das anhaltende Tauziehen im griechischen Schuldendrama hat den Dax am Donnerstag unter dem Strich nur wenig beeindruckt. Der deutsche Leitindex notierte zuletzt mit 0,12 Prozent im Plus bei 10 974,48 Punkten. Auch die anderen deutschen Aktienindizes hielten sich wacker: Der MDax der mittelgroßen Werte setzte seinen Rekordkurs mit plus 0,36 Prozent auf 19 569,88 Punkte fort, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,03 Prozent auf 1534,69 Punkte verlor. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1387 (Mittwoch: 1,1372) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8782 (0,8794) Euro.